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Sicherheit am Arbeitsplatz: Deutschlands Start-ups vernachlässigen Arbeitsschutz

  • Arbeitsschutz wird in Deutschland groß geschrieben.
  • Im Start-up-Bereich werden die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes jedoch mitunter vernachlässigt.
  • Das wiederum kann schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen.
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Hannover. Gefährdungsbeurteilung, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Sicherheitsbeauftragte: All diese Begriffe aus dem Arbeitsschutz sind für Unternehmen in Deutschland selbstverständlich und verpflichtend einzuhalten. Ein wichtiges Thema, doch scheinen sich Existenzgründer nicht immer daran zu halten. Mitarbeiter von Start-Ups ziehen häufig den Kürzeren in Sachen Arbeitsschutz.

Deutschland ist Start-up-Land

Der Start-up-Trend in Deutschland hält sich wacker seit einigen Jahren. Zur Freude der deutschen Wirtschaft, denn Existenzgründungen bedeuten neue Jobs und tragen in der Regel zur digitalen Transformation bei.

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Auch Investoren freuen sich über den Wachstum der Start-up-Szene. Schließlich profitieren die Geldgeber von Unternehmensanteilen der meist innovativen Geschäftsmodelle.

Auch die Mitarbeiter freuen sich. Abwechslungsreiche Tätigkeiten und Teil eines dynamischen Teams zu sein, reicht offenbar aus, um den Job attraktiv erscheinen zu lassen. So weit, so gut.

Arbeitsschutz: Aber nicht mit Start-ups?

Laut arbeitssicherheit.de scheint das Thema Arbeitsschutz in der Start-up-Szene hingegen weniger angesagt. Und das, obwohl laut Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) auch Gründer die Vorgaben für Arbeits- und Gesundheitsschutz einhalten müssen.

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So müssen eigentlich alle Betriebe die Kontaktaufnahme zu einem Betriebsarzt, sowie einer Fachkraft für Arbeitssicherheit ermöglichen, sobald ein Mitarbeiter eingestellt wird. Die genauen Regelungen zum Thema Betriebsarzt finden Sie in diesem PDF-Dokument.

Laut DGUV müssen Unternehmen bereits ab zwei Mitarbeitern einen Ersthelfer ausbilden lassen oder benennen. Laut arbeitssicherheit.de komme es aber immer wieder vor, dass bei Start-ups keine dieser Vorgaben eingehalten wird, obwohl mehr als zwei Mitarbeiter im Betrieb tätig sind.

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Start-ups: Mangel an Gefährdungsbeurteilung?

Die Gefährdungsbeurteilung stellt in Deutschland eine wichtige Säule im Arbeitsschutz dar. Laut des Arbeitsschutzgesetzes sind Unternehmen erst bei über zehn Mitarbeitern verpflichtet, die Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen.

Doch auch Klein- und Mittelständische Unternehmen, sowie Start-ups würden von einer Gefährdungsbeurteilung profitieren. Schließlich lassen sich konkrete Maßnahmen für die Sicherheit im Betrieb ableiten. Doch an einer Gefährdungsbeurteilung mangelt es den Start-ups häufig.

Dabei sind genau diese Maßnahmen bei Start-ups häufig unklar. Verantwortlichkeiten, Maßnahmen bezüglich Erste Hilfe oder Verhaltensregeln in Notfällen - Sicherheitsunterweisungen gehen im betrieblichen Alltag von Start-ups häufig unter.

Was passiert bei Vernachlässigung des Arbeitsschutzes?

Generell wird das Thema Arbeitsschutz in Deutschland sehr groß geschrieben. Mit welchen Konsequenzen haben Start-ups also zu rechnen, wenn Sie die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes nicht beachten?

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Aufsichtsbehörden oder Berufsgenossenschaften überprüfen Unternehmen auf die Einhaltung des Arbeitsschutzes. Kommt ein Arbeitgeber diesen nicht nach, drohen Bußgelder. Diese können insbesondere für Start-ups in der frühen Gründungsphase das Aus bedeuten.

Weit mehr fatale Folgen entstehen, wenn es zu Arbeitsunfällen kommt. Nicht nur, dass man die Schuld an den gesundheitlichen Schäden seiner Mitarbeiter trägt - eine Vernachlässigung der Verantwortungspflicht sieht auch schlecht vor der Öffentlichkeit aus.

Was mit kostensparenden Einschränkungen im Bereich Arbeitsschutz beginnt, könnte eine Lawine von schlechter PR auslösen und mit dem Scheitern des Start-ups noch während der Gründung enden.

Hinzu kommt, dass die geschädigten Mitarbeiter mit rechtlichen Konsequenzen drohen können und mit großer Wahrscheinlichkeit vor Gericht Recht bekommen würden.

Ob Unfall eines Mitarbeiters oder Bußgeldforderung der Aufsichtsbehörde - rufschädigend ist so ein Vorfall allemal. Und vor allem für Start-ups in der frühen Gründungsphase ist ein positives Image essenziell für die Suche potenzieller Investoren.

Von RND/tr