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Besonders in tropischen Regionen

Forscher und Forscherinnen: Risiko für schwere Wirbelstürme steigt in Zukunft

Wirbelstürme größeren Ausmaßes könnten in Zukunft häufiger werden.

Durch den Klimawandel könnte sich das Risiko schwerer Wirbelstürme in vielen tropischen Regionen der Welt bis 2050 mehr als verdoppeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung mit vier hochaufgelösten Simulationen über einen längeren Zeitraum hinweg. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Im Golf von Bengalen im nördlichen Indischen Ozean wird sich das Risiko der Berechnung zufolge wohl verringern und im Golf von Mexiko sowie der Karibik etwa gleich bleiben. Die Studie einer Gruppe um Nadia Bloemendaal von der Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande) ist im Fachjournal „Science Advances“ erschienen.

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„Unsere Ergebnisse können dabei helfen, die Orte zu identifizieren, an denen das Risiko tropischer Wirbelstürme am größten ist“, erklärte Bloemendaal. Lokale Regierungen könnten auf dieser Basis Maßnahmen ergreifen, um das Risiko in ihrer Region zu reduzieren, damit Schäden und Todesfälle reduziert werden können. Bisher waren globale Klimamodelle demnach nicht detailliert genug, um das Wirbelsturmrisiko auf lokaler Ebene abzuschätzen.

Ein Basismodell ermittelt künftige Szenarien

Das verwendete statistische Modell „Storm“ bietet den Forschenden zufolge zwei Vorteile gegenüber bisherigen Methoden: Zum einen sei die räumliche Auflösung mit einem Zehn-Kilometer-Raster viel feiner als die der besten bislang genutzten Modelle. Zum anderen erstreckten sich die Simulationen der tropischen Zyklone über bis zu 1000 Jahre. Weil solche Wetterereignisse in einer einzelnen Region relativ selten sind, ist eine lange Simulationsstrecke hilfreich, um aus zufallsbehafteten Einzelereignissen zuverlässige statistische Werte zu ermitteln.

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Anhand von Daten zu Wirbelstürmen im Zeitraum 1980 bis 2017 entwickelten die Forschenden ein Basismodell. Die wichtigsten Werte sind dabei die Wassertemperaturen knapp unter der Meeresoberfläche und die Windgeschwindigkeiten. Mit diesem Basismodell verglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Simulationen in den vier hochaufgelösten Modellen. Bei den Simulationen für den Zeitraum 2015 bis 2050 wurde der Klimawandel durch ein Szenario mit hohem Treibhausgasausstoß (SSP5-8.5 aus den Sachstandsberichten des Weltklimarates IPCC) nachvollzogen.

Nicht mehr, sondern schlimmere Wirbelstürme erwartet

Die Simulationen ergaben, dass die Gesamtzahl der tropischen Wirbelstürme weltweit gesehen bis 2050 nicht zunimmt, wohl aber die Anzahl der schweren. Das sind Stürme der Kategorien 4 und 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala; für die Einordnung in Kategorie 4 muss mindestens eine Minute lang eine Windgeschwindigkeit von mindestens 209 Kilometer pro Stunde gemessen werden. In vielen Meeresregionen verdoppelt sich den Simulationen zufolge bis 2050 das Risiko solcher Monsterstürme. Dass das Risiko im Golf von Bengalen geringer wird und in der Karibik in etwa gleich bleibt, erklären die Forschenden mit geografischen Besonderheiten der beiden Regionen.

Die hohe Auflösung ermöglicht auch Voraussagen für die Küstenregionen einzelner Länder. So ergab sich aus den Simulationen für die Küste von Kambodscha, dass die Anzahl der von Wirbelstürmen der Kategorie 1 betroffenen Einwohner bis 2050 auf das 125-fache des heutigen Werts steigen könnte. In Australien könnte sich die Anzahl der von Wirbelstürmen der Kategorie 3 betroffenen Menschen um das 94-fache erhöhen. Auch Hongkong (China) werde zur Mitte des Jahrhunderts wohl ein sehr hohes Risiko für Wirbelstürme der Kategorie 3 haben.

RND/dpa

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