Ohne Bildung keine Perspektiven

Sechs von zehn Kindern können nicht ausreichend lesen und rechnen. 264 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule, weil ihnen der Zugang verwehrt wird. Dabei kann Bildung Konflikte, Krisen und Flucht eindämmen. In einer siebenteiligen Reihe berichten Unterstützer und Vertreter verschiedener Organisationen über die Herausforderungen der globalen Bildung.

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Hannover. Im Vorfeld einer Konferenz der Globalen Bildungspartnerschaft im Senegal berichten sechs Autoren in den kommenden Tagen über unterschiedliche Themen aus dem Bereich der globalen Bildung. Dabei gehen sie unter anderem auf die Situation für Mädchen, Chancengleichheit für Behinderte und die Bedeutung für Entwicklungsländer ein.

Den Beginn macht die Komikerin Carolin Kebekus: In ihrem Bühnenprogrammen spricht die Rheinländerin regelmäßig über Themen, die Mädchen und Frauen betreffen. Für die Organisation „ONE“ reiste Kebekus 2017 nach Sambia, um sich vor Ort über die Bildungssituation für Mädchen zu informieren. Derzeit gehen weltweit 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule.

Hier geht es zum Gastbeitrag von Carolin Kebekus.

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• Weltweit gehen 264 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule.

• Über 617 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit (6 von 10) erreichen nicht das Mindestleistungsniveau in den Bereichen Lesen und Mathematik. Dies betrifft 387 Millionen Kinder im Grundschulalter und 230 Millionen Jugendliche im Alter für die untere Sekundarstufe.

• Die Bildungskrise wächst mit dem Wachstum der Weltbevölkerung: Bis 2030 werden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen voraussichtlich 1,4 Milliarden Kinder im Schulalter leben.

• Bis zum Jahr 2030 werden nach aktuellen Prognosen fast 69 Millionen neue Lehrer benötigt, um Kindern weltweit eine qualitativ hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung zu ermöglichen. In Subsahara-Afrika ist der Lehrkräftemangel am größten: Bis 2030 werden dort 17 Millionen Grund- und Sekundarschullehrer benötigt.

• Heute besuchen weltweit mehr Mädchen eine Schule als jemals zuvor. Dennoch gehen weiterhin 131 Millionen Mädchen nicht zur Schule (2015): Diese Zahl umfasst 32,4 Millionen Mädchen im Grundschulalter, 29,8 Millionen im Alter für die untere Sekundarstufe sowie 68,7 Millionen im Sekundarschulalter.

• Fast zwei Drittel der Analphabeten weltweit sind Frauen.

75 Millionen Kinder zwischen drei und 18 Jahren leben in Ländern, in denen Krieg oder bewaffneter Konflikt stattfindet, und benötigen Unterstützung im Bildungsbereich.

• Jedes zusätzliche Schuljahr erhöht das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt 0,37 Prozent.

• Jedes zusätzliche Schuljahr erhöht das individuelle Einkommen um bis zu 10 Prozent.

• Ein Dollar, den man in ein zusätzliches Schuljahr investiert, generiert - insbesondere für Mädchen – einen Zugewinn an Einkommen und Gesundheit in der Höhe von 10 US-Dollar in Ländern mit geringem Einkommen, und etwa 4 US-Dollar in Ländern mit niedrigem mittlerem Einkommen.

• Laut UNESCO fehlen jährlich 39 Milliarden US-Dollar für eine hochwertige und chancengerechte Bildung weltweit.

• Es kostet durchschnittlich 1,25 US-Dollar pro Tag um einem Kind in einem Entwicklungsland eine vollständige Schullaufbahn (13 Jahre) zu ermöglichen.

Die Globale Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education, GPE) wurde 2002 gegründet und ist die einzige internationale Entwicklungsorganisation, die Bildung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt. Als Partnerschaft bringt die GPE alle Akteure zusammen, die dazu beitragen können, dass alle Kinder und Jugendlichen weltweit zur Schule gehen und lernen können: Die Regierungen von mehr als 60 Entwicklungsländern, über 20 Geberländer, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft, Lehrkräfte und den Privatsektor. Das Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, eine qualitativ hochwertige Grundbildung für alle zu gewährleisten, besonders in den ärmsten Ländern und solchen, die von Konflikten betroffen sind. Um die Eigenverantwortung der Entwicklungsländer zu stärken, konzentriert sich die GPE darauf, Bildungssysteme zu stärken.

Die deutsche Bundesregierung unterstützt die Arbeit der Globalen Bildungspartnerschaft seit 2008 – aktuell mit 7 Millionen Euro jährlich. Am 2. Februar 2018 findet in Dakar, Senegal, die Finanzierungskonferenz der GPE statt – die Schirmherrschaft haben der senegalesische Präsident Macky Sall und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron übernommen. Auf der Konferenz sollen die nötigen finanziellen Mittel zusammenkommen, mit denen Lernen und Chancengleichheit für 870 Millionen Kinder und Jugendliche in 89 Ländern verbessert werden können.

Von Mila Krull/RND

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