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Rätsel um Fossil gelöst: Zähne halfen Fischsauriern bei der Nahrungsaufnahme

  • Vor etwa 250 Millionen Jahren eroberten Fischsaurier ihren Lebensraum, das Meer.
  • Aus Fossilien versuchen Forscher nun abzulesen, wie ihnen das so erfolgreich gelang.
  • Das Skelett zeigt außerdem Ähnlichkeit zu dem der heutigen Robbe.
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Mit kieselförmigen Zähnen knackte einer der ältesten und kleinsten Fischsaurier vermutlich die Gehäuse von Schnecken und die Schalen von Muscheln. Die abgerundeten Zähne sind im hinteren Bereich des Kiefers versteckt, berichten US-Forscher im Fachmagazin “Scientific Reports” nach der computertomografischen Untersuchung des Fossils von Cartorhynchus lenticarpus. Die Wissenschaftler hatten die Kugelzähne zunächst fast übersehen.

Fossilienzähne wurden erst mittels CT sichtbar

Fischsaurier, wissenschaftlich Ichthyosaurier, sind eine Gruppe ausgestorbener mariner Reptilien mit einem fischähnlichen Körperbau. Sie tauchten vor gut 250 Millionen Jahren auf der Erde auf, nicht lange nach dem großen Massenaussterben am Übergang vom Perm zur Trias, bei dem die meisten Tiere an Land und nahezu alle Lebewesen in den Ozeanen starben. Ichthyosaurier entwickelten sich schnell in viele verschiedene Arten und besetzen die nach dem Massenaussterben freigewordenen Nischen im Lebensraum Meer.

Über die treibenden Kräfte der schnellen Ausbreitung ist bislang wenig bekannt. Auch deshalb interessierten sich die Forscher um Jian-Dong Huang vom Anhui Geological Museum (Anhui/China) besonders für die Zähne des Fossils von Cartorhynchus lenticarpus. Denn Zähne verraten etwas über die Ernährung und über andere wichtige ökologische Faktoren der frühen Meeresreptilien.

“Bei der Erstbeschreibung von Cartorhynchus dachten wir, dass er überhaupt keine Zähne habe und seine Beute einsaugt”, erläutert Olivier Rieppel vom Chicago Field Museum (USA). Erst später hätten sie bemerkt, dass einige Zähne weiter hinten in den Kiefern liegen, etwa dort, wo beim Menschen die Backenzähne sind. “In dieser Studie haben wir CT-Aufnahmen des Fossils gemacht, um die Zähne zu sehen, die in seinem Schädel versteckt sind, und haben dabei herausgefunden, dass sie die ungewöhnliche Form kleiner Kieselsteine besitzen.”

Saurier konnte sich wie eine Robbe an Land bewegen

Die Zähne sind jeweils in drei Reihen angeordnet. Aufgrund ihrer Abnutzung vermuten die Forscher, dass es sich bei dem Fossil trotz der geringen Größe von nur gut 30 Zentimetern um ein ausgewachsenes Exemplar handelt, und nicht wie bisher vermutet um ein Jungtier. Cartorhynchus lebte wahrscheinlich in der Nähe der Küste, seine flexiblen Gelenke lassen vermuten, dass er sich ähnlich wie eine heutige Robbe an Land bewegen konnte.

Abgerundete Zähne finden sich auch bei anderen Arten von Ichthyosauriern, berichten die Forscher weiter. Das Merkmal sei im Verlauf der Evolution vermutlich mehrfach in verschiedenen Abstammungslinien entstanden. Es entstand vermutlich als Reaktion auf die Entwicklung von harten Schalen bei Beutetieren, die damals stattfand.

RND/dpa

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