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Studie zu Fetteinlagerungen

Führt zu wenig Schlaf zu mehr Bauchfett?

Sleep disorder, insomnia. Young woman lying on the bed awake

Schlechter oder zu wenig Schlaf kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Schon länger ist bekannt, dass Schlafmangel Übergewicht begünstigt. Nun haben Forschende der Mayo-Clinic in Minnesota herausgefunden, dass Menschen, die zu wenig schlafen, nicht nur mehr essen. Sie neigen auch dazu, Fett auf besonders ungünstige Weise einzulagern, nämlich in der Bauchhöhle.

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Schlafmangel sei als Phänomen immer stärker verbreitet, heißt es in einer Mitteilung der Mayo-Clinic. Mehr als ein Drittel der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten bekomme nicht genug Schlaf. Der Grund seien Schichtarbeit und die nächtliche Nutzung von Smartphone, Computer und sozialen Medien. Menschen, die länger wach sind, neigten zudem dazu, mehr zu essen – ohne dass sie gleichzeitig ihre körperliche Aktivität steigern würden.

„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass eine verkürzte Schlafdauer, selbst bei jungen, gesunden und relativ schlanken Personen mit einer erhöhten Kalorienaufnahme, einer leichten Gewichtszunahme und einer signifikanten Zunahme von Fett im Bauchraum einhergeht“, sagt Virend Somers, einer der beteiligten Forschenden, in der Mitteilung der Mayo-Clinic.

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Mehr Fett in der Bauchhöhle

An der Studie hatten zwölf gesunde, normalgewichtige Probandinnen und Probanden teilgenommen. Zwei Wochen lang konnte jeweils die eine Hälfte von ihnen neun Stunden lang schlafen, bei der anderen Hälfte der Gruppe wurde die Schlafzeit auf vier Stunden begrenzt. Drei Monate später wurden die Gruppen vertauscht. Die Teilnehmenden konnten während des Experiments essen, was und so viel sie wollten, dabei wurde ihre Kalorienaufnahme erfasst. Außerdem wurde gemessen, wie viel Energie sie verbrauchten, und in welchem Ausmaß und an welchen Stellen sie Fett eingelagert hatten.

In der Phase, in der die Teilnehmenden des Versuchs nur vier Stunden Schlaf hatten, nahmen sie über 300 Kalorien mehr pro Tag auf, dabei aßen sie 13 Prozent mehr Proteine und 17 Prozent mehr Fett. Ihr Energieverbrauch blieb hingegen gleich. Der Fettanteil in der Körpermitte nahm bei den Probanden und Probandinnen insgesamt um 9 Prozent zu, wobei der Anteil von viszeralem Fett um 11 Prozent zugenommen hatte. Als viszerales Fett wird das Fett bezeichnet, das sich rund um die Organe ablagert. Solche Fetteinlagerungen gelten als besonders gesundheitsschädlich und werden mit einem erhöhten Risiko für Herz- und Stoffwechselkrankheiten in Verbindung gebracht.

Auswirkungen von Schlafmangel im CT erkennbar

Normalerweise lagere sich Fett eher unter der Haut ab, so Somers. Die Studienergebnisse würden daher nahelegen, dass Schlafmangel die Fetteinlagerung in der Bauchhöhle begünstigt habe. In den Tagen, als sich die Probanden und Probandinnen nach dem Schlafentzug ausruhen durften, sei das Fett zudem nicht wieder abgebaut worden. Somers wies auch darauf hin, dass die Fetteinlagerungen nur bei einer CT-Untersuchung erkennbar waren und die Teilnehmenden des Versuchs nur geringfügig an Gewicht zugelegt hatten. Um die gesundheitlichen Auswirkungen von Schlafmangel zu erfassen, reiche es daher nicht aus, nur auf das Körpergewicht zu achten.

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