Ramadan 2020: Mit dem Zuckerfest endet die Fastenzeit

  • Der islamische Fastenmonat Ramadan nähert sich seinem Ende.
  • Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verzichten gläubige Muslime während des Ramadan auf Speisen und Getränke.
  • Zum Abschluss feiern Millionen von Menschen das Fastenbrechen mit dem Zuckerfest.
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Für Hunderte Millionen Muslime hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Bis Ende Mai sind Muslime weltweit aufgerufen bestimmten Dingen im Leben zu entsagen. Doch was ist Ramadan eigentlich genau und warum wird einen Monat lang gefastet? Wann ist Ramadan 2020 und müssen alle Muslime fasten? Das und mehr erfahren Sie hier.

Ramadan im Überblick

  • Der Fastenmonat Ramadan beginnt am 24. April 2020 und endet am 24. Mai 2020
  • Im Fastenmonat Ramadan verzichten Muslime tagsüber auf Speisen, Getränke und andere Genussmittel. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gilt: kein Essen, kein Trinken, kein Rauchen und kein Sex.
  • Nach dem saudi-arabischen Kalender beginnt Ramadan 2020 in der Nacht des 23. auf den 24. April und endet in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai.
  • Eine Ausnahme für das Fasten während Ramadan gilt für chronisch kranke Menschen, altersschwache Menschen, menstruierende, schwangere und stillende Frauen sowie Kinder vor dem Eintritt in die Pubertät.
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Was ist Ramadan und was wird gefeiert?

Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und ist auch als neunter Monat des islamischen Mondkalenders bekannt. Es geht im Grunde genommen um Selbstbeherrschung und Verzicht. Mit der Beschränkung aufs Wesentliche wird sich auf die Barmherzigkeit gegenüber Bedürftigen und Schwachen besonnen.

Während der Fastenzeit genießen Muslime das besondere Miteinander in der Familie und Freunden. Ramadan kehrt Aspekte des Lebens eines Muslimen nach außen, die ohne den Verzicht und die Absage bestimmter Dinge womöglich nicht oder nicht ausreichend genug gewürdigt würden.

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Muslime bekommen im Ramadan die Möglichkeit eine innere Zwischenbilanz zu ziehen und neue Vorsätze vorzunehmen. Worauf kann in Zukunft verzichtet werden? Welche Lehren können aus der Fastenzeit gezogen werden?

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Fastenpflicht an Ramadan: Wieso fasten gläubige Muslime?

Das Fasten während Ramadan zählt zu den sogenannten fünf Säulen des Islams und damit zu den Hauptpflichten für gläubige Muslime. Darum kann sich der genaue Zeitraum immer um zehn bis elf Tage pro Jahr verschieben. Die fünf Säulen des Islams sind:

  1. Das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads
  2. Das fünfmalige Gebet pro Tag
  3. Die Wallfahrt nach Mekka
  4. Das Entrichten von Almosen (Zakat)
  5. Das Fasten an Ramadan

Grundlage für das Fasten an Ramadan ist der Koranvers "Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.” (2:183). Durch den Verzicht auf bestimmte Genüsse, sollen Fastende ihr Gewissen für Bedürftige erweitern. Überdies gilt das Fasten als Zeugnis der eigenen Widerstandskraft. Im Islam soll das Fasten die Seele reinigen und läutern, sodass die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen gefestigt wird.

Die Fastenzeit an Ramadan dauert immer einen Monat und fällt auf den neunten Monat des islamischen Mondkalenders.

Welche Fastenregeln gelten für Muslime?

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Die Regeln für Fastende an Ramadan schreiben vor, dass zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang weder feste noch flüssige Nahrung zu sich genommen wird. Außerdem darf man dazwischen nichts trinken. Sobald die Sonne untergegangen ist, beginnt für gläubige Muslime das Fastenbrechen "Iftar“.

Traditionell wird dabei zuallererst eine Dattel gegessen, um den Magen zu öffnen. Das Essen fällt meist sehr üppig aus: pürierte Linsensuppe, Weißbrot, gebratener Reis, Lammfleisch, Gemüsegerichte, Salat und Melonenstücke. Auch rauchen und Sex sind tagsüber untersagt.

Ramadan-Kalender

In diese Zeiträume fällt Ramadan in den nächsten Jahren:

  • Ramadan 2021: 13. April bis 13. Mai 2021
  • Ramadan 2022: 2. April bis 2. Mai 2022
  • Ramadan 2023: 23. März bis 21. April 2023
  • Ramadan 2024: 11. März bis 10. April 2024
  • Ramadan 2025: 1. März bis 30. März 2025
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Wie heißt das Fest nach Ramadan?

Den Abschluss des Ramadan markiert das “Zuckerfest”. Gefeiert wird es in den ersten Tagen des “Schawwāl”, dem zehnten Monat des islamischen Mondkalenders. Während der dreitägigen Feierlichkeiten ist es üblich, dass Verwandte aus aller Welt verreisen, um das große Fest mit der ganzen Familien zu feiern.

Das islamische Fastenbrechen steht ganz im Zeichen der Familie. Je nach Region gibt es unterschiedliche Namen für das Fest. Auf arabisch heißt es "Eid al-Fitr”, in der Türkei sagt man "Ramazan Bayramı” und im malaiischen Sprachraum wird der “Große Tag des Fastenbrechens” als “Hari Raya Aidilfitri” oder “Hari Raya Puasa” bezeichnet.

Die Bezeichnung Zuckerfest geht auf die vielen Sachen zum Naschen während des Festes zurück. Doch nicht zuletzt wegen der Süßigkeiten ist es bei Kindern beliebt, auch Geschenke werden zu “Eid al-Fitr” verteilt.

Am Ende der Fastenzeit wünschen sich Muslime “Alles Gute zum Id” und verschicken Glücksnachrichten an Freunde und Familie.

RND/tr/pf

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