Warum sind Schneeflocken sechseckig?

  • Winzige Eiskristalle können zu großen Schneeflocken heranwachsen.
  • Jede sieht anders aus: Milliarden coole Unikate.
  • Dabei hat jedes Bestandteil eine sechseckige Struktur. Warum ist das so?
Katrin Schreiter
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Leipzig. Schneeflocken sind in ihrer Grundstruktur immer sechseckig. „Das liegt an den Gesetzen der Kristallbildung“, sagt Manfred Wendisch, Professor für Meteorologie an der Universität Leipzig. „Die sechseckige Form wird von Mutter Natur bei der Eiskristallbildung bevorzugt, sie ist die geeignetste Struktur damit die Eiskritalle stabil bleiben.“

Wasser ist die einzige Komponente der Atmosphäre, die in allen drei Zuständen vorkommt – es kann fest, flüssig und gasförmig sein. In der festen Phase bildet sich eine Kristallgitter-Struktur mit einer sechseckigen Form aus. Verantwortlich dafür ist die Form des Wassermoleküls – H₂O. Denn das Sauerstoffatom (O) bildet mit zwei Wasserstoffatomen (H) einen 105-Grad-Winkel. Das wiederum führt dazu, dass sich die Wassermoleküle im Kristallgitter zu Tetraedern anordnen, die dann die hexagonale Form ergeben.

Winzlinge wachsen in der Luft

„Am Anfang sind die Gebilde winzig klein, sie wachsen nach und nach“, sagt Wendisch. „Wenn sie schwer genug geworden sind, beginnt der Fall. Beim Zusammenstoß mit anderen Eiskristallen verhaken sie sich und wachsen weiter und werden schließlich für das Auge sichtbar. Die feinen, kleinen Schneeflöckchen fallen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.“

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Je nach der in der Höhe herrschenden Temperatur hätten sie dann verschiedene Erscheinungsformen: Plättchen, Nadeln oder Stäbchen, erklärt der Wissenschaftler. „Und auch auf dem kilometerlangen Weg zur Erde ändern sich die Formen. Verschiedene Kristalle treffen aufeinander und verhaken sich.“

Deshalb sehen die Schneeflocken alle unterschiedlich aus – jede ist ein Unikat, ein einmaliges kunstvolles Gebilde. „Es ist schon faszinierend, was die Natur erschafft“, sagt der Meteorologe.

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Flocken sind nicht weiß

Übrigens: Schneeflocken sind nicht weiß, sondern durchsichtig. „Die Kristalle reflektieren das Licht vielfach und brechen es – deshalb und weil die Kristalle viel Sonnenstrahlung reflektieren, erscheinen die Flocken uns weiß“, sagt Wendisch.

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