Behörden beunruhigt: Bericht über Leck in chinesischem Atomkraftwerk Taishan

  • Im Atomkraftwerk Taishan im Süden Chinas soll radioaktives Gas ausgetreten sein.
  • Die Firma Framatome, die die Reaktoren gebaut hat, spricht von einer „bevorstehenden radiologischen Bedrohung“.
  • Laut der chinesischen Betreiberfirma sind die Umweltdaten am Kraftwerk und in der Umgebung „normal“.
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Hongkong. Ein chinesisches Atomkraftwerk nahe Hongkong hat nach Angaben seines französischen Ko-Betreibers ein „Leistungs­problem“. Der Sender CNN berichtete am Montag, die Firma Framatome, die das Kraftwerk gebaut hat, habe das US-Energieministerium im Juni gleich zweimal vor einer „unmittelbar bevorstehenden radiologischen Bedrohung“ gewarnt.

Framatome bat demnach dringend um eine Ausnahmeerlaubnis zum Teilen technischer Daten, um das Problem zu lösen. Die chinesischen Behörden hätten die Grenzwerte für die Belastung durch nukleare Gase um das Atomkraftwerk erhöht, um es nicht schließen zu müssen, so das Unternehmen.

Laut CNN gingen die US-Behörden aktuell nicht von einer ernsten Sicherheitsgefahr aus. Die Lage müsse aber beobachtet werden. Die US-Regierung habe mit der französischen Regierung beraten und die chinesische Regierung kontaktiert. Auch die Regionalregierung in Hongkong hatte Anfang April ein Betriebsereignis in Taishan gemeldet, wie der „Spiegel“ berichtet. Dabei sei eine geringe Menge radioaktiven Gases ausgetreten.

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Verschlechterung der Brennstoffhüllen möglich

Aktuell laufe der Betrieb aber nach den verfügbaren Daten innerhalb der Sicherheitsgrenzen, so Framatome. Das Unternehmen unterstütze die Lösung des Problems in Taishan, hieß es in einer Erklärung. Die Werte für Radioaktivität im 135 Kilometer entfernten Hongkong waren nach Angaben des dortigen Observatoriums am Montag normal.

Die Framatome-Mutter EDF teilte am Montag mit, das Unternehmen sei über eine Erhöhung der Konzentration „bestimmter seltener Gase“ im Hauptkreislauf des Reaktors Nummer eins informiert worden. Dass es in einem Primärkreis überhaupt Edelgase gebe, sei bekannt und vorgesehen. Die Erhöhung deute auf eine mögliche Verschlechterung der Brennstoffhüllen hin, hieß es vom Konzern.

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Die ausgetretenen Gase seien nicht giftig, alle Werte lägen zudem unterhalb der Grenzwerte, die die Sicherheit des Reaktors garantierten. EDF habe von den chinesischen Betreibern eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung gefordert, damit alle verfügbaren Daten und die notwendigen Entscheidungen präsentiert werden könnten.

Betreiberfirma: Umweltdaten „normal“

Die Betreiberfirma China General Nuclear Power Group (CGN) wies Spekulationen über Umweltschäden zurück. Die Umwelt­daten in dem Werk sowie in dessen Umgebung seien „normal“. Es werde regelmäßig gemessen. Die beiden Blöcke arbeiteten entsprechend den Sicherheitsvorschriften. Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien erklärte, ihr lägen aktuell keine Hinweise auf einen radiologischen Zwischenfall vor.

Das Atomkraftwerk liegt südlich von Hongkong in Yaogu an der Küste der chinesischen Provinz Guangdong, rund 40 Kilometer südlich der Millionenstadt Taishan. Es besteht aus zwei Druckwasserreaktoren mit einer Nettoleistung von jeweils 1660 Megawatt. Sie wurden 2018 und 2019 in Betrieb genommen und sind bisher die einzigen am Netz befindlichen Reaktoren ihrer Art.

RND/AP/dpa/kau

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