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Experte: Risiko für Verbreitung der Vogelgrippe bei Nutztieren ist hoch

In einem Kleinzuchtbetrieb in der Stadt Stepanov nad Svratkou sind sechs Hühner der Vogelgrippe zum Opfer gefallen.

Hühner sind besonders empfänglich für die Vogelgrippe.

Im Norden und Osten Deutschlands breitet sich die aviäre Influenza aus, besser bekannt als Vogelgrippe. Die durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit ist bisher mehrheitlich bei Wildvögeln nachgewiesen worden.

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Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, grassieren aktuell die Virus-Subtypen H5N5, H5N8 und H5N1. „Jetzt, wo wir wissen, dass die Erreger in Deutschland angekommen sind, ist natürlich auch das Eintragsrisiko in die Nutzgeflügelbestände entsprechend hoch“, sagt FLI-Präsident Thomas Mettenleiter im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Landkreise ordnen Stallpflicht an

Am vergangenen Donnerstag war der bundesweit erste Fall in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst nachgewiesen worden. Betroffen war ein Hof auf der nordfriesischen Hallig Oland. Ansonsten konnte die Vogelgrippe bisher vor allem bei Wildvögeln wie Wildgänsen, Wildenten, Brachvögeln und Möwen festgestellt werden.

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So zählte der schleswig-holsteinische Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz beispielsweise seit Ende Oktober bereits mehr als 2700 tote Wildvögel. In insgesamt vier Landkreisen des Bundeslandes waren Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen worden. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) verkündete am Dienstag eine landesweite Stallpflicht, um weitere Infektionen zu verhindern.

Tiere weisen Virusvarianten auf

Influenzaviren haben ihre natürlichen Reservoirs in Wasservögeln. „Wir sehen jetzt seit einigen Jahren, dass die Tiere teilweise Virusvarianten in sich tragen, die gefährlich sind für unser Nutzgeflügel und auch für einige Wildvögel“, sagt Mettenleiter. Dabei handele es sich um hochpathogene Viren, die vor allem bei Nutzgeflügel zum Tod führen können. Gerade Hühner und Puten sind für die Vogelgrippe sehr empfänglich.

Dass sich die aviäre Influenza jetzt in Deutschland ausbreitet, sei nicht verwunderlich, so der FLI-Präsident: „Wir haben schon vor einigen Wochen davor gewarnt, dass sich die Erreger wieder auf den Weg nach Westen machen."

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Vogelzug fördert Ausbreitung der Vogelgrippe

Diese Prognose beruht auf einer Serie von Ausbrüchen im asiatischen Raum. Ende Juli breitete sich die Vogelgrippe in Russland und Kasachstan aus, gefolgt von Israel und den Niederlanden Mitte und Ende Oktober.

„Der Vogelzug (auch Wasservögel) ist derzeit in vollem Gange, und die Dichte der Vogelpopulationen in Rastgebieten wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen beziehungsweise durch Kälteeinbrüche beschleunigt. Diese Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung“, heißt es in der aktuellen Risikoeinschätzung des FLI.

Nutztierhalter sollten Bio-Sicherheitsmaßnahmen kontrollieren

Für den Menschen sei die Vogelgrippe aktuell nicht gefährlich: „Es gibt Varianten des Vogelgrippevirus, die gefährlich sind für den Menschen, aber von denen, die wir jetzt nachgewiesen haben, ist nicht bekannt, dass sie beim Menschen aufgetreten sind“, sagt Mettenleiter.

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Um Infektionen bei Nutztieren vorzubeugen, rät der Virologe, die Bio-Sicherheitsmaßnahmen an den Beständen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen. Eine entsprechende Checkliste ist auf der Homepage des FLI zu finden. „Wir hoffen, dass die Vogelgrippe nicht auch bei größeren Beständen auftritt, aber das Risiko ist da.“


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