Tierische Studie: Hundehalter leben länger

  • Eine schwedische Studie belegt: Hunde wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus.
  • Sie reduzieren die Hauptrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bewegungsmangel und soziale Isolation.
  • Das Kümmern um einen Hund verringert Stress und senkt sogar die Anfälligkeit für Depressionen.
Michèle Förster
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Hundebesitzer leben länger und erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das fanden Wissenschaftler der Universität Uppsala in Schweden heraus. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren analysierte das Forscherteam die Gesundheitsdaten von 3,4 Millionen Schweden im Alter von 40 bis 80 Jahren. Diese glichen sie mit der nationalen Liste von Hundebesitzern ab, denn in Schweden gibt es seit 2001 eine Registrierungspflicht.

Bei der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie zeigte sich, dass der Einfluss auf die Gruppe der Singles besonders groß ist. Bei Einpersonenhaushalten, in denen ein Hund lebte, war das Sterberisiko etwa ein Drittel geringer. Da sind die Forscher wohl sprichwörtlich „auf den Hund gekommen“.

Hunde fördern soziale Kontakte

Wer einen Hund hat, kommt – gezwungenermaßen – häufiger an die frische Luft und trifft bei Spaziergängen auch auf andere Hundehalter. Auf diesem Weg fördern die Vierbeiner nicht nur unsere körperliche Fitness, sondern helfen auch bei der Kommunikation. Denn tatsächlich gehören Bewegungsmangel und soziale Isolation zu den Hauptrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Wir wissen, dass Hundebesitzer im Allgemeinen ein höheres Maß an körperlicher Aktivität aufweisen, was eine Erklärung für die beobachteten Ergebnisse sein könnte. Weitere Erklärungen sind ein gesteigertes Wohlbefinden und soziale Kontakte“, erklärt Tove Fall, die leitende Autorin der Studie.

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Besonders Singles profitieren von Hunden

Abgesehen davon, dass Hundebesitzer durch die gesteigerte Bewegung seltener an Bluthochdruck und Diabetes leiden, ist es vor allem die soziale Komponente, von der sie profitieren. Denn die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen verringert Stress und senkt sogar die Anfälligkeit für Depressionen.

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Das vermutet auch die an der Studie beteiligte Doktorandin Mwenya Mubanga: „Ein sehr interessanter Befund in unserer Studie war, dass der Besitz von Hunden als Schutzfaktor bei allein lebenden Personen besonders wichtig war. Diese Gruppe war Berichten zufolge einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfälle ausgesetzt als Personen, die in einem Mehrpersonenhaushalt leben. Vielleicht ist ein Hund wie ein wichtiges Familienmitglied.“

Auf die Rasse kommt es an

Um einen positiven Effekt auf die Gesundheit zu generieren, komme es aber auch darauf an, ob man Besitzer eines schnittigen Windhunds oder einer adipösen Bulldogge ist. Denn Rassen, die für die Jagd gezüchtet wurden (wie Terrier, Retriever oder Dackel), erzielten bessere Ergebnisse bei der Gesundheit ihrer Besitzer als Rassen, die in ihrer Haltung weniger anspruchsvoll sind.

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