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Klimawandel und Herzinfarkt: Hohe Temperaturen, hohes Risiko

Der Herzinfarkt ist die weltweit häufigste Todesursache.

München. Hitze kann töten. Der Hitzewelle von 2003 fielen in Europa laut Schätzungen 70.000 Menschen zum Opfer. Der Klimawandel, warnen daher Wissenschaftler, wird zur Bedrohung für die Gesundheit von immer mehr Menschen. So können beispielsweise Umweltbedingungen wie Hitze – aber auch große Kälte – das Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts erhöhen. Wissenschaftler haben nun untersucht, ob das Risiko durch höhere Temperaturen einen Herzinfarkt zu erleiden, in den vergangenen Jahren in Deutschland bereits gestiegen ist. Ihre Ergebnisse haben sie im European Heart Journal veröffentlicht.

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27 Möglichkeiten, wie eine Hitzewelle Sie töten kann

Dazu untersuchten die Forscher aus Bayern 27.000 Herzinfarktfälle zwischen 1987 und 2014. Betroffen waren vor allem Männer, 13.000 Fälle endeten tödlich. Die Wissenschaftler verglichen dann die Vorfälle mit meteorologischen Daten: Sie untersuchten, wie hoch die Temperaturen am jeweiligen Tag und den vorangegangenen Tagen waren.

Das Ergebnis: „Über den Zeitraum von 28 Jahren konnten wir ein in den letzten Jahren erhöhtes, hitzeinduziertes Herzinfarktrisiko feststellen“, sagt Kai Chen vom Helmholtz Zentrum München (HMGU). In jüngerer Zeit sei mit einer zunehmenden täglichen Durchschnittstemperatur auch das Risiko gestiegen, einen Herzinfarkt zu erleiden.

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Menschen sind auch anfälliger für Hitze geworden

Das betrifft vor allem Menschen, die vorbelastet sind – zum Beispiel durch Diabetes. Doch die Klimaerwärmung trifft nicht die ganze Schuld. Weil andere Risikofaktoren wie Diabetes oder hohe Blutfettwerte ebenfalls zugenommen haben, seien die Menschen auch anfälliger für Hitze, so die Vermutung.

Trotzdem: Der Klimawandel als Auslöser für Herzinfarkte müsse häufiger mitgedacht werden, sagt Alexandra Schneider vom HMGU. „Extreme Wetterereignisse wie die Hitzewellen 2018 in Europa könnten in Zukunft zu einem vermehrten Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.“ Gleichzeitig wird erwartet, dass Zahl der kältebedingten Herzinfarkte sinkt. Bisher ist das aber nicht zu beobachten. Ob daher in Zukunft eine Balance eintritt, müsse man sehen, sagt Schneider.

Von RND/asu

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