Knochen von Dinosaurier-Vorfahren in der Antarktis entdeckt

Forscher haben in der Eiswüste der Antarktis Knochen von Vorfahren der Dinosaurier entdeckt – in der Urzeit war der Lebensraum noch von blühenden Regenwäldern bedeckt.

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Hannover. Lebensfeindlicher kann sich die Natur kaum geben: Temperaturen von bis zu 90 Grad unter dem Gefrierpunkt und ein Eispanzer, der mitunter fast fünf Kilometer stark ist. Es ist heute kaum vorstellbar, dass die Antarktis einst ein blühendes Land mit reicher Tierwelt war. Zugegen: die Zeit liegt etwa 250 Millionen Jahre zurück. Jetzt haben Forscher die Reste eines urzeitlichen Bewohner aufgespürt: Antarctanax, ein Vierbeiner, so groß wie ein Krokodil und auch dessen Vorfahr.

Als der urzeitliche Räuber über den südlichen Kontinent streifte, war dieser noch von feuchtwarmen Regenwäldern bedeckt, schreiben die Wissenschaftler um Brandon Peecook vom Field Museum of Natural History in Chicago (USA) in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Vertebrate Paleontoly".

Beleg für einzigartige Urzeit-Tiere

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Antarctanax war zwar kein Riesensaurier, hat aber einen wuchtigen Namen erhalten, denn übersetzt heißt er „König der Antarktis“. Gefunden wurde er am fast 3300 Meter hohen Graphite Peak, zu deutsch: Graphit-Berg, im Süden der Antarktis. Der Dino ist nicht nur als Tier interessant, sondern auch ein Beleg dafür, dass die Eiswüste der Gegenwart in der Urzeit ein Lebensraum einzigartiger Tiere war.

Wir dachten immer, dass die Tiere dort vergleichbar waren mit denen im südlichen Afrika, weil diese Landmassen damals in der Nähe voneinander lagen. Aber wir finden immer wieder heraus, dass die antarktische Tierwelt verblüffend einzigartig ist“, sagt Peecook.

Museum besitzt Überreste von 40.000 Arten

Antarctanax jagte frühe Verwandte der Säugetiere, Reptilien und Insekten. Beute gab es genug: Allein das britische Antarktis-Museum besitzt Überreste von rund 40.000 Arten aus dieser Zeit. Schwierig waren für den Räuber die Lichtverhältnisse: Auch in der Urzeit dauerte die Polarnacht mehrere Monate. Dafür fielen die Temperaturen kaum je unter den Gefrierpunkt.

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Eine Tiefkühltruhe ist die Antarktis übrigens noch nicht lange – jedenfalls, wenn man in Zeiträumen des Erdalters denkt. Vor etwa fünf Millionen Jahren veränderten sich die Meeresströmungen – und das bunte Leben der Antarktis erstarb.

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Von Alexander Dahl/RND

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