Zimmerpflanzen: Giftige Gefahr für Haustiere

Für Menschen sind sie kleine grüne Oasen, doch für Hund, Katze und Co. kann das Knabbern an Aloe Vera, Azalee, Amaryllis & Co schlimmstenfalls tödlich enden. Tierhalter sollten daher prüfen, ob ihre Zimmerpflanzen giftig sind.

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Stuttgard/Frankfurt. Ihre Blüten sind fröhliche Farbtupfer, ihr Grün erfreut das Auge der Menschen, und sie sorgen für ein gutes Raumklima. Für Haustiere haben Zimmerpflanzen allerdings weniger positive Eigenschaften. Knabbern Hund, Katze oder Wellensittich an Blättern, kann das üble gesundheitliche Folgen haben - von tränenden Augen über Durchfälle bis hin zu Apathie oder Zitterkrämpfen. Herrchen und Frauchen sollten sich deshalb frühzeitig darüber informieren, ob ihr dekoratives Grün den tierischen Mitbewohner krank machen kann.

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Zimmerpflanzen stammen meist aus den Tropen

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Denn viele der in Deutschland üblichen Zimmerpflanzen stammen ursprünglich aus den Tropen. „In ihrer heißen, feuchten Heimat benötigen sie giftige Wirkstoffe, um sich gegen natürliche Fressfeinde zu wehren“, erläutert Heike Boomgaarden. Die Gartenbauingenieurin und Pflanzenexpertin hat ein Buch über giftige Pflanzen verfasst. Trauriger Anlass war, dass in ihrem Umfeld ein junger Hund verstarb - weil der Halter mit zuvor frisch geschnittenen Oleanderzweigen Stöckchen geworfen hatte. Der Hund apportierte brav - und bezahlte mit seinem Leben.

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Viele Zimmrpflanzen in deutschen Wohnungen stammen aus den Tropen und sind für Haustiere giftig. Aloe Vera mag zwar ein geschmeidiges Zaubermittel für die Haut sein, kauen aber Haustiere am Blütenstand, kann das Durchfall, Erbrechen, Apathie und Zitterkrämpfe auslösen.

Wohnungen von toxischen Zimmerpflanzen befreien

Pflanzendoktorin Boomgaarden sieht Aufklärungsbedarf: „Tierbesitzer sind durchaus manchmal verunsichert und fragen sich, ob sie ihr Zuhause eventuell mit toxischen Zimmerpflanzen schmücken.“ Je nach Temperament und Charakter des Haustieres lockt das dekorative Grün zum Knabbern oder Kauen. „Hunde nagen tendenziell eher seltener an Pflanzen als Katzen“, erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Allerdings sollte man Welpen gut im Auge behalten. „Mit ihnen ist es wie bei kleinen Kindern - die sind neugierig, entdecken die Welt und sammeln Erfahrungen. Da passiert es, dass etwas ins Maul wandert, was dort nicht hingehört.“

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Aloe Vera: Durchfall, Erbrechen und Apathie

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Die Blüten der Aloe Vera sind für Tiere giftig.

Dass hingegen eine Katze an Pflanzen knabbert, entspricht ihrem natürlichen Verhalten. Der Genuss von Gras erleichtert das Hervorwürgen von Haarballen, die beim Putzen des Fells in ihrem Magen landen. Deshalb sollte ihr Besitzer immer auch Katzengras anbieten. „Steht das nicht zur Verfügung, kauen Katzen an anderen Pflanzen“, weiß Behr. Je nachdem, welche Pflanze angeknabbert wird, drohen böse Folgen: Aloe Vera etwa mag ein geschmeidiges Zaubermittel für die Haut sein. Kauen allerdings Haustiere am Blütenstand, kann das Durchfall auslösen. Auch die Amaryllis lässt den Darm rebellieren - Durchfall, Erbrechen, Apathie und Zitterkrämpfe können folgen.

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Azalee: Gift führt zu Herz-Kreislauf-Problemen

Azaleen sind ebenfalls sehr giftig. Im schlimmsten Fall kann der genuss tödlich enden.

Azaleen enthalten Acetylandromedol, das Herz-Kreislauf-Probleme auslösen kann. Das Gift führt zu rauschartigen Zuständen mit vermehrtem Speichelfluss, Taumeln, Apathie und Erbrechen. „In besonders schweren Fällen können Krämpfe, Koma und Herzversagen die Folge sein“, warnt Jana Hoger, Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation Peta. Auch Alpenveilchen bescheren Tieren Magenbeschwerden und Brechdurchfälle. Die Calla ist ebenso schön wie gefährlich. Ihr Verzehr führt zu Bauchbeschwerden, Reizungen der Mundhöhle, Gleichgewichtsverlust, Zittern, Krampfanfällen, Atemstillstand - im schlimmsten Fall endet der Genuss tödlich.

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Verzehr von giftigen Pflanzen: Erstehilfe und Tierarzt

Stellen Tierhalter fest, dass etwas Ungesundes verschlungen wurde, heißt die Devise „Ruhe bewahren“ und „so schnell wie möglich ab in eine Tierarztpraxis“, so Astrid Behr. „Für den behandelnden Tierarzt ist es hilfreich, wenn es Hinweise auf den Auslöser der Symptome gibt.“ Wer einen kühlen Kopf in dieser Situation bewahrt, bringt am besten die Pflanze, an der das Tier gekaut hat, mit in die Praxis.

Als Ersthilfe sollten Besitzer die Atemwege ihres Lieblings freilegen (Maul öffnen, Zunge nach vorn ziehen, Schleim oder Erbrochenes entfernen) und den Kreislauf durch Herzmassage wieder in Schwung bringen. „Sieht das Zahnfleisch des Tieres bleich, fast porzellanfarben aus, kann das ein Hinweis auf einen Schockzustand sein“, sagt Jana Hoger.

Von RND / dpa

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