Studie: Klimawandel erstmals täglich im Wetter nachweisbar

  • Schweizer Wissenschaftler haben im Wetter Signale der menschengemachten Erderwärmung ausgemacht.
  • Der Trend zur Erderwärmung zeigt sich laut der Studie jeden Tag seit dem Frühjahr 2012 in globalen Wetterdaten.
  • Der Fingerabdruck des menschengemachten Klimawandels zeigt sich sogar seit 1999, wenn man Wetterdaten aus dem ganzen Jahr berücksichtigt.
Ben Kendal
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Zürich. Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben erstmals die weltweite Erderwärmung in täglichen Wetterdaten ausgemacht. Mittels statistischer Methoden analysierten die Forscher die globalen Wetterdaten und Klimamodelle neu, berichten sie im Fachblatt „Natur Climate Change.“

Menschengemachter Klimawandel zeigt sich täglich seit 2012

In der Studie gelang es den Forschern, den Fingerabdruck des menschengemachten Klimawandels mit der sogenannten Attributionsforschung nachzuweisen: Sie berechneten die Wahrscheinlichkeit für die jeweilige Tagestemperatur und simulierten am Computer, wie oft es konkret diese Wetterlage zu vorindustrieller Zeit gegeben hatte. Anschließend verglichen sie die Häufigkeit mit heute.

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Das Ergebnis: Der Trend zur Erderwärmung zeigte sich jeden Tag seit dem Frühjahr 2012 in globalen Wetterdaten. Der Fingerabdruck des menschengemachten Klimawandels zeigte sich sogar schon seit 1999, wenn man Wetterdaten aus dem ganzen Jahr berücksichtigt.

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Einen Haken hat die Studie aber: Klimamodelle sind immer mit Unsicherheiten verbunden. Außerdem hängen sie davon ab, ob und inwiefern Faktoren wie Emissionen überhaupt einbezogen werden. Dennoch: Die Abweichungen im Wetter zeigten sich in der Studie auch dann, wenn der langfristig zu erwartende weitere Temperaturanstieg nicht mit einberechnet wurde.


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