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Turbo-Saison 2019: Pilze wachsen diesen Herbst besonders üppig

  • In diesem Herbst sprießen die Waldpilze nur so aus den Böden.
  • Förster sprechen von nie da gewesenen Mengen und Sammler freuen sich über ihre Ausbeute.
  • Doch Experten warnen, sich beim Sammeln nicht ausschließlich auf Apps zu verlassen.
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Frankfurt. Kinder, die kapitale Steinpilze in die Höhe halten, volle Sammelkörbe, begeisterte Kommentare: In sozialen Medien präsentieren in diesem Herbst so viele glückliche Pilzsammler ihre Schätze wie selten. Seit Ende September seien aus nahezu allen Teilen Deutschlands gute bis hervorragende Pilzvorkommen gemeldet worden, sagte Peter Karasch, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie in Frankfurt. "Viele Speisepilzsammler sprechen von Rekordernten, aber auch die Pilzfotografen sind dieses Jahr von vielen sonst seltener gefundenen Arten schlichtweg begeistert."

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Pilze konnten ideal wachsen

In Süddeutschland und im Bayerischen Wald gab es Karasch zufolge seit Anfang August hervorragende Wuchsbedingungen für Pilze, während es schon nördlich von München lange Zeit sehr trocken und pilzfrei war. "Wenn es nach solch einer längeren Trockenperiode gute Niederschläge gibt, kommen sehr viele Pilzarten binnen weniger Wochen in großen Mengen aus der Erde - wie in diesem Jahr."

Auch bei den Führungen von Pilzberater Georg Dünzl aus München waren Sammler in diesem Herbst sehr erfolgreich. Dünzl von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG) steht jeden Tag im Wald und konnte feststellen: Während vergangenes Jahr eine Steinpilzschwemme herrschte, wachsen heuer verschiedene Sorten in die Breite. Darunter auch giftige Pilze, wie zum Beispiel der Grüne Knollenblätterpilz.

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Nicht auf Apps verlassen

Der Experte warnt jedoch vor Handy-Apps zur Pilzbestimmung: „Um Gottes Willen nicht auf solche Apps verlassen – das ist wie Russisch Roulette.“ Manche Pilze seien so komplex und daher schwer zu bestimmen, so dass sich selbst Experten schwertun. „Es bringt nichts, wenn die App in 99 Fällen den richtigen Pilz erkennt und beim 100. Mal ist ein giftiger dabei.“

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"Riesengroße" Anzahl Pilze

Wo welche Pilzarten auftauchen, sei regional sehr unterschiedlich, erklärte Volker Westermann, Pilzexperte von Landesforsten Rheinland-Pfalz. In der Rheinebene etwa seien die Maronen-Röhrlinge in "riesengroßer Zahl" vorhanden. Viele Kollegen berichteten außerdem von Unmengen an Steinpilzen im Land. "Ältere Förster sagen mir: "Das hab' ich noch nie gesehen"."

84 Kilo Pilze: Polizei muss eingreifen

Das große Angebot lockt auch kommerzielle Sammler: In Sembach in Rheinland-Pfalz fand die Polizei drei Männer mit 84 Kilogramm Pilzen im Kofferraum eines Wagens. Im Hunsrück wurde ein Sammler mit 19 Kilogramm - zumeist Steinpilzen - ertappt. Das gewerbsmäßige Sammeln von Pilzen ist nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt: Pilze dürfen - wie auch Beeren, Zweige, Blumen und Kräuter - laut Gesetz nur "bis zur Menge eines Handstraußes" aus dem Wald genommen werden.

Wie lange die Pilzsaison noch dauert, sei nicht eindeutig zu bestimmen, sagte Westermann. "Solange es ausreichend feucht ist, die Nächte nicht zu kalt sind und kein Frost kommt, wird das sicherlich auf einem ordentlichem Niveau weitergehen."

RND/dpa

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