Studie zeigt, wie Spinnenphobien per App bekämpft werden können

  • Forschende der Universität Basel haben untersucht, wie eine Spinnenphobie mithilfe des Smartphones gelindert werden kann.
  • Die Hälfte der Probandinnen und Probanden testete zwei Wochen lang eine App, die sie mit ihrer Angst konfrontierte.
  • Anschließend konnten die Nutzerinnen und Nutzer einer echten Spinne besser begegnen als die Gruppe ohne App.
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Basel. Angst vor Spinnen macht vielen Leuten das Leben schwer - nun könnte das Handy Abhilfe schaffen. Forschende der Universität Basel haben eine Smartphone-App entwickelt, die Betroffenen spielerisch die Angst vor den Krabbeltieren nehmen kann. Nach zweiwöchigem Einsatz der App konnten sich Menschen mit Spinnenangst oder -ekel einer echten Spinne im Glaskasten besser nähern als Betroffene, die die App nicht genutzt hatten, wie das Team aus Basel in der Fachzeitschrift „Journal of Anxiety Disorders“ berichtet.

App „Phobys“ soll bei leichter Spinnenangst helfen

Phobien aller Art betreffen zwischen drei und 15 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens, heißt es in der Studie. Ausgeprägte Spinnenangst wird Arachnophobie genannt. Menschen, die davon betroffen sind, müssen sich in ihrem Alltag zum Teil sehr einschränken: Einige meiden es etwa, sich im Freien aufzuhalten, andere suchen jeden Raum akribisch nach den Krabbeltieren ab oder gehen niemals in Keller und auf Dachböden. Viele Leute suchten sich aus Scham keine professionelle Hilfe, heißt es in der Studie. Die Smartphone-App „Phobys“ sei bei leichten Formen der Spinnenangst im Alleingang diskret zu Hause anzuwenden.

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Die App zeigt eine virtuelle Spinne auf einer Hand. Die digitale Konfrontation mit dem Tier soll die Phobie lindern können. © Quelle: Universität Basel/dpa

Die Spinne auf der Hand - aber nur digital

Die App zeigt virtuelle Spinnen. Sie können erst aus der Ferne, dann von Näherem betrachtet werden, schließlich bewegen sie sich. Wenn man die Handykamera auf die eigene Hand richtet, lässt sich mit der App eine sehr echt aussehende digitale Spinne auf den Handrücken setzen. „Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist es leichter, sich einer virtuellen Spinne auszusetzen als einer echten“, sagte eine der Autorinnen, Anja Zimmer. Die Entwicklerinnen und Entwickler haben die App wie ein Handyspiel aufgebaut. Über mehrere Stufen werden die Übungen immer schwieriger. Am Ende krabbeln viele virtuelle Spinnen herum.

An der Studie waren 66 Menschen mit Spinnenangst beteiligt. Die Hälfte absolvierte über zwei Wochen sechs halbstündige Trainingseinheiten. Detaillierte Befragungen brachten zutage, dass der Einsatz der App die Angst vor Spinnen deutlich reduziert hatte.

RND/dpa

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