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  • Soziale Netzwerke vor 30.000 Jahren: Forscher analysieren Schmuck aus Straußeneiern

Noch ohne Smartphone: Schon vor 30.000 Jahren gab es soziale Netzwerke

  • Heute können wir uns eine Zeit ohne Social Media gar nicht mehr vorstellen.
  • Forscher haben herausgefunden, dass die Menschen schon vor Tausenden von Jahren Kontakte in großer Entfernung pflegten.
  • Dazu wurde Schmuck aus Straußeneiern getauscht, der für besondere Anlässe - etwa für Hochzeiten - bestimmt war.
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Schon vor Zehntausenden von Jahren haben Menschen soziale Netzwerke über Hunderte Kilometer gepflegt. Das schließt ein internationales Forscherteam aus der Analyse von Schmuck aus Straußeneiern, der im Hochland von Lesotho im südlichen Afrika gefunden wurde. Strontiumisotopen-Analysen zeigen, dass die Strauße, von denen die Eier stammen, teilweise mindestens 300 Kilometer entfernt gelebt haben müssen.

Schmuckaustausch deutet Verbindungen an

“Der Austausch von materieller Kultur kennzeichnet alle heutigen Gesellschaften", schreibt das Team um Brian Stewart von der University of Michigan in Ann Arbor in den “Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (”PNAS”). In der Evolution des Menschen bedeute der Austausch symbolischen Schmucks einen besonderen Schritt. Dies festige für Wildbeuter soziale Verbindungen zu anderen Gruppen und minimiere somit Risiken etwa im Fall von Lebensmittelknappheit oder Klimaschwankungen.

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Tauschsystem Hxaro in der Wüste Kalahari

Berühmt ist das gegenseitige Tauschsystem Hxaro, mit dem Bewohner der südafrikanischen Wüste Kalahari ihre sozialen Beziehungen über Entfernungen von mehr als 100 Kilometern pflegen. Schmuck aus Straußeneiern gilt als besondere Gabe, die etwa für Initiationsriten von Mädchen oder für Hochzeiten genutzt wird. Der älteste Schmuck aus Straußeneiern ist nach derzeitigem Kenntnisstand 40.000 bis 50.000 Jahre alt.

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Die Forscher analysierten Ringe aus Straußeneiern, die bis zu 33.000 Jahre alt sind und in etwa 1800 Metern Höhe unter zwei Felsüberhängen in den Maloti-Drakensbergen im Hochland von Lesotho entdeckt wurden. Da Strauße in dieser bergigen Region weder heute noch damals lebten, gehen die Forscher davon aus, dass der Schmuck importiert wurde.

Funde werden auf Strontium untersucht

Um seine Herkunft zu ermitteln, untersuchten sie insgesamt 27 Fundstücke auf das Verhältnisse der Strontiumisotope Sr87 zu Sr86. Strontium 87 entsteht beim Zerfall von Rubidium 87 (Rb) und kommt vermehrt in älterem Gestein vor. Gerade das Hochland von Lesotho besteht jedoch aus relativ jungem, vulkanischem Basaltgestein, das von älteren Gesteinsschichten umgeben ist. Pflanzen in einer Region nehmen die Isotope aus dem Boden auf, Tiere verleiben sie sich dann beim Fressen der Pflanzen ein.

Forscher: Schmuck legte einen weiten Weg zurück

Die Isotopenanalyse ergab, dass der Großteil der Funde aus mindestens 110 Kilometern Entfernung stammen musste. Drei davon kommen demnach aus einer Distanz zwischen 326 Kilometern und 1000 Kilometern. Zu ihnen zählt das älteste, 33.000 Jahre alte Objekt, das einen der höchsten Strontiumisotopen-Werte aufwies. “Der Schmuck kam durchweg aus größerer Entfernung”, wird Stewart in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. “Der älteste Schmuck unserer Proben hatte den dritthöchsten Wert und zählt also zu den exotischsten.”

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Die Vernetzung mit anderen Gruppen über solche Distanzen ermögliche Jägern und Sammlern Zugang zu anderen Naturräumen. Dies sei insbesondere für Bewohner der trockenen Binnenregionen des südlichen Kontinents wichtig - vor allem in Zeiten klimatischer Veränderungen.

RND/dpa

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