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Tattoo weglasern: Mit welchen Risiken, Kosten und Schmerzen man rechnen muss

Tattoos halten das ganze Leben. Wer sich an seinem Motiv satt gesehen hat und es entfernen lassen möchte, landet bei Ärzten wie Dr. Klaus Hoffmann. Er ist Hautarzt und Profi für Tattooentfernung. Im Interview erklärt er die Risiken des Laserns.

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Ein Tattoo hat man für immer – denselben Geschmack aber vielleicht nicht. Wer nicht mehr mit seinem Motiv zufrieden ist und es loswerden will, landet bei Menschen wie Dr. Klaus Hoffmann. Der Hautarzt arbeitet in der Universitätshautklinik Bochum im Bereich der Tattooentfernung. Im Interview erklärt der Dermatologe, welche Risiken das Entfernen von Tattoos mittels Laser für den Patienten hat, wie die Technik funktioniert und dass es auch für den behandelnden Arzt Schwierigkeiten bei dieser Methode gibt.

Herr Hoffmann, was sind die Hauptgründe von Menschen, sich Tätowierungen entfernen zu lassen?

Viele lassen ein Tattoo entfernen, weil sie sich beruflich verändern, sich am Tattoo satt gesehen haben oder aber, weil das Tattoo schlecht ausgeführt wurde. Es gibt aber Menschen, die ihr vorhandenes Tattoo verändern wollen und ein anderes Tattoo über das zuvor bestandene hinweg tätowieren lassen wollen. Man spricht in diesem Fall von einem sogenannten Cover-Up.

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Lassen sich von Ihnen auch Menschen behandeln, die allergisch auf ein Tattoo reagieren?

Sollte ein Tattoo vom Körper abgestoßen werden, was bisweilen auch vorkommt, hilft in aller Regel nicht der Laser, sondern man wird es herausschneiden müssen. Dies gilt insbesondere für die Farbe Rot.

Welche Risiken müssen Patienten durch die Entfernung in Kauf nehmen?

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Die Risiken sind bei einer Tattooentfernung immer, dass es nicht vollständig entfernt wird. Es kann sogar zu Farbumschlägen oder ähnlichem kommen. Da der Körper verletzt wird, kann es jederzeit auch zu Infekten und in der Folge dann über die Wundheilungsstörung sogar zur Narbenbildung kommen. Wir gehen davon aus, dass von den über 16-Jährigen etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen tätowiert sind. Davon lassen bis zu zehn Prozent pro Jahr ihr Tattoo wieder entfernen. Schaut man auf diese Zahlen, wären, wenn es zu einer gefährlichen Nebenwirkung durch das Tätowiermittel selber kommen würde, bereits epidemiologische Auffälligkeiten beobachtet worden. Dies ist aber bislang nicht der Fall, so dass auch das Entfernen offensichtlich nicht krank macht.

Was sind die Schwierigkeiten bei der Entfernung per Laser für den Arzt?

Die Schwierigkeiten bei der Entfernung sind immer dadurch gegeben, dass man fast nie genau weiß, welche Tätowiermittel in das entsprechende Areal gegeben wurden. Zudem weiß man nicht, wie viel implantiert wurde und wie der Organismus darauf reagiert. Man behandelt also immer etwas im Blindflug. Wir haben es uns daher zur Gewohnheit gemacht, immer Probelaserungen durchzuführen, bevor wir uns an größere Areale wagen. Niemand kann darüber hinaus garantieren, dass ein Tattoo immer und vollständig entfernt werden kann.

Wie viele Sitzungen über welchen Zeitraum müssen durchgeführt werden, um ein etwa handtellergroßes, mehrfarbiges Tattoo zu entfernen?

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Wir wissen fast nie, wie tief und was genau als Tattoomittel verwendet wurde und man weiß auch nicht, wie der jeweilige Organismus auf das Zerschießen des Pigmentes reagiert. Es gibt ganz große Varianzen, die man erst dann abschätzen kann, wenn man eine Probelaserung gemacht hat. In aller Regel sind farbige Tattoos etwas schwieriger zu entfernen als einfarbige Tattoos. Cover-Ups benötigen mehr Sitzungen als eine einfache durchgeführte Tätowierung. Je mehr Farbe eingebracht wurde, umso schwieriger ist es zu entfernen.

Wie teuer ist so eine Entfernung?

Je nach Größe werden zwischen 100 und 300 Euro pro Sitzung fällig.

Ab 31. Dezember 2020 ist es nur noch Medizinern gesetzlich erlaubt, Tätowierungen per Laser zu entfernen. Was halten Sie davon?

Es war sinnvoll, dass die Bundesregierung per Verordnung beschlossen hat, dass ausschließlich approbierte Ärzte Tattooentfernungen betreiben dürfen. Die Vorteile für den Patienten sind eindeutig dadurch gegeben, dass Ärzte aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Anbindung an die Ärztekammern dazu verpflichtet sind, Leistungen nach Facharztstandard zu erbringen. Dies gilt für die Aufklärung, Behandlung sowie für die Vor- und Nachsorge. Ein Arzt ist viel besser in der Lage als ein Laie, Nebenwirkungen, die immer geschehen können, abzufangen. Ärzte können darüber hinaus auch beurteilen, ob überhaupt gelasert werden darf.


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