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Was sind Masern? Alle Infos zum Masernvirus, Symptomen und Übertragung

  • Eigentlich sollte das hoch ansteckende Masernvirus längst ausgestorben sein.
  • Doch die Masernfälle in Deutschland häufen sich.
  • Aber was sind Masern eigentlich?
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Hannover. Das Masernvirus in Deutschland ist zwar sehr selten geworden. Doch in diesem Jahr gibt es ungewöhnlich viele Fälle von Masern. Das Virus zählt zu den ansteckendsten Erregern überhaupt – zwischen dem Kontakt und den ersten Beschwerden vergehen in der Regel acht bis zehn Tage. In dieser Zeit können Infizierte das Virus an andere Menschen weitergeben.

Masern 2019: Alle Infos zu Symptomen, Behandlung, Übertragung und mehr

Dr. Sebastian Groth ist Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin in Rendsburg und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Schleswig Holstein. Er beantwortet wichtige Fragen zum Thema Masern.

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Was sind Masern?

Die Masernkrankheit stellt eine Viruserkrankung durch das Masernvirus dar. Masern sind durch eine hohe Ansteckungsrate gekennzeichnet. Es kommt also zu einer raschen Ausbreitung.

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Was passiert nach einer Ansteckung im Körper?

Das Virus dringt über die Schleimhäute durch eine Tröpfcheninfektion in den Körper ein und vermehrt sich zunächst unkontrolliert. Im Verlauf bekämpft dann das Immunsystem das Virus.

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Kann ich auch Masern bekommen, wenn ich geimpft bin?

Bei vollständig abgeschlossener Impfserie, die aus zwei Einzelimpfungen besteht, liegt der Schutz bei 99 Prozent. Ein hundertprozentiger Schutz lässt sich auch mit der Impfung nicht erreichen. Sind jedoch sehr viele Mitmenschen ebenfalls geimpft, sinkt auch das individuelle Ansteckungsrisiko.

Welche Symptome hat man, wenn man sich infiziert hat?

Zu Beginn einer Infektion gibt es eher allgemeine Infekt-Zeichen wie Abgeschlagenheit und Fieber, nach diesem grippeähnlichen Vorstadium kommt es zu einer Krankheitsphase, in der der typische Masernausschlag auftritt. Dann kommt es auch zu häufigen und gefürchteten Komplikationen wie Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder einer Enzephalitis (Gehirnentzündung).

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Masern: Wer ist besonders gefährdet?

Grundsätzlich ist der Mensch in jeder Altersgruppe gefährdet. Ein Problem stellt die Ansteckung von Säuglingen dar. Da die Impfung planmäßig erst zum Ende des ersten Lebensjahres erfolgt, sind die Säuglinge noch ungeschützt und können sich leicht infizieren, obwohl deren Eltern eine Impfung geplant haben.

Wer sollte sich impfen lassen?

Alle Kinder sollten am Ende des ersten Lebensjahres die Impfserie beginnen, die mit dem Beginn des zweiten Lebensjahres mit der zweiten Impfung abgeschlossen werden kann. Auch für nach 1970 geborene Erwachsene kann eine einzelne Nachholimpfung angezeigt sein, besonders wenn bislang keine zweite Impfung erfolgt ist.

Wie oft muss man sich gegen Masern impfen lassen?

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Die vollständige Impfserie besteht aus zwei Einzelimpfungen. Die zweite Impfung sollte dabei frühestens vier Wochen nach der ersten erfolgen.

Wie lange sind Masern ansteckend?

In der Regel bis vier Tage nach dem Auftreten des Masernausschlags. Allerdings ist man als Patient auch bereits Tage vor dem Ausbruch der Erkrankung ansteckend für andere, was eine Ausbreitung sehr begünstigt.

Wie lange dauert die Erkrankung?

Die gesamte akute Krankheitsphase kann sich mit individuellen Unterschieden über zwei bis drei Wochen erstrecken. Sehr gefürchtet ist eine spät auftretende Nebenwirkung, die SSPE (subakut sklerosierende Pananzephalitis). Hierbei kommt es Jahre nach der Akuterkrankung zu einer Entzündung und Zerstörung von Gehirn- und Nervengewebe, was in der Regel zum Tod des Patienten führt.

Masernenzephalitis: Was ist das?

Es handelt sich um eine akute Entzündung des Gehirngewebes, die ebenso wie der Maserninfekt an sich, auch nicht ursächlich behandelt werden kann.

Wie schütze ich mich vor einer Maserninfektion?

Der sicherste Schutz vor einer Masernerkrankung ist die Impfung. Diese ist hervorragend verträglich und auch sicher.

Warum sind Masern so gefährlich und können tödlich enden?

Es gibt schwere Verlaufsformen mit Organkomplikationen (s.o.). Die Erkrankung lässt sich medikamentös auch nicht behandeln. Man muss sich auf die Behandlung der einzelnen Symptome beschränken, wie etwa einer Fieber- oder Schmerzsenkung.

Warum sind Masern meldepflichtig?

Das Infektionsschutzgesetz mit seiner Meldepflicht dient dem Schutz der Bevölkerung. Bei einer so hoch ansteckenden Infektionskrankheit wie den Masern, ist eine Meldepflicht sehr wichtig, damit Schutzmaßnahmen noch nicht infizierter Menschen vorgenommen werden können.

Von RND / js