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Grün, blau, grau und türkis: Das bedeuten die unterschiedlichen Farben von Wasserstoff

  • Grün, blau, grau oder türkis: Je seinem nach Ursprung trägt Wasserstoff unterschiedliche Namen.
  • Die Farben erklären die unterschiedlichen Produktionswege des farblosen Gases.
  • Während “grau" eine CO2-reiche Produktion beschreibt, setzt man vor allem auf “grünen”, umweltfreundlichen Wasserstoff.
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Hannover. Dem grünen Wasserstoff wird für die Zukunft eine große Rolle zugeschrieben - er soll der neue umweltfreundliche Energielieferant werden. Wasserstoff hat viele Vorteile: Bei seiner Verbrennung, etwa in einem Motor oder auch in einer Heizung, entsteht als Abfallprodukt nichts anderes als Wasser: H2O. Wenn die vereinbarten Klimaziele erreicht werden sollen, führt kein Weg an Wasserstoff vorbei, weshalb zunehmend an Innovationen gearbeitet wird - auf politischer und privatwirtschaftlicher Ebene.

Das Adjektiv „grün” ist bei der Thematik entscheidend, denn nur der grüne Wasserstoff ist auch wirklich umweltfreundlich. Es gibt auch noch Wasserstoff in grau, blau und türkis. Auf seiner Webseite erklärt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Unterschiede, die wir Ihnen hier gerne zur Verfügung stellen möchten.

Grüner Wasserstoff

Nur wenn Wasserstoff durch alternative Energien (Sonne, Wind) erzeugt wurde, kann er als grüner Wasserstoff bezeichnet werden. Und nur dieser Wasserstoff kann dazu beitragen, die international vereinbarten Ziele bei der Verminderung des Kohlendioxidausstoßes einzuhalten. Denn, grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt, schreibt das BMBF.

Unabhängig von der gewählten Elektrolysetechnologie erfolge die Produktion von Wasserstoff CO2-frei, da der eingesetzte Strom zu Hundert Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt und damit CO2-frei ist. „Die Zukunft gehört allein dem grünen Wasserstoff”, sagt auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Grauer Wasserstoff

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Als grau bezeichnet man Wasserstoff, der nicht kohlendioxidneutral erzeugt wurde. Als Abfallprodukt kommt er mitunter in der Industrie vor. Seine Nutzung wäre aber kein Beitrag zum Klimaschutz. Denn grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, wie das BMBF erklärt. Bei der Produktion kommt es zur Dampfreformierung: Erdgas wird unter Hitze in Wasserstoff und CO2 umgewandelt.

Dieses CO2, das bei der Herstellung entsteht, wird ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben und schlimmer noch, verstärke so den globalen Treibhauseffekt: Bei der Produktion einer Tonne Wasserstoff entstehen rund zehn Tonnen CO2.

Blauer Wasserstoff

Wie das BMBF erklärt, ist blauer Wasserstoff die CO2-neutrale Version von grauem Wasserstoff. Das CO2 wird bei der Entstehung (Dampfreformierung) nämlich abgeschieden und gespeichert. Das bei der Wasserstoffproduktion erzeugte CO2 gelange so nicht in die Atmosphäre und die Wasserstoffproduktion kann zusammenfassend als CO2-neutral betrachtet werden.

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Es gibt allerdings Zweifel an der Klimaneutralität von blauen Wasserstoff, da es dennoch ein Produkt des CO2-Ausstoßes ist.

Türkiser Wasserstoff

Türkiser Wasserstoff wird per Methanpyrolyse (die thermische Spaltung von Methan) aus Erdgas hergestellt. Beim Produktionsprozess falle kein CO2 an, sondern fester Kohlenstoff, der sich weiter nutzen lässt, so das BMBF. Voraussetzungen für die CO2-Neutralität des Verfahrens sind allerdings die Wärmeversorgung des Hochtemperaturreaktors aus erneuerbaren Energiequellen und dass sich der Kohlenstoff dauerhaft bindet.

Bis 2030 soll es spürbar mehr Wasserstoff geben

Die Ziele klingen ehrgeizig, sind aber auch noch Jahre entfernt. Bis 2030 soll der Anteil von wasserstoffgetriebenen Lastwagen, Bussen und Bahnen spürbar wachsen. Im nachfolgenden Jahrzehnt soll auch die Schwerindustrie mit Hilfe des Wasserstoffs auf alternative Energie umsteigen. Bis 2050 wollen Deutschland und die EU klimaneutral produzieren; in dieser rundum neuen Landschaft dürfte Wasserstoff der wichtigste Energieträger sein.

Allerdings kann Deutschland nicht allein genügend grünen Wasserstoff erzeugen. Die Bundesregierung setzt daher auf Importe aus anderen Weltgegenden, etwa aus Afrika. Mit Staaten wie Marokko, Ghana und Niger spricht Berlin bereits über Pilotprojekte.

RND/Alice Mecke/Matthias Koch

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