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Koalasterben und Saiga-Antilopen: Die Verlierer und Gewinner im Tierreich 2019

  • Klimawandel, Wilderei und Lebensraumzerstörung: Der Mensch setzt vielen Tierarten dramatisch zu.
  • 2019 gab es wieder traurige Verluste im Tierreich: Bei schweren Buschbränden in Australien verbrannten gut 2000 Koalas.
  • Allerdings gab es auch einige Lichtblicke: So wurde das erste Hirschferkel in 30 Jahren entdeckt.
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Berlin. Mehr als 30.000 Tiere sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht vermerkt. Rund 6400 davon sind gänzlich vom Aussterben bedroht. Derzeit sei das „größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier" im Gange, erklärte die Umweltstiftung WWF zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2019. Für einige Tiere ging es in diesem Jahr aber auch bergauf.

Den Tieren geht es laut WWF in einigen Regionen deutlich schlechter. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden. Schuld daran sei vor allem die Klimakrise. So leben demnach beispielsweise in der nördlichen Hudson Bay lediglich noch 842 Eisbären. Das sind etwa 18 Prozent weniger als noch 2011. Die IUCN stufte Eisbären (Ursus maritimus) bei der jüngsten Bewertung im Jahr 2015 als "gefährdet" ein. Damals wurde die Gesamtpopulation auf rund 26.000 Tiere geschätzt.

Verlierer 2019: Das letzte Sumatra-Nashorn und verbrannte Koalas

Weltweit hatte die Meldung für Betroffenheit gesorgt: Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) als „vom Aussterben bedroht". Derzeit streifen noch einige Exemplare durch Indonesien – laut WWF-Schätzungen weniger als 80 Tiere.

Bei schweren Buschbränden in Australien sind seit Oktober mehr als 2000 Koalas verbrannt. Das sagten Wissenschaftler kürzlich bei einer Anhörung im australischen Parlament. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Nach Angaben der Naturschutzorganisation „Australia Koala Foundation" (AKF) gibt es noch zwischen 43.000 und 100.000 Koalas. Die Tiere kommen ausschließlich in Australien vor. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft.

Der Goldschakal, der kleine Bruder des Wolfes, verlässt mehr und mehr den warmen Südosten Europas und besiedelt Gebiete in Mitteleuropa. Das ist nach Ansicht des WWF eine Konsequenz der Erderhitzung. Auch in Deutschland werden ab und zu Goldschakale gesichtet. Nach Hochrechnungen der „Large Carnivore Initiative for Europe„ (LCIE) besteht die europäische Population aus 117.000 Tieren.

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Gewinner 2019: Saiga-Antilopen immun gegen Virus und Hirschferkel entdeckt

Vor knapp drei Jahren starben Tausende mongolische Saiga-Antilopen an einer Viruserkrankung, die von Schaf- und Ziegenherden übertragen wurde. Die Seuche und der folgende harte Winter seien laut WWF fatal gewesen: Der Bestand schrumpfte demnach von 11.000 auf 3000 Tiere. Zwar sei die Population immer noch stark geschwächt, allerdings zeigen einige Tiere mittlerweile Immunität gegen das Virus.

Ein tödliches Virus schrumpfte den Bestand der Saiga-Antilopen auf 3000 Tiere. Einige Saigas zeigen aber nun Immunität gegen das Virus. © Quelle: Igor Shpilenok/WWF/dpa

Im November sichteten Forscher erstmals nach 30 Jahren wieder ein Vietnam-Kantschil. Das Huftier aus der Familie der Hirschferkel war im Osten Vietnams in eine Kamerafalle getappt. Wie viele Tiere der Art genau in der Region lebten, war zunächst nicht bekannt. Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres war im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden.

RND/dpa

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