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Studie: 20 Millionen Menschen flüchten jährlich vor Klimawandelfolgen

  • Wirbelstürme, Überschwemmungen, Waldbrände, Dürren – die Zahl der durch den Klimawandel verursachten Naturkatastrophen nimmt immer mehr zu.
  • Zu diesem Ergebnis ist Oxfam in der neu veröffentlichten Studie „Forced from home” anlässlich der UN-Klimakonferenz in Madrid gekommen.
  • Die internationale Hilfsorganisation fordert die Politik darin auf, zielführende Maßnahmen wie Emissionsreduktionen zu ergreifen.
Laura Beigel
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Exakt 1518 durch den Klimawandel verursachte Naturkatastrophen, die Menschen zu Binnenflüchtlingen machten, hat Oxfam im vergangenen Jahr weltweit verzeichnet – das sind rund 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen veröffentlichte die internationale Hilfsorganisation am Montag in ihrem Bericht „Forced from home“ anlässlich der UN-Klimakonferenz in Madrid. Seit 2012 steige die Zahl der Klimakatastrophen an und zwinge jährlich rund 20 Millionen Menschen dazu, ihre Heimatorte zu verlassen.

80 Prozent aller Binnenflüchtlinge in Asien verzeichnet

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Am häufigsten seien Wirbelstürme, Überschwemmungen und Waldbrände die Fluchtursachen – und das sogar siebenmal öfter als Erdbeben und Vulkanausbrüche. Eines der jüngsten Extremwetterbeispiele war der Zyklon „Fani“, der im Mai rund 3,5 Millionen Menschen in Bangladesch und Indien zur Flucht zwang. Der größte Anteil der Binnenflüchtlinge, nämlich 80 Prozent, sei ohnehin in Asien zu finden. Aber auch Inselstaaten wie Kuba und Tuvalu seien besonders betroffen. Die zehn Länder, die dem höchsten Risiko von Umweltkatastrophen ausgesetzt sind, sind Kuba, die Dominikanische Republik, Tuvalu, die Philippinen, Sint Maarten in der Karibik, der Inselstaat Vanuatu, Fidschi, Sri Lanka, Tonga und Somalia.

Der Zyklon „Fani“ zerstörte im Mai 2019 mehrere Geschäfte am Straßenrand von Puri in Indien.

Neben dem häufiger auftretenden Extremwetter würden zudem zahlreiche Menschen aufgrund von Konflikten aus ihrer Heimat flüchten. Diese Kombination aus Klimakatastrophen und politischen Spannungen stelle vor allem am Horn von Afrika ein großes Problem dar. In 2018 seien in Äthiopien, Somalia, Südsudan und Sudan rund 3,8 Millionen Menschen durch Konflikte vertrieben worden.

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Oxfam fordert Politik zur Emissionsreduktion auf

„Die internationale Gemeinschaft hat kaum Fortschritte bei der Bereitstellung finanzieller Mittel gemacht, um armen Ländern dabei zu helfen, sich von den Verlusten und Schäden, die durch die Klimakrise entstanden sind, zu erholen“, heißt es in der Studie. Deshalb fordert die Hilfsorganisation die Politik unter anderem dazu auf, weiter Emissionen zu reduzieren, um so die globale Erwärmung auf einen Anstieg von 1,5 Grad zu begrenzen. So soll auch der fortschreitende Anstieg des Meeresspiegels verhindert werden, der zwischen 2006 und 2016 etwa 2,5-mal schneller gestiegen sei als im gesamten 20. Jahrhundert.

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Wenn die Pole schmelzen, steigt der Meeresspiegel und damit auch die Gefahr von häufigen Überschwemmungen.