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Waldbrände um Tschernobyl: Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Flammen

  • Die Europäische Weltraumorganisation hat Satellitenbilder der Waldbrände um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl veröffentlicht.
  • Sie zeigen die Ausbreitung der Rauchschwaden und die Brandfläche.
  • Die Satellitenbilder sollen Behörden helfen, weitere Notfallmaßnahmen abzuwägen.
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Tschernobyl. Noch immer sind die Waldbrände um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine nicht unter Kontrolle. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist auch aus dem Weltall erkennbar: Die Satellitenmission Copernicus Sentinel-2 der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) hat nun die Brände und den Rauch abgebildet und kartiert – zu sehen in einem GIF auf der Internetseite der Behörde:

Das GIF, das die Europäische Weltraumorganisation mithilfe von Bildern des Copernicus-Satelliten zusammengestellt hat, zeigt, welches Ausmaß die Waldbrände haben. © Quelle: ESA

Größe der Brandfläche noch nicht schätzbar

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Die Animation nutzt Bilder vom 7. und 12. April 2020. Der durch die Waldbrände entstehende Rauch, der sogar die rund 70 Kilometer entfernte ukrainische Hauptstadt Kiew eingehüllt hat, ist in der zweiten Abbildung besonders zu erkennen.

Das dritte Bild zeigt die Größe der verbrannten Fläche, die auf mehr als 10.000 Hektar geschätzt wird. Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs IPPNW und die Umweltorganisation Greenpeace beziffern die Brandfläche wiederum auf rund 46.000 Hektar.

Ist eine Brandstiftung Ursache des Feuers?

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Insgesamt löschten am Montag rund 1400 Feuerwehrleute die Brandherde in der Sperrzone, wie der Katastrophenschutzdienst mitteilte. Am Wochenende war von mehr als 700 Einsatzkräften die Rede gewesen. Auch Löschhubschrauber helfen bei den Arbeiten. Nach mehr als zwei Wochen andauernder Feuer gab es am Montag noch mindestens sechs Schwelbrände in der Region.

In den Vorjahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Sperrzone. Als Ursache wird oft Brandstiftung vermutet.

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Satellitenbilder sind Teil eines Notfallmanagement-Programms

Weil sich die Brände um das havarierte Atomkraftwerk immer weiter ausbreiteten, forderte das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen am Dienstag, 14. April, die Aktivierung des Copernicus Emergency Mapping Services. Dadurch sollten detaillierte Informationen zum Feuer eingeholt werden.

Der Copernicus Emergency Mapping Service liefert mithilfe von Satellitendaten Informationen für Notfallmaßnahmen bei verschiedenen Arten von Katastrophen. So können Behörden die Auswirkungen eines Katastrophenfalles richtig einschätzen und darauf reagieren. Auch die jetzt veröffentlichten Bilder der Esa sollen dabei helfen, das Ausmaß der Waldbrände zu bewerten.

Laura Beigel mit dpa




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