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Panela, Birkenzucker (Xylit), Stevia – Welchen kalorienarmen Zuckerersatz gibt es und wie gesund ist er?

  • Was Gründerin Anna Elisabeth Meisel in der „Höhle der Löwen“ vorstellte, klingt verlockend und neu, doch Panela wird in Lateinamerika seit Urzeiten zum Süßen genutzt.
  • Immer mehr kalorienbewusste Menschen interessieren sich für eine Alternative zu raffiniertem Industriezucker.
  • Welche Alternativen gibt es zu normalem Zucker? Wie gesund und klimaneutral sind Panela, Xylit (Birkenzucker) oder Agavendicksaft?
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Hannover. Der durch das Verkochen von Zuckerrohrsaft gewonnene Zuckerersatz ist buchstäblich in aller Munde. Immer mehr kalorienbewusste Menschen interessieren sich für eine Alternative zum gewöhnlichen raffiniertem Haushaltszucker. Dieser steht im Verdacht, das Risiko für verschiedene Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herzinfarkt, Leber- und Nierenschäden und sogar Krebs dramatisch zu erhöhen.

Doch was gibt es für Alternativen zu normalem Zucker? Was die Unterschiede zwischen Panela, Birkenzucker (Xylit) oder Stevia sind, erfahren Sie hier.

Der Hit bei „DHDL“ - Panela

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Die 32-jährige Tochter kolumbianischer Einwanderer, Anna Elisabeth Meisel, stellte in der „Höhle der Löwen“ die Zuckeralternative Panela vor. Dieser Zuckerersatz wird auch der Volkszucker Lateinamerikas genannt und gehört dort zu den Grundnahrungsmitteln. Panela wird aus Zuckerrohrsaft gewonnen, der bei hohen Temperaturen verkocht wird, bis eine zähflüssige Melasse entstanden ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen Industriezucker bleiben bei der Herstellung von Panela, auch Raspadure, Atado Dulce oder Chancaca genannt, alle Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Da die Unternehmerin in ihrem 2016 gegründeten Start-up „De Caña Panela“ auf 100 Prozent biologisch angebauten Zuckerrohr setzt, ist der lateinamerikanische Volkszucker durchaus eine gesunde, kalorienarme und nachhaltig angebaute Alternative zu gewöhnlichem Haushaltszucker und eignet sich hinsichtlich seines Volumens auch zum Backen, da ein Gramm Panela genau einem Gramm Zucker entspricht.

Agavendicksaft – Nicht so gut wie sein Ruf

Der aus Mexiko stammende Agavendicksaft erfreut sich gerade bei Veganern einer steigenden Beliebtheit. Bei den Ureinwohnern Mexikos ist auch der Saft der Agave, einer mittelamerikanischen Kaktusart, seit jeher bekannt und beliebt. Er wird dort nicht nur zum Süßen von Speisen genutzt, sondern auch als Medizin, etwa in Form einer antibakteriellen Paste zur Wundheilung. Doch der Hype um den dickflüssigen Saft hat einige Schattenseiten. Der hohe Anteil an Fruktose im Agavendicksaft fördert Fettleibigkeit, Karies, Bluthochdruck, Insulinresistenz und erhöht Blutfette. Fruktose wird bei der Verdauung in Fett umgewandelt und kann somit sogar das Risiko steigern, eine Fettleber zu entwickeln.

Zudem werden Agaven zumeist in Monokulturen in Zentralmexiko angebaut. Diese führen zu verarmten Böden, weil immer die gleichen Nährstoffe entzogen und andere einheimische Pflanzen dadurch verdrängt werden. Auch die Anfälligkeit der Pflanzen für Schädlingsbefall oder Krankheiten steigt bei dieser Anbaumethode. Ein ganz anderes Thema sind die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer und die Klimabilanz der in Mexiko angebauten und auch dort verarbeiteten Pflanzen, die über lange Wege erst zu uns in die Regale transportiert werden müssen.

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Ahornsirup und Zuckerrübensirup

Ahornsirup wird aus dem Saft des kanadischen Zuckerahorns gewonnen und bringt einige wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen mit und hat zudem antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Wenn Sie zu Bio-Ahornsirup greifen, wird dieser auch ohne Zusatzstoffe wie Wasser oder Zucker hergestellt. Der Kaloriengehalt liegt mit 270 Kalorien auf 100 Gramm Sirup deutlich unter dem von Honig. Mit einer niedrigen glykämischen Last von 43 eignet sich Ahornsirup auch für Diabetiker, wenn er in Maßen genossen wird. Der Zuckerersatz wird zumeist in Kanada, aber auch immer mehr in China angebaut und verarbeitet. Somit ergeben sich auch hier lange Transportwege, die das Klima belasten können. Da der geringere Kaloriengehalt darauf zurückzuführen ist, dass in klassischem Ahornsirup 45 Prozent Wasser enthalten sind, braucht man auch mehr Sirup, um auf die gleiche Süßkraft zu kommen, die herkömmlicher Zucker liefert. Somit hat man dann auch wieder ähnliche Kalorienwerte.

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Zuckerrübensirup hingegen wird zumeist in Deutschland oder anderen mitteleuropäischen Ländern hergestellt, somit ist die Klimabilanz hier etwas besser. Mineralstoffe wie Folsäure, Kalium, Eisen und Magnesium sind auch in dieser Zuckeralternative enthalten und mit 299 Kalorien pro 100 Gramm ist Zuckerrübensirup auch deutlich gesünder als normaler Industriezucker. Der dunkelbraune, süße Saft wird ohne künstliche Zusatzstoffe aus der Zuckerrübe gewonnen und hat eine leichte Karamellnote.

Leider nicht vegan, aber gesünder - Honig

Kalorienärmer als gewöhnlicher Haushaltszucker ist Honig zwar nicht, aber doch um einiges gesünder. Da raffinierter Zucker zu 100 Prozent aus „leeren Kalorien“ besteht, hat der gute alte Honig hier deutlich die Nase vorn. Er enthält zudem Antioxidantien und Nährstoffe wie Vitamin B, Vitamin C, Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Leider produzieren Bienen den Honig nicht für uns Menschen. Der Honig wird von den Bienen aus Nektar und Blütenpollen hergestellt und ist, dank seiner reichhaltigen Nährstoffe, gerade in den kalten Wintermonaten für die Bienen überlebenswichtig. Imker reichen den Bienen zwar eine Ersatznahrung, diese macht die Bienen aber anfälliger für Krankheiten. Hinzu kommt, dass Honig immer öfter nicht von regional ansässigen Imkern kommt, sondern wie es auf den Verpackungen der Produkte zu lesen ist, aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Hier lohnt sich in jedem Fall ein zweiter Blick auf das Etikett und den Herkunftsort. Wir empfehlen den Gang zum Imker im nächsten Dorf, denn diese gibt es noch immer.

Stevia, Birkenzucker (Xylit) und Erythrit – Stark verarbeitet, aber deutlich kalorienärmer

Stevia wird aus den Blättern des südamerikanischen Süßkrauts Stevia Rebaudiana gewonnen. Die auch als Honigkraut bekannte Pflanze stammt ursprünglich aus Paraguay und wird dort seit Jahrhunderten als Süßungsmittel genutzt. Der aus der Pflanze extrahierte Süßstoff Steviosid ist seit 2011 in der EU als Süßmittel E 960 für Lebensmittel zugelassen. Mit null Kalorien süßt Stevia bis zu 400-mal stärker als herkömmlicher Haushaltszucker und schien bei Einführung der perfekte Ersatz für synthetische Süßstoffe wie Aspartam zu sein. Zu bedenken ist aber, dass Stevia aufwendig produziert und über weite Strecken zu uns transportiert werden muss. Die Klimabilanz von Stevia ist also nicht die beste.

Erythrit und Xylit sehen aus wie Zucker und schmecken fast wie Zucker. Die biochemisch produzierten Alkoholzucker Erythrit und Xylit sind natürlichen Ursprungs. Erythrit kommt in Pilzen, Obst, Pistazien oder Käse vor oder wird durch die Fermentation von Glukose oder Saccharose hergestellt. Xylit, auch bekannt als Birkenzucker, ist in Früchten, aber auch zu einem großen Teil im Holz der Birke vorhanden. Beide Stoffe sind nahezu kalorienfrei, können jedoch in größeren Mengen abführend wirken. Wenn Sie sichergehen möchten, dass die Stoffe auch als Bioprodukt gelten, achten Sie darauf, dass der Zuckerersatz aus echten Hölzern gewonnen wird und nicht aus Genmais.

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Fazit

Wer nicht vegan lebt, kann mit Honig zwar nicht kalorienärmer süßen als mit Zucker, aber doch deutlich gesünder, da in ihm viele wichtige Nährstoffe enthalten sind. Wenn der Honig aus EU-Ländern oder noch besser aus Deutschland kommt, ist die Klimabilanz eine der besten von den vielen genannten Zuckeralternativen. Für Veganer empfehlen wir Zuckerrübensirup, da auch hier die Klimabilanz im Vergleich sehr gut aussieht und keinerlei künstliche oder tierische Inhaltsstoffe enthalten sind. Generell gilt jedoch bei allen Zuckerarten: Auf die Menge kommt es an.

RND/hmo