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Proxima Centauri: Forscher finden Hinweise auf zweiten Planeten

  • Der Zwergstern Proxima Centauri wird laut Wissenschaftlern noch von einem zweiten Planeten umkreist.
  • Proxima c ist mindestens 5,8 Mal so schwer wie unsere Erde.
  • Die Existenz des Planeten könnte gängige Entstehungsmodelle in Frage stellen.
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Turin. Unser nächster Nachbarstern hat vermutlich einen zweiten Planeten. Das schließt ein internationales Forscherteam aus der detaillierten Analyse von 17,5 Jahren Präzisionsbeobachtungsdaten von Proxima Centauri.

Der Rote Zwergstern wird demnach nicht nur vom ungefähr erdgroßen Planeten Proxima b umkreist, sondern auch von einer sogenannten Supererde mit mindestens der sechsfachen Masse unseres Heimatplaneten, wie das Team um Mario Damasso vom Astrophysikalischen Observatorium Turin im Fachblatt "Science Advances" berichtet. Weitere Beobachtungen seien jedoch nötig, um die Existenz des zweiten Planeten, Proxima c, zu bestätigen.

Die Voraussetzungen auf Proxima b ähneln denen der Erde

Proxima Centauri ist mit einer Entfernung von 4,2 Lichtjahren der nächste Nachbarstern unserer Sonne. Er gehört zur Gruppe der Roten Zwerge, die rund drei Viertel aller Sterne in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, stellen. 2016 hatten Astronomen bei Proxima Centauri einen Planeten entdeckt, Proxima b, der ungefähr so groß und so schwer ist wie die Erde und in der sogenannten bewohnbaren Zone um den Stern kreist. Das bedeutet, dass die Temperaturen auf ihm die Existenz von flüssigem Wasser erlauben, das als Grundvoraussetzung von Leben gilt, wie wir es kennen. Ob es allerdings überhaupt Wasser auf Proxima b gibt oder gar Leben, ist unbekannt.

Der Planet hatte sich durch seine Schwerkraft verraten, mit der er im Takt seines Umlaufs an dem Roten Zwergstern rüttelt. Proxima b umkreist seine Zwergsonne rund alle elf Tage. In diesem Rhythmus schwankt der Stern von der Erde aus gesehen leicht vor und zurück. Das lässt sich über den Dopplereffekt messen, eine feine Änderung der Wellenlängen durch die Bewegung des Sterns: So wie die Sirene eines Polizeiautos heller klingt, solange es sich auf den Beobachter zubewegt, und dunkler, wenn es vom Beobachter wegrast, leuchtet ein Stern etwas blauer, während er sich auf den Beobachter zubewegt, und etwas roter, wenn er sich entfernt.

Wissenschaft braucht neue Modelle für die Entstehung von Supererden

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Markante Wellenlängen in der Strahlung eines Sterns lassen sich extrem genau messen. Mit der genauen Analyse von Beobachtungsdaten aus etwas mehr als 17 Jahren stießen die Astronomen nun auf einen Hinweis für einen weiteren Planeten von Proxima Centauri, der den Roten Zwerg in etwas mehr als fünf Jahren umkreist und mindestens 5,8 Mal so schwer ist wie unsere Erde. Damit fiele der neu entdeckte Begleiter, Proxima c, in die Kategorie der Supererden. Das ist eine Sammelbezeichnung für Planeten, die bis etwa zehnmal soviel Masse haben wie die Erde und damit vermutlich Gesteinsplaneten sind.

Bestätigt sich die Existenz von Proxima c, stellt er eine Herausforderung für die gängigen Modelle der Entstehung von Supererden dar. Bislang gehen Forscher davon aus, dass sich solche Planeten nahe der Schneegrenze um einen Stern bilden. Das ist die Mindestentfernung vom Stern, in der Wasser aufgrund der abnehmenden Temperaturen gefrieren kann. Der Orbit von Proxima c liegt jedoch weit entfernt von der Schneegrenze in den eisigen Außenbezirken um Proxima Centauri. Die Planetenproduktionsmodelle müssten daher möglicherweise angepasst werden.

RND/dpa/fwt

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