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Veränderte Genaktivität: Magenverkleinerung mindert Risiko für weitere Erkrankungen

  • Eine Magenverkleinerung hat nicht nur eine Gewichtsabnahme zur Folge. Das Risiko für Folgeerkrankungen wird deutlich gemindert.
  • Schwedische Forscher zeigen anhand einer Studie, dass die positiven Veränderungen sogar dann bleiben, wenn wieder Gewicht zugenommen wird.
  • Die Wissenschaftler vermuten, dass dies an einer Veränderung der Genaktivität liegt.
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Nach einer operativen Magenverkleinerung ändert sich die Genaktivität im Fettgewebe. Einige der Veränderungen bleiben langfristig erhalten und sorgen vermutlich dafür, dass die positiven Wirkungen der Operation auf den Stoffwechsel bestehen bleiben - selbst wenn das Gewicht wieder steigt. Das berichten schwedische Wissenschaftler im Fachmagazin “Journal of Internal Medicine”.

Stoffwechsel bei übergewichtigen Menschen verändert

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Starkes Übergewicht hat zahlreiche gesundheitliche Folgen, es erhöht etwa das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Eine operative Magenverkleinerung hat nicht nur einen erheblichen Gewichtsverlust zur Folge, sondern kann auch das Risiko für solche Folgeerkrankungen senken. Für Diabetes Typ 2 sei etwa bekannt, dass die Operation die Zuckerkrankheit im besten Fall heilen kann und auch bei neuerlicher Gewichtszunahme vor einem erneuten Ausbruch schützen kann, schreiben die Wissenschaftler um Alastair Kerr vom Karolinska Institut in Stockholm (Schweden).

Der positive Effekt wird unter anderem auf eine veränderte Hormon-Freisetzung im Darm zurückgeführt. Aber auch das weiße Fettgewebe könne dabei eine wichtige Rolle spielen, vermuteten die Forscher. Bei übergewichtigen Menschen sei der Stoffwechsel im weißen Fett verändert, es zeige Anzeichen einer ständigen leichten Entzündung. Die Forscher prüften die Zusammenhänge nun bei übergewichtigen Frauen, bei denen eine Magenverkleinerung vorgenommen worden war - genauer gesagt eine Roux-en-Y-Operation, auch Magenbypass genannt.

Forscher untersuchten Frauen vor und nach OP

Dabei wird der Magen wenige Zentimeter unterhalb des Mageneingangs abgetrennt und mit dem Dünndarm verbunden. Der verbleibende kleine Restmagen fasst nur wenig Nahrung, es tritt schnell ein Sättigungsgefühl ein. Zudem werden die Verdauungssäfte so umgelenkt, dass sie erst später mit der Nahrung vermischt werden. Deshalb werden insgesamt weniger Nährstoffe aufgenommen.

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Die Forscher entnahmen bei insgesamt 50 Frauen eine kleine Probe des Bauchfettgewebes vor der Operation sowie - wenn möglich - zwei (49 Frauen) und fünf Jahre (38 Frauen) danach. Als Kontrolle untersuchten sie übergewichtige Frauen, die keine OP gemacht hatten. Im Schnitt hatten die Frauen in den ersten beiden Jahren nach dem Eingriff 38 Kilogramm abgenommen, in den darauffolgenden Jahren nahmen sie durchschnittlich 8 Kilogramm wieder zu.

Positive Veränderungen bleiben erhalten

Die Forscher prüften, wie sich über die Zeit die Aktivität der Gene im Fettgewebe veränderte. Die meisten Veränderungen fanden in den ersten beiden Jahren nach der OP statt: Insgesamt zeigten mehr als 5500 Gene eine erhöhte oder erniedrigte Aktivität, darunter waren zahlreiche Gene, die mit der Immunantwort und mit Entzündungsreaktionen in Verbindung stehen.

Ein Teil der positiven Veränderungen blieb auch nach fünf Jahren noch erhalten, und zwar auch dann, wenn die Probandinnen wieder zugenommen hatten. Sie betrafen den Fettstoffwechsel und die Entzündungsregulation. Dies könne möglicherweise die anhaltend positiven Effekte nach einer Magenverkleinerung erklären, etwa den Schutz vor Diabetes.

RND/dpa

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