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Nasa präsentiert Mega-Rakete, die Astronauten zum Mond bringen soll

  • Die Nasa hat eine gigantische Rakete fertiggestellt, die US-Astronauten zum Mond zurückbringen soll.
  • Das Space Launch System sei die bisher größte und leistungsstärkste Rakete der Geschichte, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde, Jim Bridenstine, bei der Präsentation in der Fertigungshalle in New Orleans.
  • Im Jahr 2024 sollen damit die erste Frau und der nächste Mann auf dem Trabanten landen.
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Das Space Launch System (SLS) ist mit einer Höhe von 65 Metern etwa so groß wie ein 20-stöckiges Gebäude und damit die höchste Rakete, die nach Angaben der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa jemals gebaut wurde. Es sei zugleich die „leistungsstärkste Rakete der Geschichte“, sagte Jim Bridenstine bei der Präsentation des Projekts in der Michoud Assembly Facility in New Orleans, der größten Fertigungshalle der Behörde. Laut Nasa kann die neue Rakete eine Rekordschallgeschwindigkeit von Mach 23 – also etwa 28.400 Kilometer pro Stunde – erreichen, bevor sie von ihrer oberen Stufe, der Orion-Mannschaftskapsel, getrennt wird.

Bridenstine, der vor dem orangefarbenen Giganten stand, sprach von einem „sehr wichtigen Tag“ für die Weltraumbehörde. Die Entwicklung der Rakete sei nun abgeschlossen, noch Ende dieses Jahres soll sie zum John C. Stennis Space Center in Hancock County in Mississippi transportiert und 2020 erstmals getestet werden. 2021 soll sie erstmals ein unbesetztes Orion-Raumschiff um den Mond transportieren. Das Center ist die größte Einrichtung zum Test von Raketenmotoren, die die Nasa betreibt. Der mit Menschen besetzte Erstflug zum Mond ist für 2024 geplant, berichtete der Nasa-Chef. „Dann bringen wir unsere erste Frau und unseren nächsten Mann zum Südpol des Mondes.“

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Die Entwicklung der Mega-Rakete war allerdings durch Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beeinträchtigt – der erste Test sollte bereits im November 2018 stattfinden. Die Kosten stiegen von zunächst veranschlagten 6,2 Milliarden auf 8 Milliarden Dollar. Der Start der Rakete ist Kern der Artemis-Mission der Nasa und der aktuellen US-Regierung. Initiiert wurde das Projekt im März 2019 von US-Präsident Donald Trump. In Anspielung auf die Apollo-Missionen wurde es nach Artemis benannt, der Mondgöttin und Zwillingsschwester Apollons aus der griechischen Mythologie.

Zunächst ist geplant, auf dem Südpol des Mondes zu landen, um das 2009 dort entdeckte entdeckte Wassereis in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten – sowohl für lebenserhaltende Zwecke als auch zur Verwendung als Raketentreibstoff. „Wir wollen lernen, wie wir in einer anderen Welt leben und arbeiten können“, sagte Bridenstine.

Grafik der SLS-Rakete der Nasa.

Die US-Raumfahrtbehörde betrachtet ihre Rückkehr zum Mond als Testfeld für eine weitere Mission zum Mars in den 2030er-Jahren. Bis 2024 sollen die Investitionen in das Artemis-Programm auf über 50 Milliarden US-Dollar steigen. Die Zukunft der Mission ist aber auch von der politischen Unterstützung abhängig – sowohl von US-Präsident Donald Trump als auch des Kongresses, der am Ende für die Zuweisung von Haushaltsmitteln verantwortlich ist.

Derzeit haben die Amerikaner selbst keine Möglichkeit, Astronauten ins All zu befördern. Seit dem Ende der Space Shuttles im Jahr 2011 sind die USA auf russische Sojus-Raketen und -Kapseln angewiesen, wenn sie ins All und zur Internationalen Raumstation wollen. „Betrachten Sie es als Nasas Weihnachtsgeschenk für Amerika“, frönte Bridenstine im Hinblick auf die bevorstehende Verschiffung zum Testcenter.

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