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Krebsrisiko: Raucherklamotten laut Studie so schädlich wie Passivrauchen

  • Nichtraucher sind selbst in rauchfreien Zonen nicht endgültig vor den Schadstoffen geschützt, so eine Studie.
  • Denn selbst wenn sie sich nur im selben Raum wie Raucher befinden, sind sie gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt.
  • Denn Raucher schleppen den Dunst in ihrer Kleidung, Haut und in ihren Haaren in Räume.
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Mainz. Das Kino in Mainz ist eigentlich eine rauchfreie Zone – und das schon seit 15 Jahren. Dennoch war die Belastung von gesundheitsschädlichen Chemikalien so hoch, als hätten die Besucher bis zu zehn Zigaretten mitgeraucht, wie Forscher des Max-Planck-Instituts und der Yale University nun gemessen haben und im Fachblatt “Science Advances” berichten.

Raucher schleppen Dunst in Kleidung, Haut und Haaren in Kinosaal

Die Forscher hatten die Luftqualität im Kino in Mainz an vier Tagen gemessen. Die Ergebnisse zeigen, wie selbst ein Zigarettenverbot nicht vor den gesundheitsschädlichen Stoffen im Zigarettenrauch schützt. Die Chemikalien wurde von Rauchern in ihrer Kleidung, ihren Haaren oder auch ihrer Haut mit in das Kino geschleppt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Besucher die Stoffe ausdünsteten. Denn die Konzentration stieg erst an, als Menschen den Saal betraten. Nachdem der Film zu Ende war und die Besucher das Kino verließen, sank auch die Schadstoff-Konzentration im Saal. Ein weiteres Indiz: Wurde ein Kinderfilm im Saal gezeigt, war die Belastung deutlich geringer. Im Gegensatz zum Passivrauchen müssen Nichtraucher in solchen Fällen nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Raucher stehen, um Schadstoffe einzuatmen. Es reicht allein aus, im gleichen Raum zu sein.

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120.000 Menschen sterben jährlich an Folgen des Rauchens

2018 sank erstmals die Zahl der weltweiten Raucher, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete. In Deutschland konsumieren demnach schätzungsweise 27 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen Tabak. 120.000 Menschen sterben hierzulande nach WHO-Schätzungen an den Folgen des Rauchens. Die Zahl der Todesfälle durch Passivrauchen ist jedoch insgesamt gesunken, nachdem Rauchverbote in öffentlichen Einrichtungen sowie auf Bahnhöfen und in Gaststätten eingeführt wurden. Dennoch war Passivrauchen im Jahr 2017 bei 7,6 Prozent der männlichen und 4,7 Prozent der weiblichen Lungenkrebs-Todesfällen die Ursache der Erkrankung, so die Schätzungen von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

RND/bk

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