Viele Streitpunkte: UN-Klimakonferenz verzögert sich wohl

  • Eigentlich wollten die Vertreter von knapp 200 Staaten am Freitagabend um 18 Uhr fertig werden.
  • Doch auch in diesem Jahr dürfte die UN-Klimakonferenz nach Einschätzung der deutschen Delegation wieder übers Ziel hinausschießen.
  • Uneinig ist man sich vor allem beim Thema CO2-Zertifikate-Handel und darüber, wie die ärmeren Länder entschädigt werden.
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Madrid. Er könne sich nicht mehr erinnern, wann man mal fristgerecht fertig geworden sei, sagte Karsten Sach, der seit vielen Jahren für die Bundesrepublik bei den Gipfeln verhandelt, am Donnerstag in Madrid. Eigentlich wollen die Vertreter von knapp 200 Staaten am Freitagabend um 18 Uhr fertig werden. Es seien aber bereits Deadlines nach hinten verschoben worden, sagte Sach. Er tippe auf "irgendwann in der Nacht von Freitag auf Samstag" - aber sicher sei das nicht.

Der Ministerialdirektor sagte, wenn man auf einer Skala von 1 bis 10 im Klimaschutz derzeit bei 3,5 stehe, könne man jetzt 5 erreichen. Im Entwurf für die Abschlusserklärung stehe derzeit ein klarer Bezug zur Wissenschaft und was sie im Klimaschutz für notwendig halte zum wichtigen Thema Ozeane sowie zum Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Artenvielfalt, sagte der Experte für internationalen Klimaschutz. Es gebe "insgesamt Bewegung".

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Regeln für CO2-Handel noch unklar

Mit das wichtigste Thema der diesjährigen Verhandlungen ist, wie Staaten mit eingesparten Treibhausgasen untereinander handeln können - wer seine Ziele übererfüllt, kann zum Beispiel so etwas wie Zertifikate verkaufen an andere Länder. Die Regeln sind aber auch am Tag vor dem geplanten Abschluss noch unklar. Grundsätzlich pocht die EU darauf, dass keine CO2-Einsparung doppelt gerechnet werden darf.

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Aus Sachs Sicht der schwierigste Punkt ist, was mit Zertifikaten passiert, die Länder noch aus der Zeit vor dem Pariser Klimaschutzabkommen übrig haben - einige Staaten wollen, dass sie gültig bleiben, das könnte aber aus deutscher Sicht zu weniger Klimaschutz in der Zukunft führen. Weiterhin umstritten ist auch, wie in ärmeren Ländern Schäden und Verluste durch Extremwetter finanziert werden, die durch den Klimawandel häufiger werden.

dpa

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