• Startseite
  • Wissen
  • Was ist Allerseelen? Das steckt hinter dem christlichen Fest am 2. November

Was ist Allerseelen? Das steckt hinter dem christlichen Fest am 2. November

  • Jedes Jahr findet Allerseelen am 2. November statt, dem Tag nach Allerheiligen.
  • An diesem Tag wird aller Verstorbenen gedacht und für die Vergebung ihrer Sünden gebetet.
  • Seit jeher werden zu diesem Anlass die Gräber von Angehörigen besucht und geschmückt.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Allerseelen findet jedes Jahr am 2. November statt und ist für viele gläubige Christen ein wichtiger Tag. Auch wenn das christliche Hochfest zu Allerheiligen am Vortag eine weitaus bedeutendere Rolle einnimmt, hat auch Allerseelen einen relevanten Stellenwert in der Glaubensgemeinde.

Ist Allerseelen ein offizieller Feiertag?

Mit dem Reformationstag (31. Oktober), Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) folgen gleich drei christliche Feste aufeinander. Zusätzlich teilt sich der Reformationstag sein Datum noch mit Halloween, das ursprünglich von alten, irischen Traditionen zum Vorabend von Allerheiligen abstammt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Während der Reformationstag für evangelische und Allerheiligen für katholische Christen hohe Festtage sind, spielt Allerseelen eine eher untergeordnete Rolle. Daher ist vielerorts entweder der 31. Oktober oder der 1. November als offizieller Feiertag anerkannt. Für Allerseelen gilt dies nicht. Der 2. November ist dennoch ein wichtiger Gedenktag, und in vielen Kirchen werden dazu passende Gottesdienste abgehalten.

Wo ist zu Allerseelen frei?

Da Allerseelen nicht als offizieller Feiertag gilt, ist dieser Tag ein normaler Arbeitstag und es besteht auch kein Tanzverbot, wie vielerorts zum Beispiel zu Allerheiligen. In diesem Jahr fällt der 2. November jedoch auf einen Samstag. Zusammen mit den vorherigen Feiertagen könnte Allerseelen also für viele ein Teil des langen Wochenendes sein.

Anzeige

In Österreich ist der 2. November zwar ebenfalls kein offizieller Feiertag, aber an den öffentlichen Schulen wird kein Unterricht abgehalten, und an einigen Universitäten finden keine Vorlesungen statt.

Welche Bedeutung hat Allerseelen?

Anzeige

Zu Allerseelen wird, wie der Name schon andeutet, aller Verstorbenen und ihrer Seelen gedacht. Zu diesem Zweck werden die Gräber von Angehörigen geschmückt und kleine Lichter angezündet. Gebete, Almosen und Fürbitten sollen den Seelen, die im Fegefeuer verweilen, Ablässe gewähren und ihnen so den Aufstieg in das Himmelreich ermöglichen. Sofern sie nicht schon an Allerheiligen durchgeführt wurden, gehört auch die Segnung von Gräbern durch einen katholischen Priester zu den alljährlichen Bräuchen.

Welchen Ursprung hat Allerseelen?

Der Ursprung von Allerseelen geht auf das Jahr 998 nach Christus zurück. Der Abt Odilo von Cluny erließ damals ein Dekret, welches besagte, dass in allen ihm unterstehenden Klöstern der 2. November als Gedenktag der Verstorbenen genutzt werden sollte. Später verbreitete sich dieser Brauch auch in der Bevölkerung außerhalb der Klöster. Schließlich etablierte sich Allerseelen als Gedenktag auch in Rom und wurde zu einem wichtigen Ereignis im katholischen Glauben.

Wie steht Allerseelen zu Allerheiligen?

Allerseelen findet am 2. November, dem direkten Folgetag von Allerheiligen, statt. Der 1. November ist der Ehren- und Gedenktag aller heiligen und seligen Männer und Frauen der katholischen Kirche. Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele tausende Verstorbene von den jeweils amtierenden Päpsten heilig- oder seliggesprochen. So sollten ihre Tugendhaftigkeit im Leben oder ihre erlittenen Martyrien geehrt werden. Da nicht jeder Heilige oder Selige einen eigenen Gedenktag erhalten konnte, wurde ein umfassender Feiertag geschaffen.

Was hat Allerseelen mit dem mexikanischen Tag der Toten zu tun?

Der Tag der Toten, oder auf Spanisch Día de Muertos, ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage. Er gilt genau wie Allerseelen als traditioneller Gedenktag der Verstorbenen. Der altmexikanische Glaube besagt, dass einmal im Jahr die Toten zurück auf die Erde kommen, um vereint mit den Lebenden das große Wiedersehen ausgiebig zu feiern. Musik und gutes Essen sind dabei nur ein Teil der weitreichenden Festlichkeiten dieses freudigen Anlasses. Straßen, Friedhöfe und Wohnungen werden mit Blumen und Lichtern geschmückt, und die Menschen sorgen mit farbenfrohen Gewändern und bemalten Gesichtern für buntes Treiben.

Días de Muertos in Mexiko. Jedes Jahr finden die Festlichkeiten zum Gedenken der Toten vom 31. Oktober bis zum 2. November statt.

Die Tage der Toten gehören zum althergebrachten Volksglauben, den auch christliche Missionare während der Kolonialzeit nicht abschaffen konnten. Allerdings wurden durch den europäischen Einfluss die Días de Muertos mit den christlichen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen zusammengelegt. So finden sie jedes Jahr vom Abend des 31. Oktober bis zum 2. November überall in Mexiko statt.

RND/lk