Richtig Abschminken: Tipps für reine Haut

  • Wer nach einer langen Partynacht nach Hause kommt, würde sich am liebsten sofort hinlegen und tief und fest schlummern.
  • Im Weg steht dann oft das tägliche, lästige Abschminken.
  • Da kommt die Frage auf: „Wie schlimm kann es schon sein, eine Nacht geschminkt zu schlafen?“ Eine Expertin gibt Tipps.
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Hannover. Ausfallende Wimpern, Pickel und Falten: Sich nicht abzuschminken kann viele unschöne Konsequenzen haben. Mascara-Partikel zum Beispiel können Augen reizen. In Verbindung mit Bakterien kann das zu Schwellungen führen. „Es ist wichtig, dass man die Augen reinigt, weil es sonst zu einer Augenentzündung kommen kann“, erklärt Marion Moers-Carpi, die als Hautärztin arbeitet und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen ist. Ein weiterer Nebeneffekt sei, dass die Wimpern durch Mascara brechen können.

Bei Make-Up, das direkt auf der Gesichtshaut aufgetragen wird, um das Hautbild ebenmäßig erscheinen zu lassen, ist der Expertin nach ebenfalls Vorsicht geboten. Im Laufe des Tages würden sich Talg, Schweiß, Hautschuppen und Staub auf der Haut festsetzen. Die Rückstände verstopften die Poren und erschweren der Haut das Atmen. Das Ergebnis: Rötungen, Pickel und Juckreiz.

Dennoch gibt die Expertin Entwarnung: „Wer sich ein Mal nicht abschminkt, dem drohen Folgen dieser Art selbstverständlich nicht sofort. Ein Mal ist kein Mal.“

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Unregelmäßiges Abschminken: Haut altert schneller

„Wer sein Gesicht vor dem Schlafengehen nicht regelmäßig gründlich reinigt, begünstigt einen Pre-Aging-Prozess der Haut“, erklärt Dermatologin Moers-Carpi. Die Haut altere dementsprechend wesentlich schneller, wenn sie zu lange Zeit Schadstoffen ausgesetzt ist. Ein weiteres Problem einer nicht ausreichenden Reinigung: Die Cremes, die zur Pflege verwendet werden, dringen nicht wirklich bis zur Haut durch. „Der Schmutz wirkt wie eine Barriere. Es setzen sich Make-Up-Reste ab und die Poren werden größer und größer“, sagt die Expertin.

Sind Abschminktücher ein No-Go?

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Ob für empfindliche Haut, günstig, teuer oder besonders feucht – Abschminktücher gibt es in allen möglichen Variationen. Sie gelten als entspannte Lösung für die tägliche Abendroutine. „Gerade bei Tüchern ist aber Vorsicht geboten: Es sollte unbedingt mit Wasser nachgespült werden“, erklärt Moers-Carpi. „Sonst bleiben Schmutz, Parabene und andere Konservierungsstoffe über Nacht.“ Die Rückstände trockneten die Haut aus und ließen sie alt aussehen. Außerdem problematisch sei die Reibung bei der Nutzung von Abschminktüchern. „Das gibt oft kleine Wunden, die wiederum zu Irritationen führen“, meint Moers-Carpi. Die Tücher seien oftmals sogar rauer als herkömmliche dünne Tücher oder Watte.

Richtige Abschminkmethode für den eigenen Hauttyp finden

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Um die Haut ideal reinigen zu können, ist es wichtig, die Bedürfnisse des eigenen Hauttyps zu kennen. Trockene und empfindliche Haut beispielsweise leidet oft unter Talgmangel und benötigt daher eine besonders sanfte und nährende Pflege. „Dazu ist Mizellenwasser gut geeignet. Es wirkt wie ein Magnet und zieht den Schmutz und das Make-Up von der Haut“, erklärt die Expertin. Auch eine cremige, mit hydratisierenden Aktivstoffen angereicherte Reinigungsmilch sei empfehlenswert. Das Abschminken mit Seife hingegen könne bei einer sensiblen Haut gefährlich werden und zu Irritationen führen.

Bei fettiger oder Misch-Haut sei eine tiefenwirkende Reinigung ratsam, um sich von dem Fettfilm zu befreien. „Die abgestorbenen Hautzellen könnten sonst Talg bilden, der die Poren verstopft. Generell empfiehlt sich, doppelt gründlich zu waschen“, meint Moers-Carpi. Besonders dafür geeignet: Pflegeprodukte, die klärende Öle enthalten. „Außerdem macht es bei fettiger Haut Sinn, das Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen. Das wirkt anregend und die Poren ziehen sich zusammen.“

Make-Up Schritt für Schritt entfernen

Ein Großteil der Frauen schminkt sich in einem Durchgang ab. Es ist der Expertin nach jedoch empfehlenswert, zuerst das Lippen- und Augen-Make-Up und dann die Foundation zu entfernen. So wird verhindert, dass auf der bereits abgeschminkten Haut Mascara- oder Lippenstiftreste verteilt werden.

Wichtig beim Abschminken: Den Hals nicht auslassen

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Unabhängig davon, ob der Hals mitgeschminkt wird oder nicht, sollte er in jedem Fall in die Abendroutine einbezogen werden. Dazu rät auch Dermatologin Moers-Carpi: „Der Hals wird oft vergessen – dabei kriegt er, gerade bei freizügiger Kleidung im Sommer viel Schmutz ab. Im Winter strapazieren wir die Haut beispielsweise mit Parfüm.“

Abschminken bei Akne: Das sollten Sie beachten

Menschen mit Akne sollten Moers-Carpi zufolge versuchen, auf Produkte, die auf Ölbasis hergestellt wurden, zu verzichten. Denn dann verstopfen die Poren und es kommt zu Unreinheiten. Auch besonders reichhaltige Cremes sind nicht empfehlenswert, weil sie Mitesser begünstigen. Außerdem sollten Beauty-Liebhaber Wert auf eine gründliche Reinigung legen, damit kein Schmutz auf der Haut bleibt – der kann sonst im Zweifelsfall dafür sorgen, dass das Auftragen einer Creme unwirksam wird, weil das Gesicht blockiert ist.

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