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Seltene Tierart: Zauneidechse ist erneut „Reptil des Jahres“

  • Selbst am Tierreich geht das Jahr der Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde will nun seltene Tierarten in den Fokus rücken.
  • Aus diesem Grund wird die Zauneidechse erneut als „Reptil des Jahres“ ausgezeichnet.
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Stuttgart. Durch die Corona-Krise wird die Zauneidechse, das „Reptil des Jahres 2020“, zum Titelverteidiger. Auch im kommenden Jahr solle die Echse im Mittelpunkt stehen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) mit. „Die wunderschöne, vielerorts gefährdete Eidechse bekommt somit eine zweite Chance, um nach dem verlorenen Corona-Jahr erneut in den Fokus zu rücken“, sagte DGHT-Geschäftsführer Axel Kwet.

Zauneidechse gilt noch nicht als gefährdet

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Die DGHT benennt eigentlich im Wechsel das Reptil und die Amphibie des Jahres. Nun verzögert sich diese Reihenfolge um ein Jahr. Bereits im Frühjahr und Sommer seien die meisten Exkursionen und Vorträge rund um das Reptil ausgefallen, im Herbst wurde zudem die internationale Zauneidechsentagung in Offenburg abgesagt. Da die Bestände in Deutschland immer weiter zurückgingen, sei eine weitere Unterstützung auch im nächsten Jahr sinnvoll und nötig, teilte die DGHT mit.

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) gehört nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tieren. In der Roten Liste Deutschlands sei sie zwar noch nicht als gefährdet aufgeführt, sagte Kwet. Sie stehe aber auf der sogenannten Vorwarnliste, ihre Lage könne sich also in den nächsten Jahren verschlechtern. In Baden-Württemberg kommt die Echse fast flächendeckend vor.

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Tierart ist in ganz Europa zu finden

Das „Reptil des Jahres 2020/2021“ ist in ganz Europa verbreitet, es besiedelt Dünen, Heideflächen, Steppengebiete, Gebirge sowie Waldränder und Kiesgruben. Dabei bevorzugt die Zauneidechse sandige Böden, in denen sie ihre Eier vergraben kann. Gleichzeitig braucht sie gute Verstecke vor Feinden wie Baumwurzeln oder Mauselöcher. Das Tier ist tagaktiv und sitzt morgens meist in der Sonne, um erst einmal auf Betriebstemperatur zu kommen. Dann geht es auf Nahrungssuche - Fliegen, Heuschrecken und Spinnen gehören zur Beute. Sein Problem: Es gibt immer seltener Ödland, das lebenswichtig für diese Eidechse ist.

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Von Tierschützern gehegt, dürften sich die 18 bis 20 Zentimeter langen Reptilien für Bauplaner oft auch als Alptraum entpuppen. Um die Kriechtiere zu retten, mussten bereits Autobahnbauten verschoben werden, sie behinderten Bahnprojekte und einen Gefängnisneubau.

RND/dpa

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