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Wilderei in Corona-Zeiten: Afrikas Nashörner besonders bedroht

  • Durch den ausbleibenden Tourismus fehlen Naturschutzparks in Afrika die Mittel für den Schutz von Wildtieren.
  • Deswegen könnten vor allem die Schwarzen Nashörner ins Visier von Wilderern gelangen.
  • Im Jahr 2015 war die Zahl erlegter Tiere mit 1349 auf einem Höhepunkt.
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Die bewaffneten Ranger machen jetzt bei Anbruch der Dunkelheit Jagd auf Wilderer. Denn die Folgen der Corona-Krise machen ein Vorgehen gegen die illegale Hatz auf gefährdete Wildtiere in Afrika dringlicher denn je. Wegen der weltweiten Pandemie bleiben nun die Touristen weg - und damit ihr Geld, das in die Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten wie das Schwarze Nashorn fließt. Und auch die Wilderer, die wie viele andere jetzt auch durch finanziell harte Zeiten gehen, dürften nun aggressiver als zuvor Jagd machen.

Wilderer könnten die ruhige Zeit ausnutzen

Gerade die auch als Spitzmaulnashörner bekannten Säugetiere sind seit langer Zeit schon durch Wilderer tödlich bedroht. Die haben es auf ihre Hörner abgesehen. Befeuert wird der illegale Handel durch den Irrglauben an eine medizinische Heilkraft der Hörner.

Nun gebe es Sorge, dass die Wilderei mit der Pandemie zunehmen könnte, sagt John Tekeles, Patrouillenführer im Wildschutzgebiet Ol Pejeta in Kenia. Daher seien sie jetzt wachsamer, weil womöglich mehr Wilderer diese Zeit ausnutzen könnten.

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Anzahl der Tiere stieg zuletzt leicht an

Die Zahl der Schwarzen Nashörner in Afrika nimmt allmählich wieder zu, doch gilt die Spezies weiterhin als "kritisch gefährdet", wie es in einem im März verbreiteten Report der Weltnaturschutzunion (IUCN) heißt. 2018 wurden noch 892 der vielfältigen Nashornarten auf dem Kontinent Opfer von Wilderei - ein erheblicher Rückgang nach einem blutigen Höhepunkt von 1349 erlegten Tieren im Jahr 2015.

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Und zwischen 2012 und 2018 ist der Spitzmaulnashorn-Bestand um eine Jahresrate von 2,5 Prozent auf mehr als 5600 Exemplare gestiegen. Eigentlich soll der Zuwachs in den nächsten fünf Jahren weitergehen, wie die IUCN vorrechnet. Den positiven Trend schreibt sie zum Teil einer effektiven Strafverfolgung zu.

Einnahmeinbußen durch weniger Touristen

Nun aber drohen Rückschritte, denn der Schutz der Schwarzen Nashörner ist teuer. Ol Pejeta gebe pro Jahr rund 10.000 Dollar pro Tier für Schutzmaßnahmen aus, sagt Richard Vigne, Geschäftsführer des Naturschutzgebiets. Dort sind mehr als 130 Exemplare zu Hause - der größte einzelne Bestand in ganz Ost- und Zentralafrika. Für Ol Pejeta seien das also Gesamtkosten von bis zu zwei Millionen Dollar im Jahr, rechnet Vigne vor. Und die meisten Einnahmen für den Schutz der Nashörner kämen vom Tourismus, der in Covid-19-Zeiten völlig zum Erliegen gekommen sei. Das Ganze sei “ein völliges Desaster”, klagt der Manager.

Ol Pejeta erwartet für das laufende Jahr Einnahmeeinbußen von drei bis vier Millionen Dollar. Das schmälere die Möglichkeiten seines Naturschutzparks, "uns um die Nashörner zu kümmern", ergänzt Vigne.

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Wildtierhüter in ganz Afrika schauen sich jetzt genau an, wie die Wilderer die Lage für sich ausnutzen könnten - und ob womöglich mehr seltene Arten getötet werden.

RND/AP

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