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Verhalten bei Tornados: Schutz im Gebäude suchen oder wegfahren

  • Wenn sich Tornados bilden, dann rasen sie mit hoher Geschwindigkeit über das Land hinweg.
  • Sie hinterlassen eine Schneise der Verwüstung.
  • Der Tornado-Beauftragte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erklärt, wie man den Luftwirbel erkennt und was im Notfall zu tun ist.
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Berlin. Tornados können auch hierzulande zerstörerische Naturgewalten sein. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, sollte man sich und seine Angehörigen möglichst schnell in Sicherheit bringen. Doch wo soll man während eines heranziehenden Wirbelsturms hin?

Die größte Gefahr bei Tornados: Herumfliegende Gegenstände

"Bei einem Tornado muss man ganz spezielle Verhaltensregeln beachten – diese unterscheiden sich grundlegend von Verhaltensregeln für Gewittern oder winterlichen Orkanen, erklärt Andreas Friedrich, DWD-Tornado-Beauftragter. “Es ist etwa keine gute Idee, im Auto sitzen zu bleiben wie bei einem Gewitter. Ein starker Tornado kann ein Auto locker Dutzende Meter in die Luft heben.”

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Herumfliegende und dann abstürzende Gegenstände seien ohnehin das Gefährlichste an einem Tornado für Menschen: Der Wirbelsturm hebt alles auf, “was nicht niet- und nagelfest ist”, so Friedrich. “Es können Dachziegel, Äste, ganze Baumstämme mit mehreren Hundert Stundenkilometern durch die Luft fliegen. Die durchschlagen natürlich nicht nur Fensterscheiben von Häusern und Autos, sondern das ist auch schon bei Stahlgaragentoren passiert.”

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Tödliche Naturgewalt: So entstehen Tornados
2:13 min
Wie entstehen eigentlich Tornados? Das zeigt diese Videografik.  © AFP

Regel Nummer 1: Schneller sein als der Tornado

Daher gibt er zwei Tipps: Zum einen sollten Menschen einem Tornado nach Möglichkeit mit Fahrzeugen ausweichen. “Wenn man in einem Auto sitzt und einen Wolkenrüssel oder ein drehendes Ungetüm auf einen zukommen sieht, sollte man vor dem Tornado wegfahren”, erklärt Friedrich. Das sei auch durchaus möglich: “Tornados verlagern sich mit relativ langsamer Geschwindigkeit über die Landschaft – mit 30, maximal 60 Stundenkilometern.”

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Außerdem sind die Wetterphänomene relativ schmal und dünn, sie haben einen Durchmesser von wenigen Dutzend, manchmal einigen 100 Metern. "Wenn man nur etwa einen Kilometer von einem Tornado weg ist, passiert einem in der Regel auch nichts Schlimmes", so der Meteorologe.

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Regel Nummer 2: Schutz in einem stabilen Gebäude suchen

Der zweite Rat lautet, Schutz in einem stabilen Gebäude zu suchen. “Dort sollte man auf keinen Fall in die oberen Stockwerke gehen oder sich hinter irgendwelchen Fensterscheiben, Rollläden und Garagentoren aufhalten, sondern möglichst in Kellerräume oder fensterlose Räume gehen. Da ist man dann am sichersten”, erklärt Friedrich.

Und wenn all das nicht möglich ist, sollte man sich immerhin von Stellen entfernen, von denen der Wirbelsturm Gegenstände aufheben kann. "Das heißt, man ist nicht sicher in der Nähe von Gebäuden, in der Nähe von einzelnen Bäumen und Wäldern", so Friedrich. "Am besten sich also in freies Gelände und dort in eine Mulde begeben und sich flach auf den Boden legen, damit man nicht von Trümmerteilen getroffen werden kann oder vielleicht nach oben gerissen wird."

Deutscher Wetterdienst warnt: Wirbelstürme sind nur schwer vorherzusehen

Zuverlässige Prognosen, ob und wo genau sich ein Tornado bildet, sind schwer zu treffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann zunächst nur ein Risikopotenzial für bis zu 36 Stunden im Voraus erkennen, erklärt der Experte. Es wird für eine bestimmte Region dann nur eine erhöhte Wahrscheinlichkeit festgestellt, dass Tornados in einem relativ großen Gebiet auftreten könnten.

Zielgenauere Vorhersagen für Kreise oder einzelne Orte seien nur möglich, wenn ein Beobachter den Meteorologen zeitnah mitteilt, dass schon ein Tornado oder eine Vorstufe, die sogenannten Trichterwolken, gesehen wurden, so Friedrich weiter. Das bedeute dann, dass schon innerhalb weniger Minuten ein weiterer Tornado auftreten könne.

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RND/dpa

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