Wo brennt es gerade?

Waldbrände: Nasa-Satellitenkarte zeigt Feuer auf der ganzen Welt

Die Echtzeitsatellitenkarte des „Fire Information for Resource Management Systems“ der Nasa zeigt weltweite Feuer und thermale Anomalien. Screenshot vom 31. Juli 2024.

Die Echtzeitsatellitenkarte des „Fire Information for Resource Management Systems“ der Nasa zeigt weltweite Feuer und thermale Anomalien. Screenshot vom 31. Juli 2024.

Irgendwo auf der Welt brennt es immer. In den nördlichen Breiten passiert es vor allem in den Sommermonaten, dass Wälder in Flammen aufgehen, in Afrika gibt es selbst im Winter Feuer, die hektarweise Landschaft zerstören. Für die Menschen vor Ort ist das eine große Bedrohung: Sie müssen ihre Häuser verlassen, um sich vor den Flammen zu retten, und verlieren dabei ihr ganzes Hab und Gut.

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Die meisten Feuer sind sogar vom Weltraum aus zu erkennen. Wo sie zurzeit lodern, zeigt eine Echtzeitsatellitenkarte der Nasa. Die US-Weltraumbehörde beobachtet Brände und thermale Anomalien mithilfe von Satelliten und führt die Daten im „Fire Information for Resource Management System“ (FIRMS) zusammen. Dort sind die Karten und Bilder für alle öffentlich einsehbar. Allerdings unterscheidet FIRMS in der Darstellung nicht zwischen Feuern und thermalen Anomalien, die beispielsweise auf Industrieanlagen zurückzuführen sind.

Waldbrandgefahr besteht auch in Deutschland

Auch in Deutschland brennen jedes Jahr Wälder. Im vergangenen Jahr registrierte das Landwirtschaftsministerium in seiner Waldbrandstatistik insgesamt 1059 Waldbrände. Sie zerstörten eine Fläche von 1240 Hektar – das entspricht etwa der Größe von 1771 Fußballfeldern. Damit hat sich die verbrannte Fläche um fast zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Dennoch lag sie rund 44 Prozent über dem langjährigen Durchschnittswert von 859 Hektar (seit 1991). Die meisten Waldbrände traten in den Monaten Mai bis Juli auf. Betroffen waren vor allem Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

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Natürliche Brände vor allem in nördlichen Wäldern

In Teilen der Welt gehören Waldbrände zur ökologischen Dynamik und führen auf natürliche Weise zur Verjüngung des Waldes. Die größten natürlichen Waldbrände gibt es in den borealen Nadelwäldern des Nordens, etwa in Kanada, Teilen der USA und Russland. Dort kommen die Feuer periodisch vor und verbrennen teilweise nur die Kraut- und Strauchschichten, während Altbäume nicht zerstört werden. Die nordamerikanischen Mammutbäume etwa werfen ihre Samen erst nach einem Waldbrand ab, wenn genügend Platz und Licht für Jungbäume entstanden ist.

Großteil der Brände wird vom Menschen verursacht

Auffällig bei der Satellitenkarte der Nasa sind vor allem die immer wieder auftretenden Waldbrände unterhalb der Regenwaldgebiete Zentralafrikas. Auch in den dortigen Savannengebieten gehören Lauffeuer zur natürlichen Dynamik. Tatsächlich ist Afrika ein Hotspot der globalen Feueraktivität: 70 Prozent der jährlich verbrannten Erdoberfläche geht auf den Kontinent zurück. Dabei entsteht rund die Hälfte der weltweit auf Feuer zurückzuführenden Treibhausgase.

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Allerdings werden dort kaum ökologisch wertvolle Baumbestände vernichtet: Es brennen vorwiegend Gras- und Buschland, Savannenbäume sind anders als Tropenhölzer an Feuer gewöhnt. Auch das kontrollierte Abbrennen von Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung gehört in diesen Gebieten zur alltäglichen Praxis.

Klimawandel verschärft die Waldbrände

Brände entstehen vor allem dort, wo es besonders heiß und trocken ist. Das gilt auch für südeuropäische Länder wie Italien, Griechenland oder die Türkei, wo es jährlich brennt. Der größte Anteil der Feuer im Mittelmeerraum wird durch menschliches Verhalten verursacht – sei es durch Fahrlässigkeit oder Absicht. Nur für einen sehr geringen Teil der Feuer sind natürliche Ereignisse wie Blitzeinschläge verantwortlich.

Das ist nicht nur etwas, was Expertinnen und Experten im Mittelmeerraum beobachten. Weltweit gehen die meisten Feuer auf menschliche Verursacher zurück. Laut WWF haben nur 4 Prozent der Waldbrände natürliche Ursachen.

Der Klimawandel verschärft die Waldbrände zusätzlich. Die Auswirkungen der Erderwärmung werden nicht unbedingt in der Anzahl, sondern im Ausmaß der Feuer erkennbar. Die Brände fallen stärker aus und lassen sich schwerer kontrollieren, weil sie durch Winde immer wieder angefacht werden. Laut WWF sind diese „Feuerstürme“ ein relativ neues Phänomen. Hinzu kommt, dass sich die Waldbrandsaison durch immer länger anhaltende Dürreperioden drastisch verlängert und Wälder anfälliger für Brände werden, weil Krankheiten und Schädlinge die Bäume schwächen.

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Wir haben diesen Artikel am 31. Juli 2024 zuletzt aktualisiert.