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McKinsey-Studie: Klimawandel gefährdet Millionen Menschen und Billionen Dollar

  • Wie teuer kommt der Klimawandel die Menschheit zu stehen - das zu beziffern ist nicht einfach.
  • Das Forschungsinstitut der Beratungsagentur McKinsey hat nun konkrete Prognosen veröffentlicht.
  • Demnach bedrohen Hitzewelle hunderte Millionen Menschen. Und auch Lebensmittel könnten knapp werden.
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Die Annahme der Forscher: Was passiert, wenn die Welt einfach weitermacht - und den Klimaschutz ignoriert? „Das könnte Millionen Menschen in und Billionen Dollar Wirtschaftsleistung gefährden", so die Prognose der Forscher.

Die haben für ihre Untersuchung die sich abzeichnenden Auswirkungen des Klimawandels untersucht. Auf insgesamt 132 Seiten analysieren sie im Detail, wie sich einzelne Wirtschaftsbereiche und Regionen bei einer ungebremsten Erwärmung der Erde verändern würden.

Grundlage dafür ist das sogenannte RCP-8.5-Szenario des Weltklimarats IPCC. Das geht davon aus, dass die CO2-Emissionen ungebremst steigen. Und davon, dass die Weltbevölkerung bis 2100 auf 12 Milliarden Menschen zunimmt.

Tödliche Hitzewellen in Indien

Manche Regionen würden dann immer unbewohnbarer werden, wie die Autoren der Untersuchung am Beispiel Indien verdeutlichen. Schon 2030 könnten dort etwa 200 Millionen Menschen in Regionen leben, die mit einer 5-Prozent-Wahrscheinlichkeit von tödlichen Hitzewellen getroffen wird. Ähnliches stünde auch den Menschen in Pakistan, Bangladesch und Nigeria bevor.

Weil solche Hitzewellen besonders die Landwirtschaft, Bergbau und Bauindustrie träfen, stünden weltweit jährliche Umsätze zwischen vier und sechs Billionen Dollar auf dem Spiel. Das ist mehr als die Wirtschaftsleistung Deutschlands.

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Gefahr für Lebensmittelversorgung, Immobilien und Flughäfen

Gefährdet ist aus Sicht der McKinsey-Forscher auch die Lebensmittelversorgung: Dürrephasen werden wahrscheinlicher. Einmal pro Jahrzehnt dürften demnach die Ernten deutlich schlechter als sonst ausfallen - also mehr als 15 Prozent unter dem Normalmaß liegen, schreiben die McKinsey-Forscher. Hinzu kommt die Erwärmung der Ozeane, die den Fischfang um bis zu acht Prozent verringern könnte.

Auch würden wohl zahlreiche Immobilien dramatisch an Wert verlieren. Häuser und Wohnungen im Wert von 200 Milliarden Dollar lägen in Gebieten, die von einem Anstieg des Meeresspiegels um 1,8 Meter betroffen wären. Sturmschäden würden sich außerdem verdoppeln bis vervierfachen, heißt es weiter. Ebenfalls gefährdet: Ein Viertel der größten 100 Flughäfen. Denn viele von denen liegen nur knapp oberhalb des Meeresspiegels.

Auch die Deutsche Wirtschaft ist gefährdet

Für Deutschland fallen die unmittelbaren Schäden durch den Klimawandel vergleichsweise harmlos aus. Allerdings werfen sie die Frage auf, wie die hiesige Wirtschaft einen teilweisen Zusammenbruch der globalen Lieferketten verkraften kann. Denn viele hier verarbeitete Rohstoffe stammen aus Ländern, die der Klimawandel härter treffen würde.