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  • Morgen ist Nikolaus 2020: Ist der 6.12. ein Feiertag? Wer hat frei? Bedeutung und Bräuche im Überblick

Nikolaus: Was hat es mit der Tradition des Nikolaustags auf sich?

  • Der heilige Nikolaus kommt am 6. Dezember und befüllt Stiefel mit Süßigkeiten und Geschenken.
  • Soweit der Brauch. Doch woher stammt er eigentlich? Und war Nikolaus eine real existierende Person?
  • Wir erklären den Ursprung des Nikolaustags.
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Hannover. Der Nikolaustag am 6. Dezember zählt zu den vielen Höhepunkten der Adventszeit. Kinder verbinden mit dem Tag insbesondere den Brauch des Nikolausstiefels, der sich über Nacht scheinbar magisch mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken füllt. Gerade Kindern dient der Nikolaustag deshalb jedes Jahr als Vorgeschmack für die Weihnachtsfeiertage.

Doch wieso gibt es den Nikolaustag überhaupt, und weshalb sind Sankt Nikolaus und der Weihnachtsmann in der Wahrnehmung vieler Menschen zu derselben Figur verschmolzen?

Nikolaus 2020: Hat man am 6. Dezember frei?

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Nein, am Nikolaustag haben die Menschen hierzulande nicht frei. Nur in Spanien und Finnland ist der 6. Dezember ein arbeitsfreier, gesetzlicher Feiertag. Doch weder die Spanier noch die Finnen feiern an diesem Tag den Heiligen Nikolaus – zumindest nicht gesetzlich. In Spanien ist am 6. Dezember der „Día de la Constitución“, also der Tag, an dem 1978 die neue Verfassung in Kraft trat. In Finnland feiert man am 6. Dezember ebenfalls Politisches: Und zwar den Tag der Unabhängigkeit vom russischen Reich.

In Deutschland ist der 6. Dezember hingegen kein gesetzlicher Feiertag. Da Nikolaus in diesem Jahr aber auf einen Sonntag fällt, handelt es sich um einen ganz gewöhnlichen arbeitsfreien Tag. Und Geschenke gibt es natürlich so oder so – Feiertag hin oder her.

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Warum feiern wir eigentlich Nikolaus? Das hat es mit der Tradition auf sich
3:07 min
Der Nikolaustag findet jedes Jahr am 6. Dezember statt. Doch wer war der Heilige Nikolaus – und warum stellen wir nachts unsere Stiefel vor die Tür?  © RND

Wer war Nikolaus, und wieso gibt es den Nikolaustag?

Um die Geschichte des Nikolaustages, aber vor allem um seinen Namensgeber, ranken sich viele Legenden. Als relativ sicher gilt, dass die Figur des heiligen Nikolaus’ auf die historische Person Nikolaus von Myra zurückgeht. Er lebte vermutlich im vierten Jahrhundert nach Christus und wirkte als Abt im Kloster Sion in der Nähe der antiken Stadt Myra.

Dort soll Nikolaus als Nothelfer für die Armen gedient haben, woraus sich aller Wahrscheinlichkeit nach die Darstellung des Gabenbringers Sankt Nikolaus entwickelte. Historische Quellen beschreiben zudem, wie Nikolaus während seiner Gefangenschaft im Zuge der Christenverfolgung sein reiches Erbe an die Armen verteilte.

Übrigens: Sowohl Nikolaus’ Geburtsort, Patara, und seine Wirkungsstätte Myra liegen auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei. Die Stadt Myra ist heute unter dem Namen Demre bekannt und liegt nicht nahe der Großstadt Antalya. Türkisch ist der Nikolaus deshalb trotzdem nicht. Im vierten Jahrhundert war das Gebiet noch Teil des Römischen Reiches, die Türkei noch lange nicht gegründet.

Am 6. Dezember starb Nikolaus von Myra. Das Christentum gedenkt ihm deshalb an diesem Tag in Form des Nikolausfestes.

Was ist der Unterschied zwischen Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind?

Die Figur des heiligen Nikolaus’ basiert auf der historischen Person Nikolaus von Myra, die im vierten Jahrhundert nach Christus lebte. Der Weihnachtsmann ist hingegen eine Kunstfigur, eine abgewandelte Version des heiligen Nikolaus, die sich ab dem 19. Jahrhundert verbreitete.

Obwohl der Weihnachtsmann viel jünger ist und auf keiner realen Person basiert, hat er den heiligen Nikolaus als Symbolfigur an Weihnachten verdrängt. Das hat sowohl geschichtliche als auch kulturelle Gründe.

Einwanderer trugen die Figur des heiligen Nikolaus’ mitsamt seiner Bräuche und Legenden in die USA. Mit der Zeit setzte sich dort das Bild des älteren Mannes mit langem weißem Bart und rotem Mantel durch. Hollywood und Werbung taten ihr Übriges, und so verbreitete sich die Figur des Geschenke bringenden Santa Claus, wie der Weihnachtsmann im englischsprachigen Raum heißt, in der gesamten Welt.

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Im Zuge der Reformation und der Abkehr von der Heiligenverehrung führte man in protestantisch geprägten Gegenden das Christkind als Ersatz des heiligen Nikolauses ein. Doch nicht nur der Gabenbringer selbst, auch der Tag der Bescherung, wurde ersetzt. Statt am 6. fand die Weihnachtsbescherung fortan am 24. Dezember statt.

Dieser Umstand und der Siegeszug des uniformen Weihnachtsmannes führten also letztlich dazu, dass wir Weihnachten und Nikolaus heute an unterschiedlichen Tagen feiern. In einigen Ländern ist der 6. Dezember hingegen der bedeutendere der beiden Festtage geblieben.

Was hat es mit dem Nikolausstiefel auf sich?

Aus den zahlreichen Legenden, die sich rund um Nikolaus ranken, haben sich über die Jahrhunderte verschiedene Bräuche entwickelt. Der bekannteste von ihnen, die Bescherung am Nikolaustag, entstand im Mittelalter und geht auf die sogenannte Jungfrauenlegende zurück.

Um den drei Töchtern eines armen Mannes in ihrer Not zu helfen, legte Nikolaus an drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen Goldklumpen in das Bett einer Tochter. So verfügten die Mädchen über die Mitgift für ihre Heirat und wurden vor der Prostitution bewahrt. Aus diesem Grund wird der heilige Nikolaus auch oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt.

Zusammen mit dem Brauch des „Schiffchensetzens“, bei dem die Gaben des Nikolauses in kleine, selbstgebastelte Papierschiffchen gelegt wurden, entwickelte sich so über die Jahrhunderte der sogenannte „Einlegebrauch“. Statt Schiffchen werden heute Schuhe oder Stiefel benutzt. Wie in der Legende kommt Nikolaus über Nacht und befüllt die Schuhe oder den Nikolausstiefel mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken.

Warum hat der heilige Nikolaus Begleiter?

Zum Brauchtum gehört auch, dass der heilige Nikolaus von einem Gehilfen begleitet wird. Als böser Gegenspieler zum barmherzigen Nikolaus übernahm dieser ursprünglich die Rolle des bestrafenden Kinderschrecks. In verschiedenen Ländern und Regionen haben sich unterschiedliche Figuren etabliert, die sich allesamt durch ihre furchterregende Ausstrahlung kennzeichnen.

Vor allem zwei Gestalten sind, zumindest im deutschen Sprachgebrauch, bekannt: Der Krampus und Knecht Ruprecht. Beide gehen auf verschiedene regionale Brauchfiguren zurück, die Kinder unter Androhung von Strafe zu Frömmigkeit und Fleiß erziehen sollten. Heutzutage steht jedoch das Beschenken, sehr zur Freude der Kinder, im Vordergrund des Nikolausfestes. Bestraft wird höchstens, wer es verpasst, den Stiefel rechtzeitig am Vorabend des Nikolaustages vor die Tür zu stellen.

RND/pf

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