Merkwürdige Riesenwolke auf dem Mars: Forscher finden die Ursache

  • Wenn auf dem Mars der Frühling eingeläutet wird, erscheint nahe des gigantischen Vulkans Arsia Mons täglich eine 1800 Kilometer lange Riesenwolke.
  • Esa-Wissenschaftler haben nun nach jahrelangen Forschungen herausgefunden, was hinter dem Phänomen steckt.
  • Mit den Ergebnissen vom Roten Planeten erhoffen sie sich, auch das Klimasystem auf der Erde besser verstehen zu lernen.
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Forscher haben das Rätsel zu einer mysteriösen Wolkenformation auf dem Mars geknackt. Seit September 2018 beobachten visuelle Überwachungskameras an Bord des Mars Express, einer Marssonde der Esa, eine jeden Morgen plötzlich auftauchende und extrem langgestreckte Wolke. 1800 Kilometer ist sie lang, 150 Kilometer breit, und schwebt westlich vom Vulkan Arsia Mons. Der ist an sich auch schon spektakulär: Arsia Mons befindet sich nahe des Äquators des Planeten, ist 14 Kilometer hoch und hat einen Durchmesser von rund 250 Kilometern.

Wissenschaftler resümieren nun in einer im März im „Journal of Geophysical Research“ erschienenen Langzeitstudie: Bei der gigantischen Wolke handelt es sich um ein Phänomen, das im Frühjahr und Sommer jeden Marsjahres auftaucht. Die Wolke folgt einem schnellen Tageszyklus und beginnt, sich im Morgengrauen vom Vulkan Arsia Mons aus in einer Höhe von etwa 45 Kilometern nach Westen hin auszudehnen – und das innerhalb von zweieinhalb Stunden mit einer Geschwindigkeit von rund 600 Stundenkilometern. Die Wolke löst sich dann schließlich vom Vulkan – und verdunstet vor Mittag.

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Mars: Größte Wassereiswolke nahe Riesenvulkan

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Mit der Vulkanaktivität stehe das Phänomen trotz seiner Lage nicht im Zusammenhang, heißt es in einer Esa-Mitteilung zur Studie. Es handle sich vielmehr um die größte jemals gesehene Wassereiswolke auf dem Mars, ein orografisches Phänomen in dieser Region. Das bedeutet, dass sie entsteht, wenn der Wind durch den Vulkan auf der Planetenoberfläche nach oben gedrückt wird. „In diesem Fall stört Arsia Mons die Marsatmosphäre, um die Bildung der Wolke auszulösen“, heißt es in der Mitteilung. „Feuchte Luft wird dann in Aufwinde an den Flanken des Vulkans hinaufgetrieben und kondensiert später in höheren und weitaus kühleren Höhen.“

Solche Phänomene gibt es auch auf der Erde, deren Klimasystem in Teilen dem Mars ähnelt. „Obwohl orografische Wolken häufig auf der Erde beobachtet werden, erreichen sie keine so enormen Längen oder zeigen keine so lebendige Dynamik“, wird der Co-Studienautor Agustin Sánchez-Lavega in der Mitteilung zitiert. „Das Verständnis dieser Wolke gibt uns die besondere Gelegenheit zu versuchen, die Wolkenbildung mit Modellen zu replizieren – Modellen, die unser Wissen zu Klimasystemen auf dem Mars und der Erde verbessern.“

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Auf dem Mars ist es meistens sehr kalt und die Temperaturschwankungen sind extrem: zwischen minus 125 Grad und plus 35 Grad Celsius. Die Atmosphäre des Planeten besteht größtenteils aus Kohlendioxid, der Druck an der Oberfläche beträgt jedoch im Mittel nur sechs Millibar – auf der Erde sind es 1013 Millibar.

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