• Startseite
  • Wissen
  • Schweinepest: MV beschleunigt Zaunbau an Grenze nach Ausbruch in Südbrandenburg

Nach Ausbruch in Südbrandenburg: MV beschleunigt Zaunbau gegen Schweinepest an Grenze

  • Für Schweine ist sie gefährlich, für Menschen nicht – die Afrikanische Schweinepest.
  • Nach ersten Fällen bei Wildschweinen in Südbrandenburg will Mecklenburg-Vorpommern nun seinen Schutzzaun schneller fertigstellen.
  • Bisher ist erst gut ein Viertel fertig.
Anzeige
Anzeige

Linken/Garz. Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Südbrandenburg beschleunigt Mecklenburg-Vorpommern den Bau seines Schutzzaunes an der Grenze zu Polen. Wie ein Sprecher des Schweriner Agrarministeriums der dpa sagte, werden nun auch private Firmen mit dem Bau von Teilabschnitten beauftragt. Bisher hatte die Landesforstanstalt MV allein den Bauauftrag. Damit soll die 62 Kilometer lange “temporäre Barriere” aus Drahtgeflecht und Metallpfählen bis Ende November – einen Monat früher als geplant – fertig sein. Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) hatte den Zaunbau am 13. Juli in Linken (Vorpommern-Greifswald) gestartet. Der Zaun endet im Norden auf der Insel Usedom und im Süden an der Autobahn 11 bei Penkun.

Bau ab Mitte Oktober möglich

Auf Usedom steht der Schutzzaun auf fünf der zehn Kilometer langen Landgrenze. Hier liegen alle Flächen in Landeseigentum. Auf dem Festland wurden bisher zwölf von 52 Kilometern Zaun errichtet, vor allem auf Landesflächen. Jetzt lägen sogenannte Gestattungsverträge von etlichen privaten und kommunalen Waldeigentümern vor, sodass der Bau starten könne. Wo kein Eigentümer ermittelt werden konnte, ermöglichten die rechtlichen Bedingungen einen Zaunbaustart ab Mitte Oktober.

Der Schutzzaun soll rund 1,2 Millionen Euro kosten und etwa fünf Jahre stehen. Damit sollen infizierte Wildschweine daran gehindert werden, die für Menschen ungefährliche Tierseuche aus Polen nach Deutschland einzuschleppen. In Polen war die Seuche schon vor den Fällen in Brandenburg bei Wildschweinen aufgetreten. Der Zaunbau sei mit Bundesinnenministerium, Polen und dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Um ein Einschleppen aus der Uckermark zu verhindern, hatte das Ministerium den Bau eines vollständigen Wildschutzzaunes entlang der Autobahn 11 Berlin-Stettin veranlasst.

Kein Schutz durch Zaun: Schwarzwild kann schwimmen

Unsicherheitsfaktoren bleiben nach Auffassung von Backhaus aber. Schwarzwild könne auch gut schwimmen und die Grenze führt über 20 Kilometer Wasserfläche im Stettiner Haff, wo es keine Barriere geben wird. An offenen Straßenübergängen, wie etwa Hintersee, Rieth, Linken, Garz auf Usedom oder Blankensee, sollen Wildtiere durch Vergrämungsmittel verscheucht werden.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen