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Hoffnung auf die Trendwende

Weltklimarat: „Wir können die Emissionen bis 2030 halbieren“

Im dritten Teil des neuen IPCC-Sachstandsberichts geht es um die politischen und technologischen Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels.

„Es war ein Dialog, der sehr lange gebraucht hat“, sagt der Nachhaltigkeitsforscher Jan Christoph Minx, als alles geschafft ist. Deutlich länger als geplant hatten Wissenschaft und Vertreter der internationalen Regierungen über die finale Abstimmung verhandelt. Doch nun liegt er vor, der dritte Teil des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC). Dafür haben sich erneut Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammengetan. Ihre Aufgabe: zu zeigen, wie laut aktuellem Stand der Forschung der menschengemachte Klimawandel begrenzt werden kann, welche Maßnahmen dazu notwendig und effektiv sind.

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Wie immer, wenn es ums Klima geht, gibt es erst einmal schlechte Nachrichten: Zwischen 2010 und 2019 lagen die durchschnittlichen globalen Emissionsmengen der Treibhausgase auf dem höchsten Niveau der Menschheitsgeschichte, fassen die Forschenden zusammen. „Wir haben das Zeitalter der fossilen Energieträger leider immer noch nicht hinter uns gelassen“, sagt Minx, Leitautor für das Kapitel „Emissionstrends und -treiber“. Aber – und das macht vielleicht leise Hoffnung – die Wachstumsrate hat sich verlangsamt.

„Die Zeit zum Handeln ist jetzt“

Alles in allem aber ist auch dieser Teil des sechsten Sachstandsberichts ein weiterer, eindringlicher Appell aus der Wissenschaft. Denn die Beweise seien klar, so der IPCC: „Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Wir können die Emissionen bis 2030 halbieren.“ Dabei kommt es ganz entscheidend auf die nächsten Jahre an. Es sei eine Frage von „jetzt oder nie“, so der Co-Vorsitzende der dritten Arbeitsgruppe, Jim Skea.

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2015 hatten sich die Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens auf das 1,5-Grad-Ziel geeinigt. Dadurch sollen die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels gemindert werden. Doch will die Welt noch Hoffnung haben, die globale Erwärmung auf etwa 1,5 Grad zu begrenzen, dann müssen die globalen Treibhausgasemissionen spätestens vor 2025 ihren Höchststand erreichen und bis 2030 um 43 Prozent reduziert werden, schreibt der IPCC. Der Methanausstoß müsse um ein Drittel reduziert werden. Selbst dann sei es jedoch „fast unvermeidlich, dass wir diese Temperaturschwelle vorübergehend überschreiten“. Mit welchen Folgen? Das ist noch unklar.

Es gibt auch „Lichtblicke“

Es gibt also noch jede Menge zu tun. „Wir können nicht noch einmal so eine Dekade hinlegen, wir sie hingelegt haben“, sagt Minx. Laut dem IPCC könnte jedoch mit einer klimafreundlichen Politik, einer geänderten Infrastruktur, neuen Technologien, Änderungen der Lebensweise und Verhaltensanpassungen der Ausstoß der Treibhausgase bis 2050 um 40 bis 70 Prozent gesenkt werden. Dazu gehören massive Veränderungen im Energiesektor, etwa durch eine erhebliche Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, eine weit verbreitete Elektrifizierung, verbesserte Energieeffizienz und die Nutzung alternativer Möglichkeiten der Stromgewinnung.

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Viele Werkzeuge, das entsprechenden Know-how dafür, Treibhausgase zu reduzieren, sind im Grunde vorhanden. Klimaforschende sprechen von „Lichtblicken“ oder auch „Leuchttürmen“ in bestimmten Sektoren. So seien etwa seit 2010 die Kosten für Sonnen- und Windenergie sowie für Batterien um bis zu 85 Prozent gesunken. Gesetze und Richtlinien hätten zu einer verbesserten Energieeffizienz beigetragen und den Einsatz erneuerbarer Energien beschleunigt.

Jeder einzelne kann etwas tun

Weniger Fleisch essen, weniger Auto fahren, das Haus klimafreundlich beheizen: Natürlich gibt es Maßnahmen, die jeder und jede ergreifen kann, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Doch vor allem brauche es politische Instrumente und Rahmenbedingungen, sagt Felix Creutzig, koordinierender Leitautor für das Kapitel „Nachfrage, Dienstleistungen und soziale Aspekte von Minderung“. Das könnte zum Beispiel ein autofreier Sonntag oder ein Tempolimit sein.

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