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Wolfsbegegnung: So reagiert man richtig

Trotz eines mächtigen Auftretens ist der Wolf weniger gefährlich als viele denken.

Hannover. Wölfe sind von Natur aus scheue Tiere, die den Menschen meiden – insbesondere, weil sie früher systematisch gejagt wurden. Mittlerweile sind sie laut Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) streng geschützt. Nähern sie sich dem Menschen dennoch, kann das zum Beispiel daran liegen, dass sie angefüttert worden sind. Hierbei kann es schon ausreichen, den Rest einer Bratwurst im Wald wegzuwerfen. Die Wurst riecht nach Mensch und der Wolf schließt daraus, dass es da, wo es nach Mensch riecht, mehr Nahrung geben muss. Deshalb kann es, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, beim Spaziergang im Wald oder beim Sammeln von Pilzen zu einer Begegnung mit einem Wolf kommen. Was dann zu tun ist, weiß Wolfsberater und -forscher Matthias Vogelsang.

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Das Wichtigste: Ruhe bewahren bei Wolfsbegegnung

„Begegnet man einem Wolf, gilt zuerst: Ruhe bewahren bis der Wolf seines Weges geht“, erklärt der Experte. Kommt der Wolf doch auf einen zu, etwa weil er jung und neugierig ist oder angefüttert wurde, solle man sich groß machen. Außerdem könne man ihm mit Zurufen zu verstehen geben, dass er das Weite suchen soll. „Das hat in der Vergangenheit und in der Gegenwart sehr gut funktioniert“, so Vogelsang.

Ist man in einer Gruppe unterwegs, sollten alle Beteiligten in jedem Fall beieinander bleiben und ebenso selbstsicher auftreten. Sich in zwei verschiedene Richtungen zu bewegen oder den Wolf einzuengen, sei sowohl unsinnig als auch gefährlich.

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Den Wolf mit Lärm abschrecken

Begegnet man einem Wolf, ohne dass er einen bemerkt – etwa weil er abgelenkt ist oder mit einem anderen spielt – sollte man auf sich aufmerksam machen. „Das geht am besten, indem man Lärm macht, zum Beispiel in die Hände klatscht oder singt“, weiß Vogelsang. Auch das Aufspannen eines Regenschirms kann hilfreich sein und den Wolf erschrecken.

Wolfsbegegnung mit dem Kind: Wie sich Eltern verhalten sollten

Gerade kleine Kinder verstehen wegen der Ähnlichkeit zum Haushund oft nicht, wieso sie einem Wolf nicht zu Nahe kommen sollten. In diesem Fall sind die Eltern gefragt: Der Nachwuchs sollte vor dem Spaziergang sicherheitshalber auf eine mögliche Wolfsbegegnung vorbereitet werden und nie ohne Aufsichtsperson losziehen. Im Zweifelsfall sollte das Kind an die Hand genommen werden – sonst besteht die Gefahr, dass es auf den Wolf zuläuft.

Wolfsbegegnung mit dem Hund: Wie sich Hundebesitzer verhalten sollten

„Hunde sollten in Wolfsgebieten generell an die Leine genommen werden“, so der Experte. Kommt es dann zu einer Begegnung, könne der Hund sofort kurz gehalten werden. Ansonsten könne der Hund im Zweifelsfall Opfer des Wolfes werden. „Der Wolf hat zwar kein Problem mit Menschen in seinem Revier – bei Hunden sieht das aber anders aus“, erklärt Vogelsang.

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Wer mit dem Pferd im Wald unterwegs ist, sollte, genau wie Fußgänger, stehen bleiben. Ob der Reiter absteigt, müsse individuell danach entschieden werden, was für ihn und das Pferd am besten ist. „In jedem Fall ergibt es keinen Sinn, mit dem Pferd davon zu galoppieren“, so der Wolfsexperte.

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Wolfsbegegnung: Was tabu ist

„Man darf grundsätzlich nicht vergessen: Wir haben seit fast 20 Jahren Wölfe hier in Deutschland und es gibt nicht einen einzigen Übergriff auf Menschen“, so Vogelsang. Bei Haushunden hingegen seien es jährlich 30.000 bis 50.000 Übergriffe. Panik sei also unangebracht und gefährlich – denn Wölfe haben einen Jagdinstinkt und könnten trotz Scheu hinterherlaufen, wenn man wegrennt. Außerdem sollte man nicht versuchen, den Wolf zu füttern oder ihm Futter zu hinterlassen.

Wölfe bevorzugen Waldwege

Viele Spaziergänger denken, einem Wolf zu begegnen sei unrealistisch, weil er sich ohnehin tief im Wald versteckt. Das ist nur bedingt richtig, erklärt Vogelsang: „Die Tiere bevorzugen Waldwege, um Energie zu sparen. Sie wollen die Tiefen, das hohe Laub oder Feuchtgebiete meiden.“

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Meistens nehmen Wölfe Menschen in ihrer Umgebung allerdings schnell wahr. „Wir verlieren zum Beispiel Schuppen oder Haare – das ist für den Wolf ein Zeichen, uns zu meiden.“

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