Wintergemüse: Der Vitaminkick für kalte Tage

Wintergemüse führt zu Unrecht ein Schattendasein. Denn es steckt voller Vitamine. Vorhang auf für Schwarzwurzel, Wirsingkohl und Pastinake: Hier gibt es leckere Rezepte zum Nachkochen.

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Hannover. Wintergemüse hilft uns nicht nur mit Vitaminen durch die kalte Jahreszeit, es schmeckt auch noch vorzüglich. Aus Wirsingkohl, Schwarzwurzel oder auch Pastinake lassen sich tolle Gerichte zubereiten.

Wirsingkohl-Nuggets: Aufgepepptes Familienrezept

Ursprünglich ging es Michaela Lühr nur darum, die alten Familienrezepte für ihre Tochter aufzuschreiben. Inzwischen hat sich die 51-Jährige aus Nordfriesland mit ihrem Foodblog "herzelieb" ein solides Standbein aufgebaut. Seit 2013 veröffentlicht die Heilpraktikerin hier zweimal pro Woche neue Rezepte – stets mit einer Prise Liebe in der Zutatenliste. Die Wirsingkohl-Nuggets hat sie entwickelt, um ihrem Kind Gemüse unterzujubeln.

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Aus Wirsingkohl lassen sich leckere Nuggets zaubern.

Und so geht es: Kartoffeln und Süßkartoffel schälen. Kartoffeln vierteln und in Salzwasser zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit die Süßkartoffel würfeln und nach fünf Minuten Garzeit dazugeben. Beide Kartoffelsorten zehn Minuten zusammen garen. Nun den Wirsingkohl fein hacken und zum Schluss für fünf Minuten in den Topf geben. Danach Gemüse und Kartoffeln in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Beide Kartoffelsorten heraussortieren und in eine Schüssel geben. Die Butter zu den Kartoffeln geben und mit einem Stampfer zu einem Brei zerdrücken. Danach kann auch der Wirsing untergerührt werden. Anschließend den Käse portionsweise in die Schüssel raspeln und immer wieder umrühren. Anschließend die Frühlingszwiebel in Scheiben schneiden und unterheben.

Die Wirsing-Kartoffel-Masse auf Handwärme abkühlen lassen. Erst jetzt das Ei, Zitronensaft und Zitronenabrieb unterrühren. Das Mehl über den Teig streuen und einarbeiten. Für Kinder schmecke ich die Masse mit Muskatnuss, Pfeffer und etwas Salz ab. Mir selbst schmeckt eine Mischung mit sehr fein gehacktem Rosmarin. Die Finger leicht anfeuchten und Kugeln aus dem Teig formen. Jede Kugel flach drücken und in der Pfanne mit erhitztem Pflanzenöl zu einem Nugget ausbacken. Nicht zu viele Nuggets gleichzeitig in die Pfanne geben und nicht zu schnell wenden, denn durch den geschmolzenen Käse sind sie sehr weich. Sobald die Wirsingkohlnuggets goldbraun sind, aus der Pfanne nehmen und mit einem frischem Joghurtdip servieren.

Das wird gebraucht: 250 g mehlige Kartoffeln, 300 g Süßkartoffeln, 200 g Wirsingkohl, 25 g Butter, drei bis vier Frühlingszwiebeln, 75 g Käse, ein Ei, einige Spritzer Zitronensaft, etwas Zitronenabrieb, ein bis zwei EL Mehl, Muskatnuss, Rosmarin, Pfeffer, Salz.

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Tipp:Die Nuggets können auch im Backofen gebacken werden, wenn das Wenden in der Pfanne zu schwierig ist. Ich backe immer einen Probenugget, um zu schauen, ob noch etwas Mehl fehlt.

Schwarzwurzel Tarte: Erdiges Aroma passend zur Jahreszeit

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Schon als Kind stand Maja Nett viel am Herd, hat mit ihrer Mutter Kuchen gebacken oder in großen Töpfen gerührt. Seit acht Jahren zeigt die Kölnerin auch im Netz, dass ihr gutes Essen am Herzen liegt: Auf "moeyskitchen" hat die 34-jährige Onlinemarketingmanagerin bereits Hunderte Rezepte veröffentlicht – darunter eine Schwarzwurzeltarte. Das erdige Aroma des Winterspargels passt für sie perfekt in die kalte Jahreszeit.

Aus Schwarzwurzel eine leckere Tarte backen? Foodbloogerin Maja Nett hatte die Idee.

Und so gehts es: Eine große Schale mit frischem Wasser bereitstellen, jeweils einen Esslöffel Mehl und Essig hineingeben. Handschuhe anziehen. Die Schwarzwurzeln kurz abschrubben, dann schälen, unter fließendem Wasser abspülen, je nach Länge halbieren oder dritteln und in die Schale legen. Salzwasser in einem ausreichend großen Topf zum Kochen bringen und die Schwarzwurzelstücke darin etwa fünf bis sieben Minuten lang bissfest garen, dann abgießen. Eine Pfanne auf mittlere Temperatur erhitzen, die Butter darin schmelzen und die abgetropften Schwarzwurzelstücke rundherum anbraten. Den Puderzucker darüber stäuben und die Wurzeln karamellisieren lassen. Vom Herd nehmen.

Den Ofen auf 200 Frad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Tarteform mit dem Blätterteig auf dem Backpapier auslegen, überstehenden Blätterteig abschneiden und anderweitig verwenden. Eine Lage Backpapier auf den Teig legen und mit Hülsenfrüchten zum Blindbacken beschweren. Den Boden für zehn Minuten im vorgeheizten Ofen vorbacken, danach aus dem Ofen nehmen, die Hülsenfrüchte entfernen.

Zwischenzeitlich den Parmesan fein reiben und mit dem Ei und dem Schmand verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Creme auf den Tarteboden geben. Die Schwarzwurzelstücke auf der Schmandcreme gleichmäßig verteilen. Die Haselnüsse grob hacken und auf der Tarte verteilen. Die Tarte weitere 20 bis 25 Minuten backen, bis der Boden goldbraun und knusprig ist. Auf einem Kuchengitter lauwarm auskühlen lassen, dann mit Petersilie bestreuen und direkt servieren.

Das wird gebraucht: 750 g Schwarzwurzeln, zwei EL Butter, ein EL Puderzucker, eine Rolle frischer Butterblätterteig aus dem Kühlregal, 50 g Parmesan, ein Ei, 75 g Schmand, 50 g Haselnüsse, frisch gehackte glatte Petersilie, etwas Mehl und Essig für die Schwarzwurzeln, Salz, Pfeffer, eine längliche Tarteform

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Tipp: Bei der Verarbeitung von frischen Schwarzwurzeln unbedingt Handschuhe tragen. Beim Schälen tritt ein klebriger Saft aus, der Hände und Klamotten schnell verfärbt. Dann die geschälten Stangen mit einem Schuss Essig und etwas Mehl in Wasser geben, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Das Rezept einer köstlichen Rote-Bete-Suppe mit Pastinake finden Sie hier.

Von Sophie Hilgenstock / RND

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