Wer zwitschert denn da? Diese Apps helfen bei der Vogelbestimmung

  • Von wegen nur Spatzen und Tauben: Selbst in Städten tummeln sich zahlreiche Vogelarten.
  • Mithilfe von Apps lässt sich herauszufinden, welcher Piepmatz derzeit nebenan zwitschernd auf Partnersuche ist oder einen Konkurrenten verjagen will.
  • Der Nabu weist darauf hin, dass man die Gesänge der Apps nicht laut abspielen sollte. Die Vögel könnten sonst irritiert sein.
Katrin Schreiter
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Was für ein Flugverkehr – und das trotz Corona-Krise! Zum Frühling muss niemand extra hinreisen. Und: Er findet auch in diesem Jahr statt. Doch was zwitschert da eigentlich im Park, im Wald und in der Gartenhecke? Apps können helfen, die Vögel zu bestimmen.

Drei Vogel-Apps im Überblick

Anwendungen gibt es zahlreiche: Zum Beispiel die der Nabu-Vogelwelt – eine kostenlose App (Android und iOS), die mit vielen praktischen Funktionen und ausführlichen Artenporträts über mehr als 300 heimische Vogelarten informiert (mit Hinweisen zu Aussehen, Bestimmung, Ökologie, Gesang, Gelegen, Verhalten sowie Häufigkeit und Bestand). Für 3,99 Euro gibt es die entsprechenden Gesänge und Rufe dazu.

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Auch die kostenfreie App Birdnet (Android und iOS), die an der Technischen Universität Chemnitz entwickelt wurde, hilft dabei, Vogelstimmen zu erkennen. Durch einen KI-Algorithmus kann die App weltweit 3000 Vogelarten identifizieren. Jede Beobachtung wird übrigens anonymisiert registriert und zu Forschungszwecken ausgewertet.

Ganz unkompliziert funktioniert Zwitschomat (iOS): Wer ein Gezwitscher identifizieren möchte, macht einfach eine kurze Aufnahme. Anschließend gleicht die App diese mit rund 220 Vogelstimmen ab – das funktioniert wie bei Shazam, einer App, die Musikstücke erkennt. Das Gute: Man kann die App auch offline ohne Internetverbindung nutzen, weil sie nicht auf eine externe Datenbank zugreifen muss.

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App auf Stimmenfang!

Also App runterladen und auf Stimmenfang gehen! Schließlich sind wegen Corona gerade sämtliche Veranstaltungen abgesagt – es bleibt also genügend Zeit, die Natur ganz individuell zu erkunden.

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Aber: Warum singen Vögel eigentlich? Ansgar Poloczek, Referent beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Landesverband Berlin, nennt dafür zwei Gründe: „Einerseits lockt das Männchen Weibchen an, andererseits steckt es so sein Revier ab.“ Die Tiere hätten in der Brutzeit oft ziemlich eng begrenzte Reviere, die sie vor Artgenossen schützen müssten. „Mit dem Gesang wird männlichen Konkurrenten signalisiert, dass das Revier besetzt ist.“

Konzert in der Brut- und Balzzeit

Und wann singt welcher Vogel? „Im Frühling sind die meisten Vögel zu hören, denn dann ist Brut- und Balzzeit“, sagt Poloczek, der die heimischen Arten ganz ohne App auseinanderhalten kann. Den Vogel des Jahres 2021, das Rotkehlchen, „kann man fast das ganze Jahr über hören“, weiß der Biologe, der in den vergangenen Jahren beobachtet hat, dass sich immer mehr Vögel im städtischen Raum niederlassen. „Allein in Berlin sind es mittlerweile rund 140 Brutvogelarten.“

Vogelgesänge nicht laut abspielen

Wer im Freien mithilfe von Apps den passenden Vogel zum Gesang ausfindig machen will, sollte die Tiere keinesfalls stressen. „Die Gesänge dürfen nicht laut abgespielt werden, da die Vögel sonst gestört und irritiert werden können“, sagt Nabu-Referent Poloczek. „Zum Beispiel, wenn ein Männchen das Signal empfängt, dass im Revier schon ein Artgenosse ist, könnte das dazu führen, dass es weiterzieht und das Revier am Ende nicht von einem Paar besetzt wird.“

Übrigens: Rücksichtnahme in der Natur ist nicht nur eine Frage der guten Erziehung. Auch in der Vogelwelt gibt es Gesetze: Laut Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen.

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