Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Tipps von der Verbraucherzentrale

Schuldnerberatungen: Wie sich seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden lassen

Das Geld wird knapp: Nach finanziell guten Jahren steigt die Verschuldung des Kreises Segeberg in den kommenden Jahren massiv an.

Immer mehr Menschen suchen Rat, um aus der Schuldenfalle zu kommen – oder gar nicht erst hineinzugeraten.

Hannover. Die Corona-Pandemie hat deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Viele Beschäftigte leiden unter Einkommenseinbußen und gleichzeitig steigen die Energie- und Lebensmittelpreise. „Vor allem Menschen, die Sozialleistungen beziehen beziehungsweise die sehr wenig verdienen, machen sich große Sorgen“, sagt Christoph Zerhusen von der Gruppe Kredit und Entschuldung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Die Schulden drohen ihnen über den Kopf zu wachsen. Mitunter haben sie sogar schon den Überblick verloren.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch wie erkennt man eine seriöse Schuldnerberatung? „Alle amtlich anerkannten Schuldnerberatungen sind in der Regel auch seriös“, sagt Zerhusen. „Dazu zählen alle Beratungen der kommunalen Stellen, der Verbraucherzentralen sowie der Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder Diakonie. Darüber hinaus gibt es für den Verbraucherschützer weitere Kriterien.

Entstehende Kosten

Amtlich anerkannte Schuldnerberatungen sind in den meisten Fällen kostenfrei“, erklärt Zerhusen. „Es gibt allerdings Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die Hilfe anbieten.“ Hier sollte man unbedingt vorher nachfragen, was das kosten würde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Vorsicht: „Es gibt auch Beraterinnen und Berater, die lediglich die Daten der Hilfesuchenden aufnehmen und die Unterlagen dann an einen Anwalt weiterreichen, weiß Zerhusen. Hintergrund: „Rechtliche Auskünfte kann nur jemand geben, der eine Rechtsdienstleistungsbefugnis hat.“ Doch so würden häufig doppelte Kosten entstehen.

Persönliche Beratung

„In der Regel ist die Belastung der Betroffenen sehr hoch, die Situation emotional angespannt“, erklärt Zerhusen. „Eine seriöse Schuldnerberatung setzt dementsprechend ein Vertrauensverhältnis voraus.“ Soll eine Schuldner- und Verbraucherinsolvenz also allein über das Internet oder das Telefon abgewickelt werden, sollte man Abstand nehmen.

Zudem gilt: „Wer einen Insolvenzantrag stellen will, für den ist eine vorausgegangene persönliche Beratung zwingend notwendig.“ Das hätten bereits einige Amtsgerichte entschieden (AG Potsdam, 19. 2. 2015, Az. 35 IK 1239/14; AG Düsseldorf, 3.2.2015, Az. 513 IK 233/14).

Vertragsabschluss

„Bei einer seriösen Schuldnerberatung werden Termine in deren Geschäftsräumen vereinbart – keine Hausbesuche“, sagt Zerhusen. Außerdem wird nicht zur Vertragsunterschrift gedrängt, sondern mit Bedenkzeit ausführlich informiert.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wichtig: „Man sollte unbedingt darauf achten, dass sich die vertraglich vereinbarten Leistungen nicht nur auf reine Verwaltungstätigkeiten beschränken – zum Beispiel auf das Auflisten von Gläubigern und Forderungen. Die Rechtsberatung sowie -vertretung sollten wesentliche Bestandteile sein.“

Gleich noch einen Kredit?

Wenn die Schuldnerberatung mit anderen Leistungen verknüpft werden soll, sollte man misstrauisch werden“, rät der Verbraucherschützer. „Viele unseriöse Anbieter locken überschuldete Kundinnen und Kunden zunächst mit einem Kreditvertrag, einer sogenannten Finanzsanierung. Doch bei genauer Prüfung entpuppen sich solche Verträge als ungeeignet.“

Vorsichtig sollte man auch sein, wenn versprochen wird, dass nur noch eine Rate an den Schuldenregulierer gezahlt werden muss, der sich dann um alles kümmere. „Häufig werden mit dieser Rate nur die hohen Kosten des Schuldenregulierers bezahlt – die bisherigen Gläubiger jedoch gehen leer aus.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Kurzfristige Hilfe

Ein Tipp zum Schluss: „Je früher eine Schuldnerberatung aufgesucht wird, desto besser.“ Denn der Schuldenberg könne durch Mahngebühren und Sollzinsen schnell wachsen, und wichtige Einspruchsfristen könnten verstreichen.

Zerhusen: „In besonders dringenden Fällen, bei denen beispielsweise der Verlust der Wohnung droht oder eine Konto- beziehungsweise Gehaltspfändung, ist meist kurzfristig Hilfe möglich.“

Mehr aus Wissen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken