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Australien: Über eine Milliarde Tiere durch Waldbrände getötet

  • Bei den verheerenden Waldbränden in Australien sind offenbar deutlich mehr Tiere gestorben als bisher angenommen.
  • Nach Berechnungen der Umweltorganisation WWF in Australien sind etwa 1,25 Milliarden Tiere direkt oder indirekt durch die Feuer getötet worden.
  • Davon besonders betroffen sind Koalas. Von ihnen sei schon fast ein Drittel ums Leben gekommen, sagte die australische Umweltministerin Sussan Ley.
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In verschiedenen Berichten war zuvor von 480 Millionen toten Tieren die Rede. Doch der WWF Australien schätzt, dass etwa 1,25 Milliarden Tiere direkt oder indirekt durch die Brände getötet wurden. Die Hochrechnung basiert auf einer Studie von Ökologieprofessor Chris Dickmann von der Universität Sydney.

Die erste Schätzung habe sich lediglich auf den Bundesstaat New Wales bezogen und nur Tiere umfasst, für die es genaue Populationszahlen gebe, sagte Dickmann der „Huffington Post“. Damit habe man aber Tiere wie Fledermäuse, Frösche und Wirbellose ausgeschlossen. Unter Berücksichtigung dieser Zahlen, so Dickman, hätten die Verluste „ohne Zweifel“ eine Milliarde überschritten.

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Australien: Bereits mehr als eine Milliarde Tiere bei Waldbränden gestorben
1:10 min
Die Waldbrände in Australien toben seit Monaten, große Landstriche sind zerstört worden. Doch die Menge an tierischen Opfern sind noch alarmierender.  © Sonja Fröhlich/dpa, imago, Getty Images
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Tausende Koalas und Kängurus durch Waldbrände betroffen

Mittlerweile ist eine Fläche von 8,4 Millionen Hektar in ganz Australien verbrannt, das entspricht der Fläche von Österreich. In Australien ist damit mehr Land den Feuern zum Opfer gefallen als bei den brasilianischen Bränden im Amazonasgebiet und in Kalifornien zusammen, berichtet der WWF Australien.

Der Verlust für die australische Tierwelt durch die aktuellen Buschbrände umfasse derzeit Tausende von Koalas, zusammen mit anderen Arten wie Kängurus, Wallabys, Kaninchenkängurus und Vögeln wie Kakadu und Honigfresser.

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Klimakrise verstärkt Artensterben

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, macht indirekt auch die Erderwärmung für das Ausmaß der Zerstörung verantwortlich: „Die Klimakrise verursacht keine Buschfeuer, aber sie macht sie viel verheerender“, so Heinrich. „Die Katastrophe in Australien verdeutlicht, dass Klimakrise und Artensterben zusammen gedacht werden müssen. Wenn die Erderhitzung nicht begrenzt wird, werden mehr Tierarten ihren Lebensraum verlieren.“

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Die australische Umweltministerin Sussan Ley schätzt, dass bis zu 30 Prozent der Koalas bei den Bränden an der mittleren Nordküste von New South Wales ums Leben gekommen sind. Viele Wälder würden Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen, erklärt der WWF. Koalas könnten in der freien Natur in Ostaustralien in 30 Jahren ausgestorben sein, vor allem aufgrund der anhaltenden übermäßigen Abholzung von Bäumen für die landwirtschaftliche und städtische Entwicklung sowie der Klimaerhitzung. Die Brände, die durch den Lebensraum der Koalas wüten, beschleunigten das Aussterben.