Symbolträchtiges Gericht: Unesco erklärt Couscous zum Weltkulturerbe

  • Die Unesco hat das traditionsreiche nordafrikanische Gericht Couscous zum Weltkulturerbe ernannt.
  • Bei dem Grieß würden viele nicht kulinarische Aspekte wie Zusammengehörigkeit eine Rolle spielen, heißt es von der Organisation.
  • Auch ein weiteres Lebensmittel wurde auserwählt – und die Finnen dürften ihre Sauna jetzt noch mehr lieben.
Alice Mecke
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Hannover. Das traditionelle nordafrikanische Gericht Couscous zählt künftig zum immateriellen Unesco-Kulturerbe. Nach der gemeinsamen Bewerbung von Algerien, Marokko, Mauretanien und Tunesien wurde das Gericht in die Liste aufgenommen, teilt die Unesco mit. Couscous symbolisiere das Zusammenleben, hieß es in dem Antrag. „Frauen und Männer, Junge und Alte, Sesshafte und Nomaden, Menschen vom Land und aus der Stadt sowie Emigrierte“ – jeder identifiziere sich mit dem traditionsreichen Gericht, erklärten die Antragsteller. Couscous wird aus Grieß oder Hartweizen hergestellt und traditionell mit Gemüse, Fleisch oder Fisch serviert.

Die Unesco gab den Ländern recht. Couscous sei ein symbolträchtiges Gericht, das mit Solidarität, Geselligkeit und Zusammengehörigkeit verbunden wird, erklärt die Organisation. Bei der Zubereitung würden die verschiedensten Methoden und Werkzeuge zum Einsatz kommen. „Auch nicht kulinarische Aspekte wie Rituale oder soziale Praktiken sind bei Zubereitung und Verzehr von Couscous bedeutend“, so die Unesco.

Ebenfalls bedeutend ist, dass es das erste Mal war, dass sich vier Maghreb-Staaten für ein gemeinsames Vorhaben zusammenschließen. Da die vier Staaten eigentlich keine guten Beziehungen zueinander haben, setzen Beobachter in die Initiative Hoffnungen, auch auf eine politische Annäherung.

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Auch die Bedeutung des Granatapfels ab sofort Kulturerbe

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Auch ein weiteres Lebensmittel schaffte es auf die Liste der Unesco: der Granatapfel. Die Kultur und traditionelle Festlichkeiten rund um das Obst zählen nun ebenfalls zum immateriellen Kulturerbe. Aserbaidschan hatte den Antrag gestellt. In der Republik findet jedes Jahr im Herbst das Fest Nar Bayrami statt, bei dem die Bedeutung des Granatapfels im Vordergrund steht. Vor allem die lokale Landwirtschaft und ländliche Gemeinden, die Granatäpfel anbauen und sammeln, sind besonders eng mit der Frucht verbunden.

„Symbolisch wird der Granatapfel mit Fruchtbarkeit und Fülle assoziiert. Lokale Legenden sehen ihn als Zeichen für Liebe und Leidenschaft, in der Religion gilt er auch als Symbol für die Ewigkeit“, würdigte die Unesco den Granatapfel.

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Auch dabei: Uhrmacherkunst, Weihnachtsschmuck und Sauna

Die Schweiz und Frankreich dürfen sich über ihre traditionsreiche Uhrmacherkunst als neues Kulturerbe freuen. In der Begründung der Unesco zur Aufnahme der Uhrmacherkunst des französischen und schweizerischen Jura heißt es, dass das Kunsthandwerk Wissenschaft, Kunst und Technologie verbinde. Die traditionelle Fertigung von Weihnachtsschmuck aus Glasperlen im Riesengebirge in Tschechien wurde außerdem zum immateriellen Kulturerbe gewählt.

Und die Finnen wurden mit ihrer Saunakultur in die Unesco-Erben-Liste aufgenommen. In Saunen reinigten die Menschen nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist, heißt es als Begründung der Unesco. „Die Sauna, wo sich Menschen mit ihrer Kleidung dem vielleicht sichtbarsten Zeichen ihrer sozialen Herkunft entledigen, dient aber auch dem Zusammenhalt der finnischen Gesellschaft.“ Für die Aufnahme in das Verzeichnis musste Finnland sich verpflichten, für den Fortbestand der Originalsaunatradition zu sorgen und seine Bedeutung für das Brauchtum, das Wohlbefinden und die Demokratie hervorzuheben.

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