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Lästige Kriebelmücken: Wie gefährlich ist ein Biss der Blutsauger?

  • Stechmücken haben im Sommer Hochsaison und hinterlassen mit ihren Stichen etliche juckende Stellen auf der Haut.
  • Etwas anders geht die Kriebelmücke vor: Sie sticht nicht, sondern sie beißt und verursacht teils quälende Schmerzen.
  • Wer falsch mit den Bissen umgeht, riskiert im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung.
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Gewöhnliche Stechmücken kündigen ihren Anflug mit ihrem typischen Surren an. Und selbst wenn wir sie nicht hören, merken wir wenig später die juckenden Stiche auf unserer Haut. Eine andere Mückenart führt ihre Attacke jedoch fieser aus: Die Kriebelmücke sieht nicht nur klein und unauffällig aus, sondern beißt auch oft unbemerkt zu. Die Bisse erkennen Betroffene erst später, wenn sie plötzlich mit starken Schmerzen und höllischem Juckreiz zu kämpfen haben. Wer gebissen wurde, sollte die Wunde nicht auf die leichte Schulter nehmen – und in bestimmten Fällen eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Was sind Kriebelmücken?

Die Kriebelmücke – deren lateinischer Name „Simuliidae” lautet – ist eine weltweit verbreitete Mückenart. In Deutschland gibt es mehr als 50 Arten. Anders als Stechmücken sehen sie aus wie kleine, schwarze Fliegen. Sie sind meist nur zwei bis sechs Millimeter groß und schlüpfen vor allem im Sommer, da sich die Larven bei hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen am besten entwickeln. Sie sind besonders aktiv an fließenden Gewässern, weil sie es feucht mögen. Daher trifft man an Flüssen häufiger auf sie – besonders zur Morgen- und Abenddämmerung.

In Wohnungen geht die Kriebelmücke für gewöhnlich jedoch nicht. Sie ernähren sich zudem primär von Weidevieh, kriechen aber auch gelegentlich Menschen unter die Kleidung, wenn sich gerade keine Tiere in ihrer Nähe befinden. Denn ähnlich wie Stechmücken benötigen weibliche Kriebelmücken das Eiweiß im Blut, um ihre Eier abzulegen. Bei Menschen machen sie auf der Haut auch gern einen Spaziergang, bis sie eine geeignete Stelle zum Anbeißen gefunden haben. Das kann sich wie ein „Kribbeln“ anfühlen – daher der deutsche Name „Kriebelmücke“.

Wie sieht ein Biss einer Kriebelmücke aus?

Kriebelmücken saugen nicht wie andere Mücken das Blut über einen Stich aus. Mit ihren säbelzahnartigen Mundwerkzeugen reißen sie kleine Wunden, bis ein kleiner Pool aus Lymphflüssigkeit entsteht, den sie dann aufsaugen. Daher werden sie auch als „Poolsauger” bezeichnet. Dabei injiziere die Kriebelmücke Substanzen, damit die Blutgerinnung nicht greife – und das könne furchtbar jucken, sagt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Denn bei einem Biss setzt der Körper den Stoff Histamin frei, der einen starken Juckreiz auslöst. Auf der Haut entwickelt sich eine mit Flüssigkeit gefüllte Pustel, aus der ein großer blauer Fleck entstehen kann.

Wie gefährlich ist der Biss einer Kriebelmücke?

Bei einem Biss kommt es häufig auch zu einem Bluterguss oder einer Schwellung an der betroffenen Hautstelle, die teils wochenlang anhalten. Dabei kann es nicht selten auch eine allergische Reaktion geben. In Deutschland geht von Kriebelmücken meist keine größere Gefahr aus. „In den meisten Gebieten sind sie harmlos”, betont Jelinek. Allerdings kann es in seltenen Fällen zu einer Entzündung an der Bissstelle kommen. Denn da die Plagegeister Wunden in die Haut reißen, kann Schmutz eindringen. Wer die Wunde vor lauter Juckreiz aufkratzt, riskiert außerdem, dass Erreger in die Wunde eintreten. Das kann im schlimmsten Fall zu Eiterungen, Entzündungen oder einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen.

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Sprich: In Deutschland stellt nicht die Kriebelmücke selbst eine Gefahr dar, zumal sie keine Krankheiten übertragen. Die Entzündungen kommt dadurch zustande, dass Menschen die Wunde ungewollt aufkratzen. Unter anderem in afrikanischen Ländern sind Kriebelmücken jedoch gefährlicher. So können Kriebelmücken mit ihren Bissen winzige Larven des Fadenwurms „Onchocerca volvulus” in die Wunde transportieren, die Menschen mit dem Erreger der sogenannten Flussblindheit infizieren können, durch den sie erblinden können, wie die Universität Bonn erklärt.

Kriebelmücke: Was hilft gegen einen Biss?

Wer einen Biss bemerkt, sollte die Wunde zunächst desinfizieren, um eine Entzündung zu vermeiden. Wichtig ist auch, dass Betroffene die Bissstelle nicht aufkratzen – auch wenn sie höllisch juckt und schmerzt. Gegen den Juckreiz helfen vor allem kortisonhaltige Salben. Außerdem helfe es, den Biss zu kühlen, rät Jelinek. Wenn sich eine Bissstelle entzündet oder es nach einem Biss zu Fieber und Schüttelfrost kommt, sollte man zum Arzt gehen. Denn das könnte auf eine Blutvergiftung hindeuten.

Wie schützt man sich vor Kriebelmücken?

Obwohl Kriebelmücken deutlich fieser sind als Stechmücken, haben sie ein Handicap: Sie können keine Kleidung durchstechen, weil sie im Gegensatz zu Stechmücken keinen Rüssel haben. Kleidung ist also die beste Waffe gegen die Insekten. Vor allem in der Nähe von fließenden Gewässern gilt es also, lange Hosen und Oberteile zu tragen, damit man den Kriebelmücken weniger Angriffsfläche bietet. Wem das zu heiß wird, kann auch auf herkömmliche Abwehrmittel gegen Mücken zurückgreifen. Besonders wirksam sind Produkte mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin.

RND/bk/dpa

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