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Wetter im Weltraum: Welchen Einfluss Sonnenwinde auf die Erde haben

  • Wind gibt es sogar im Weltraum – zumindest den Sonnenwind.
  • Der besteht aus kleinen elektrisch geladenen Teilchen, die von der Sonne erzeugt werden.
  • Gelangen diese Partikel zur Erde, veranstalten sie ein regelmäßiges Lichterspektakel am Himmel. Sie können aber auch unsere Technik lahmlegen.
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Berlin. Wetter im Weltraum? Das klingt erst mal seltsam. Schließlich ist der Weltraum vor allem bekannt dafür, ziemlich leer zu sein. Trotzdem: Weltraumwetter gibt es wirklich, und manchmal bekommen wir auf der Erde sogar etwas davon mit.

Mehr zum Thema Wetter im Weltraum weiß Markus Rapp, ein Wissenschaftler beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Gemeinsam mit anderen Fachleuten erforscht er, was es mit dem Weltraumwetter auf sich hat. Er erklärt: Auf der Erde bestimmen etwa Jahreszeiten, Temperaturen und Winde unser Wetter. Im Weltraum ist es vor allem das Geschehen auf der Sonne, das Einfluss auf den erdnahen Weltraum hat.

Sonnenwinde veranstalten Naturschauspiele auf der Erde

„Natürlich weht da kein normaler Wind, wie wir den kennen“, sagt Rapp. „Aber da weht dafür der sogenannte Sonnenwind.“ Das sind winzig kleine, elektrisch geladene Teilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden. Solche Teilchen rasen auch in Richtung unserer Erde. Ist dieser Sonnenwind stark und erreichen uns besonders viele Teilchen, bemerken wir Menschen das: zum Beispiel durch Polarlichter. Das ist ein Leuchten, das vor allem weit im Norden und Süden der Erde am Himmel zu sehen ist.

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Die Sonnenwinde treffen auf die Atmosphäre der Erde und sind als Polarlichter über einem See im Nationalpark Abisko in Schweden zu beobachten.

Der Sonnenwind kann aber noch mehr Einfluss auf uns haben. Zwar bekommen wir den Sonnenwind auf der Erdoberfläche nicht direkt ab. Denn wir sind doppelt geschützt: durch die Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde, sagt der Experte. Aber die Teilchen bewirken komplizierte Dinge in der Atmosphäre, also der gasförmigen Schutzschicht. Dabei entstehen unter anderem auch elektrische Ströme.

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Weltraumwetter kann Satelliten und Stromnetze stören

Das klingt etwas gruselig. Aber Markus Rapp erklärt: „Die Gefahr besteht weniger für den einzelnen Menschen, der hier unten am Boden lebt, sondern für unsere technischen Geräte.“ Zum Beispiel können Satelliten gestört werden, die von manchen Navigationsgeräten genutzt werden. Dann funktionieren die nicht mehr so gut. Auch das Stromnetz kann beeinflusst werden. Teilweise können sogar bestimmte Geräte kaputtgehen, die für das Stromnetz wichtig sind. „Die überhitzen, wenn sie nicht schnell genug vom Netz getrennt werden, und können komplett zerstört werden“, sagt Rapp.

Damit das nicht passiert, wollen Fachleute das Weltraumwetter genauer vorhersagen. Dafür wurde vor Kurzem extra ein neues Forschungshaus eröffnet. Dort wird zum Beispiel genau beobachtet, was auf der Sonne passiert. Mithilfe von Satelliten untersuchen die Fachleute zudem die Sonnenwinde, die uns erreichen. So sollen im Ernstfall künftig etwa Stromnetzbetreiber eine Warnung erhalten. Sie können dann wichtige Geräte abschalten, bevor etwas kaputtgeht.

RND/dpa

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