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Tierische Komplizen: Wie Albatrosse bei der Bekämpfung illegaler Fischerei helfen

  • Französische Wissenschaftler haben 169 Albatrosse mit Messgeräten und Satellitensendern ausgestattet.
  • Die Seevögel sollen dabei helfen, Fälle von illegaler Fischerei im Indischen Ozean aufzudecken.
  • Mit den tierischen Helfern könnte illegale Fischerei dort aufgespürt werden, wo sonst keine Überwachung möglich ist.
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Villiers en Bois. Albatrosse können dabei helfen, Fälle von illegaler Fischerei aufzudecken. In einem großangelegten Test im Indischen Ozean statteten Wissenschaftler 169 der großen Seevögel mit Messgeräten und Satellitensendern aus. Sie konnten zahlreiche Schiffe ausfindig machen, deren Fahrten nicht bei Behörden angemeldet waren und die womöglich illegal fischten. Die Studie ist im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) erschienen.

Tierische Helfer: Albatrosse werden mit GPS-Sendern ausgestattet

"Große Albatrosse decken große Gebiete der Meeresoberfläche ab 22 Millionen Quadratkilometern mit 50 ausgerüsteten Individuen – und fühlen sich von Fischereifahrzeugen angezogen, die sie aus einer Entfernung von bis zu 30 Kilometern entdecken können", schreiben die Forscher um Henri Weimerskirch vom französischen Forschungszentrum CNRS an der Université de la Rochelle in Villiers en Bois (Frankreich). Sie machen sich diese Eigenschaften der Vögel zunutze, um illegale Fischerei auch dort aufzuspüren, wo eine Überwachung kaum oder nur mit erheblichem Aufwand möglich ist.

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Die Wissenschaftler befestigten eine teilweise neu entwickelte Messeinheit an den Albatrossen. Neben dem Positionsbestimmungssystem GPS enthält sie einen Detektor für Radarwellen. Das Radar benötigen die Schiffe zum Navigieren, auch wenn sie ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) nicht eingeschaltet haben, um einer Ortung zu entgehen. Die Übermittlung der Orts- und Radar-Daten von den Albatrossen innerhalb weniger Sekunden an einen Satelliten macht eine Online-Darstellung der Messdaten nahezu in Echtzeit möglich.

Technologie könnte auch für Naturschutz eingesetzt werden

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Die Forscher stellten während ihres Feldversuchs von November 2018 bis Mai 2019 fest, dass in internationalen Gewässern 36,9 Prozent der Schiffe ohne AIS unterwegs waren. In den ausschließlichen Wirtschaftszonen (bis zu einer Entfernung von 200 Seemeilen vom Land entfernt) waren es im Durchschnitt weniger Schiffe. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen verschiedenen Inselgruppen. Während nahe den Inselgruppen Crozet und Kerguelen weniger als 15 Prozent der Schiffe ohne AIS unterwegs waren, waren es bei den Prinz-Edward-Inseln alle 31 Schiffe, deren Radarwellen dort aufgefangen wurden.

Tests dienen auch späteren Schutzmaßnahmen

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Die Forscher untersuchten auch, wie gut sich zwei verschiedene Albatrossarten und verschiedene Altersgruppen für die Seeüberwachung eignen. So flogen 21,1 Prozent der Wanderalbatrosse (Diomedea exulans) direkt an Schiffe heran, während es bei den Amsterdam-Albatrossen (Diomedea amsterdamensis) nur 8,5 Prozent waren. Erwachsene Vögel näherten sich deutlich häufiger Fischereischiffen als unreife Tiere oder Jungtiere. Jüngere Albatrosse waren dafür mehr in internationalen Gewässern unterwegs als brütende Erwachsene.

Die Forscher bezeichnen ihr Konzept als "ein gutes Beispiel dafür, wie die Entwicklung von Technologien den operativen Naturschutz ermöglicht". Die Methode könne auch bei anderen Tierarten wie Meeresschildkröten oder Haien eingesetzt werden, um herauszufinden, wo sie häufig zu Beifang werden. Dann könnten den Forschern zufolge entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden.

RND/dpa

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