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Seismologen: Corona-Maßnahmen sorgen für weniger Erderschütterungen

  • Seismologen verzeichnen seit der Corona-Krise vielerorts weniger Erderschütterungen.
  • Viele Erschütterungen in der Erdkruste werden von Menschen verursacht: beispielsweise durch Autos oder Industrieanlagen.
  • Messstationen können aufgrund des Stillstands nun auch schwächere, natürliche Erderschütterungen wahrnehmen.
Ben Kendal
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Brüssel. Das Coronavirus sorgt weltweit für leere Straße, tote Hose in den Innenstädten und lahmgelegte Industrieanlagen. Einen Stillstand, den auch Seismologen verzeichnen können: Der Seismologe Thomas Lecocq vom Königlich Belgischen Observatorium zeigte in einem Diagramm, wie sich die Ausgangsbeschränkungen in Brüssel auf das Schwingen der Erde auswirkt. Demnach gibt es weniger Erschütterungen in der Erdkruste, die sonst durch Autos, Züge und Industrieanlagen verursacht werden. In Belgien sind beispielsweise Schulen und Läden geschlossen. Auch der Autoverkehr ist deutlich eingeschränkt worden.

Messbarer Stillstand der Erde wegen Corona – ähnlicher Zustand an Feiertagen

Der Stillstand der Erde ist in Corona-Zeiten also nicht nur ein Gefühl, sondern tatsächlich auch messbar. Seismologen in verschiedenen Orten verzeichnen weniger Erschütterungen als üblich. Zwar sind diese Vibrationen recht gering, doch Seismographen können sie jederzeit messen. Beispielsweise sind die Erschütterungen an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern auch deutlich geringer, da weniger Autos auf den Straßen fahren und viele Betriebe geschlossen sind.

Den Unterschied zu der Zeit vor der Corona-Pandemie konnte der englische Seismologe Stephen Hicks von dem Imperial College London in einer britischen Messstation in der Nähe einer Autobahn messen. Ähnliche Effekte verzeichnete auch eine Messstation in Los Angeles, wie die veröffentlichten Diagramme auf Twitter zeigen:

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Gute Nachricht für Seismologen: Weniger von Menschen verursachte Erschütterungen

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Forscher gehen davon aus, dass weltweit noch weitere Seismografen die sinkenden Vibrationen der Erde messen können, wie das Fachmagazin “Nature” berichtet. In vielen Messstationen werden sich die Auswirkungen der Corona-Krise aber nicht bemerkbar machen, da sie sich absichtlich fernab der Zivilisation befinden, um eben keine von Menschen verursachten Erschütterungen zu verzeichnen – und nur die natürlichen Schwingungen der Erde messen zu können.

So sind die Ausgangsbeschränkungen für Seismologen eine gute Nachricht, da sie jetzt auch in vielen weiteren Messstationen schwächere, natürliche Erderschütterungen wahrnehmen können, die nicht von lauten Störgeräuschen überschattet werden.

In Deutschland dürfte der Rückgang der Erderschütterung nicht ganz so deutlich erkennbar sein, meint Stefanie Donner von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR): “In Deutschland lässt sich ein nicht so deutlicher Rauchrückgang in den Daten sehen wie in anderen Ländern, da wir hier keinen vollständigen Lockdown, sondern ‘nur’ eine Kontaktsperre haben”, sagte sie der “Welt”.



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